Wird dem Original nicht gerecht
Eine Biographie, jedenfalls eine gute, soll das Leben des Portraitierten nicht bloß nacherzählen. Das Leben und Wirken will in den historischen Zusammenhang gestellt werden. Wir möchten wissen, wie die Welt die Person und wie die Person die Welt beeinflußt hat und was sie dazu bewegt hat. Diesen Erwartungen wird die Ustinov-Biographie nicht gerecht - mag sie auch von Sir Peter autorisiert worden sein. Über weite Strecken erschöpft sie sich darin, hintereinander aufzuzählen, an welchen Theater- und Filmproduktionen Sir Peter eie beteiligt war, wer mitwirkte und wie die Rezensionen ausfielen. Natürlich ist es nicht überraschend, daß ein Schauspieler schauspielert. Aber diese langatmige Auflistung ist ermüdend. Wo ist die Motivation, wo der Kontext? So bleibt das Faszinierendste die Geschichte der Familie Ustinov zu Beginn der Biographie (Wer hat schon einen Großvater namens Plato, der in Jaffa ein Hotel betreibt?). Und das letzte interessante Faktum, das man über Sir Peter erfährt, ist seine Karriere bei der Armee. Was daran interessant ist, soll aber hier nicht verraten werden.
