4. Jan.
Rating:5

Wir haben wieder gemeinsam einen Krimi gelesen. Dieses Mal verschlug es uns ins England mit Henry VIII, der Herr, der innerhalb einer überschaubaren Zeit recht viele Frauen ins Grab brachte. Manch eine Exfrau hatte allerdings auch Glück und wurde „nur“ geschieden. Samson ist für mich eigentlich *der* Autor für Krimis im historischen London. Bei ihm habe ich das Gefühl, stets zu frieren, die Gerüche der Abdecker wahrzunehmen und regelmäßig Angst vor den Radikalen haben zu müssen, weil ich leider „nicht auf Linie“ bin. Religiöser Extremismus ist ein Kernthema bei Samson. Und unter Henry VIII brannte nicht nur ein Ketzer. Dabei konnte sich auch keiner sicher sein, wann sich der Wind dreht und man selbst auf Scheiterhaufen landet. Doch zurück zum Krimi: Ein junger Mensch wird in Bedlam eingeliefert, weil er laut Eltern wahnsinnig geworden sei. Gleichzeitig geschehen verschiedene Morde, inspiriert durch das Buch der Offenbarung. Dementsprechend herrscht Panik bei den Mächtigen, besonders, weil man versucht, alles vor dem König geheimzuhalten. Shardlake erhält die undankbare Aufgabe, sowohl den jungen Mann zu vertreten als auch den Mörder zu finden. Ich bin natürlich nicht auf den Mörder gekommen und wir haben doch so manches Mal diskutiert und waren uns nicht immer ganz einig. Zum einen, was die Verdächtigen angeht, zum anderen, was eine Nebenhandlung angeht. Während ich die privaten Problemen der einen Figur interessant fand, hatten wir eine Leseratte in unserer Gruppe, die fast einen Vogel bei dem Thema bekam. Und genau deswegen mag ich das gemeinsame Lesen von Büchern: Meinungen und Sichtweisen treffen aufeinander und ermöglichen einen spannenden Austausch. Wir haben leider schon einen großen Teil der Reihe geschafft, sodass wir nicht mehr lange mit dem Anwalt Shardlake Morde aufklären können :(.

Das Buch des Teufels
Das Buch des Teufelsby C.J. SansomFISCHER Taschenbuch