Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es toll, über die glücklichsten Länder der Welt ein bisschen erzählerisch zu lernen. Mir hat es gerade gut gefallen, dass es nicht nur wissenschaftlich geschrieben wurde. Ein bisschen zum Träumen.
Zunächst fällt auf, wie unterkomplex viele der Ausführungen bleiben. Es wirkt, als würden kulturell, historisch und wirtschaftlich höchst unterschiedlich geprägte Länder in einen großen Topf geworfen, und zwar ohne die nötige analytische Tiefe. Dass man etwa hochprivilegierte Wohlfahrtsstaaten und postkoloniale Gesellschaften in einem Atemzug vergleicht, ohne systemisch relevante Unterschiede ernsthaft zu reflektieren, ist nicht nur methodisch fragwürdig, sondern auch politisch naiv. Ein wiederkehrendes Narrativ des Buches ist die Idee, man könne alles erreichen, wenn man nur hart genug dafür arbeite. Diese These mag sich auf den ersten Blick motivierend anhören, entpuppt sich jedoch schnell als ein neoliberales Märchen, in Deutschland schon schwer haltbar, global betrachtet schlicht realitätsfern. Dass soziale Ungleichheit, strukturelle Diskriminierung und historische Lasten nicht einfach weggewünscht werden können, scheint in der Erzählung kaum Platz zu finden. Besonders irritierend sind die immer wieder eingestreuten, teils rassistischen Randbemerkungen der Autorin. Auch wenn sie vielleicht nicht böswillig gemeint sind, fehlt es ihnen an Sensibilität und kritischem Reflexionsvermögen, gerade bei einem Buch, das interkulturellen Dialog verspricht. Angesichts des Veröffentlichungsjahres 2016 kann man ein gewisses Feingefühl erwarten. Leider bleibt dieses aus. Positiv zu vermerken ist, dass viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zu Wort kommen. Wer Lebensgeschichten mag, wird hier gelegentlich berührt. Doch auch diese Momente retten das Buch nicht über das hinaus, was es ist: gut gemeint, aber schlecht durchdacht. Insgesamt hinterlässt das Buch bei mir einen schalen Beigeschmack. Zwei Sterne – und die auch nur, weil ich anerkenne, dass der Impuls zur Weltoffenheit wohl ehrlich gemeint war.
Glücklich kann jeder
Ich fand das Buch einfach toll. Es ist interessant, "glückliche" Menschen "kennen zu lernen" und zu erfahren, was andere Menschen und Länder glücklich macht. Ich glaube, wir können uns da eine Scheibe von abschneiden und viel für das eigene Leben mitnehmen um glücklich zu werden, sein und zu bleiben. Nach jedem Regen folgt auch Sonnenschein.


