Verstörend.
"Helene bewunderte ihren Vater für seine Liebe. Wer ihre Mutter liebte, dem konnte kein Krieg etwas anhaben." (S. 44) Was ein grauenhaftes Buch. Sorry für die deutlichen Worte, aber ich musste mich wirklich da durch quälen. Der Schreibstil ist super anstrengend zu lesen: Ellenlange Sätze, an deren Ende man den Anfang wieder vergessen hat. Zudem viele veraltete Worte, die sicher auch 2009 bereits veraltet waren. Ich verstehe, dass es authentisch rüber kommen soll, da die Handlung im 20. Jahrhundert spielt, aber es ist wirklich einfach nur anstrengend zu lesen. Dazu kommen ellenlange Kapitel (teilweise weit über 20 Seiten), die einem den Willen das Buch zu lesen rauben. Inhaltlich fand ich das Buch auch nicht besonders gut. Klar, irgendwie wollte ich schon wissen, wieso der kleine Peter von seiner Mutter zurückgelassen wird (wenn man nach den ersten beiden Kapiteln nochmal den Klappentext liest wird man übrigens übel gespoilert), aber die Handlung bis dahin fand ich so langweilig irgendwie. Klar, es geb viele schlimme (und verstörende!) Schicksalsschläge, aber ich hatte dennoch das Gefühl es passiert einfach nichts. Man wird immer wieder in einzelne Abschnitte aus Helenes Leben hineingeworfen und muss dann ellenlange Beschreibungen ertragen und versuchen dazwischen das wirklich relevante herauszulesen. Schwierig am Schreibstil fand ich auch, dass die wörtliche Rede nicht durch entsprechende Satzzeichen gekennzeichnet ist, dadurch weiß man nie genau, was jetzt gesagt oder nur gedacht wurde. Zudem möchte ich hier eine Triggerwarnung aussprechen: Das Buch behandelt wirklich fast jedes Thema, für das es eine solche Warnung braucht, also falls ihr mit irgendwas sensibel seid lest es besser nicht. Insgesamt hatte ich absolut keinen Spaß am Lesen und auch das Ende hat mich nicht vom Hocker gehauen. Leider keine Empfehlung.









