Dieses Buch ist eine Untersuchung, bei der Familien- und Einzelinterviews der Kriegsgenerationen, sowie den zwei Nachfolgegenerationen ausgewertet wurden. Zwar liest es sich an manchen Stellen etwas sperrig - es wurde ja eben für ein wissenschaftliches Publikum verfasst, aber die Erkenntnisse sind erstaunlich. Und gleichzeitig nicht überraschend, wenn man in einer deutschen Familie aufgewachsen ist und einem viele der Narrative vertraut vorkommen. Im Grunde geht es darum, wie Kinder und Enkel Erinnerung konstruieren und so die Täterschaft der eigenen Verwandtschaft, "des lieben Opa", umschreiben. So kommt es zu bekannten Umdeutungen, die wir heute auch kennen, dass Deutsche sich in ihren Erzählungen als Opfer darstellen und sich dabei der Bilder des Holocaust bedienen. Jedenfalls hat mich dieses Buch jetzt noch mehr angeregt, mal auf Nachforschung in meiner eigenen Familie zu gehen.
17. Nov.Nov 17, 2025
»Opa war kein Nazi«by Harald WelzerFISCHER Taschenbuch
