Ein sehr schön geschriebenes Buch. Macht Lust auf mehr von diesem Autor.
Eine mystische Erzählung im Island des 19. Jahrhunderts über Naturgewalten und menschliche Abgründe
„Schattenfuchs“ von Sjón, 2007 im Fischerverlag erschienen, 217 Seiten. Aus dem Isländischen von Betty Wahl ins Deutsche übersetzt. Die Erstausgabe im Original erschien 2004 unter dem Titel "Skugga- Baldur" „Geliebter Freund, Verzeih, dass ich so spät auf deinen letzten Brief antworte, aber hier in diesen Winkel der Welt ist seit dem Jahreswechsel so manches vorgefallen. Dinge, die in deiner Welt wohl kaum Aufsehen erregen würden, dich hier tun die es: Eine Frau ist gestorben, und rum Mann ging verschollen.“ Im Winter 1883 begibt sich ein Mann in der rauen Natur Islands auf Fuchsjagd. Kurz zuvor ist das Mädchen Abba gestorben und muss zu Grabe getragen werden. Friðrik, der sie auf ihrem Hof aufgenommen hat und sich um sie gekümmert hat, beschließt, sie nicht dem Pastor Baldur zu überlassen, sondern sie selbst zu Grabe zu tragen. Dafür schmiedet er einen Plan und lässt einen Sarg voller Steine dem Pastor übergeben. Der Pastor hütet ein dunkles Geheimnis, das eng mit Abba verbunden ist… Kurz nach der Beerdigung macht sich der Pastor auf die Fuchsjagd, tief in die isländische, winterliche Wildnis und wird nicht wiederkehren... Anfang des Jahres hat mich „Das Seelenhaus“ nach Island ins 18. Jahrhundert geführt und mich sehr begeistert. Schnell merkte ich, dass ich unbedingt mehr über Island lesen möchte und stieß dabei auf den Autor Sjón und diesen wundervollen Roman „Schattenfuchs“. Sjón gliedert diesen Roman in vier Teile, die er zeitlich in den Januar 1883 einordnet. Der letzte Teil schließt sich im März des Jahres an. Die Sprache ist sehr poetisch, insbesondere die Naturbeschreibungen entführen in eine mystische Welt am Rande des Polarkreises. Mich hat „Schattenfuchs“ sowohl durch seine ansprechende Geschichte als auch durch die besondere Sprache in seinen Bann gezogen. Sjón erhielt 2005 für Schattenfuchs den Literaturpreis des nordirischen Rates. Das Buch wird auf jeden Fall nicht mein letztes des Autors gewesen sein. „Der Junge, den es nicht gab“ steht schon bei mir bereit.
Eine wirklich seltsame Geschichte. Aber mich konnte die Erzählung absolut abholen.
boah entweder ist die deutsche Fassung nicht so geil oder ich hab’s einfach nicht verstanden
Schmales Buch, ein Spiegel der isländischen Seele, der Kargheit, der Naturverbundenheit und der Sagenwelt




