Ich habe etwas gebraucht, um in dieses Buch reinzukommen. Es ist ein sehr stilles, ruhiges Buch, ähnlich wie das Gemälde, um das es geht, und man muss sich erstmal darauf einlassen. Zudem fand ich die vorangestellten Zitate der Malerin Gwen Jones, die die Hauptperson des ersten Teils (und als Urheberin des Bildes eigentlich des ganzen Buches) ist, etwas irritierend und sogar abstoßend. Aber irgendwann hat es mich dann doch gepackt und ich bin dem Bild gerne auf seiner Reise durch das 20. Jahrhundert gefolgt. Ich fand die einzelnen Frauenschicksale spannend, wo jede von ihnen ihre eigene Emazipationsgeschichte erlebt. Gut gefallen haben mir auch die Verschränkungen der einzelnen Teile, die es dem Leser ermöglichen, das weitere Schicksal der Figuren, die man schon verlassen hat, weiter zu verfolgen. Nur der letzte Teil hat mir nicht ganz so gut gefallen. Gillian und Claudette bleiben gegenüber den anderen Figuren zu blass und ihre Lebenfragen zu uninteressant. Etwas traurig finde ich, dass alle Frauen, bis auf Ailsa, Künstlerinnen sind (oder es gerne wären). Ich hätte mich über mehr „normale“ Frauen gefreut, um selbst mehr Identifikationspunkte zu haben.
19. Dez.Dec 19, 2023
Ein Zimmer, sechs Frauen und ein Bildby Margaret ForsterFISCHER Taschenbuch
