
Der "alte Fritz", über dessen Leben die Nachbarn nur sehr wenig wissen, obwohl sie ihn schon "immer" kennen, stirbt. Den 16jährige Matthias beschäftigt dies und er hilft bei der Räumung seines Hauses. Dabei findet er eine Kiste aus dem 2. Weltkrieg. Er will mehr wissen und erfährt, dass Fritz ein Nazi war. Mit seinem Freund beginnt er zu recherchieren und findet viel über Fritz's Nazi und SS Vergangenheit heraus, die bis heute Auswirkungen hat. Zwei Freunde, die sich gegen den Nationalsozialismus und Gewalt positionieren, dabei viel erleben und sich mit der Frage auseinandersetzen: Soll oder kann die NS Vergangenheit vergessen sein? Der Einstieg in die Geschichte gestaltete sich etwas steif, hölzern. Leider fehlt den Protagonisten Tiefgang. Auch die Freundschaft zu Philipp lässt sich nicht emotional spüren. Woher kommt die Anti-Nazi- Gesinnung der Freunde? Fragen werden lehrmeisterhaft aufgeworfen und erklärt. Denkt ein Jugendlicher bereits so umfassend? Teilweise lesen sich die Recherchen der Freunde wie ein Sachbericht, etwas langwierig und langatmig. Dadurch kann man dies nicht mitleben, mitfühlen, die Emotionen kommen nur oberflächlich rüber. Allerdings gehen die Berichte in Frankreich und Auschwitz sehr unter die Haut. Es geht um Nächstenliebe und Vergebung, Aufarbeitung von Schuld und vor allen geht es darum, wie verhindert wird, dass dies alles nochmal geschieht. Ein Plädoyer gegen das Desinteresse an unserer deutschen, nationalsozialistischen Vergangenheit. Wichtige Themen. Lesenswert!

