"Trügerischer Sog“ war Teil eines Buchadventskalenders, weshalb ich ohne große Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin – und positiv überrascht wurde.
Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen, da es spannend geschrieben ist und die Handlung immer wieder neugierig auf den nächsten Abschnitt macht.
Man sollte allerdings beachten, dass es sich um einen Jugendthriller handelt. Dadurch sind Sprache und Handlung eher auf ein jüngeres Publikum ausgelegt und nicht ganz so tiefgründig oder düster wie bei Thrillern für Erwachsene. Trotzdem sorgt die Geschichte für Spannung und lässt sich angenehm und schnell lesen. Insgesamt ein unterhaltsames Buch für alle, die Jugendthriller mögen.
Story:
Der jungen Geschichtslehrerin Frau Hoppe reicht es: Sara, selbsternannte Fürstin der Klasse, entscheidet, wer in der Schule – von ihr nur »Friedhof der Namenlosen« genannt – beliebt und wer ein Namenloser ist. Kurz entschlossen schickt Frau Hoppe die Klasse auf eine Klassenreise auf die Nordseeinsel Maroog. Das Ziel: den echten Friedhof der Namenlosen zu restaurieren und die Klassengemeinschaft zu stärken. Was sie nicht ahnt: In der neuen Umgebung ändern sich auch die Klassengesetze und die Namenlosen, allen voran der zurückhaltende Kim, begehren auf. Bald ist Sara das Ziel der Tyrannei und mehr als ein Leben in Gefahr …
Meinung:
Ich habe dieses Buch zwei Mal angefangen und dann immer wieder weggelegt. Ich kam einfach nicht rein in die Geschichte. Doch dann habe ich die Zugfahrten rund um die Leipziger Buchmesse zum Anlass genommen, dem Buch eine neue Chance zu geben.
Ich muss sagen, dass die Geschichte an sich nach gewissen Anlaufschwierigkeiten sehr interessant ist, wenn auch in einigen Passagen nicht sonderlich glaubhaft. Dennoch behandelt das Buch ungeschönt das Thema Mobbing sowie Opfer- und Täterrolle. Leider war es für meinen Geschmack aber über weite Teile ziemlich fad. Klar, das ist ein Jugendbuch, aber ich hätte mir etwas mehr Dynamik und Action gewünscht. Auf das musste ich leider - bis auf ein paar spannende Ausnahmen im Mittelteil - bis zum Ende hin warten, da hat das Buch dann aber noch einmal richtig an Fahrt aufgenommen und wurde ziemlich spannend.
Kui hat einen guten Schreibstil, einfach und flüssig. Sie hat es geschafft, die Charaktere interessant und glaubhaft zu gestalten – auch wenn Setting und manche Handlungen es nicht immer konnten. Die Geschichte bietet viel Potenzial, welches für meinen Geschmack nicht voll genutzt wurde und sich lediglich in manchen Momenten und am Ende entfalten konnte. Schade. Somit war das Buch für mich noch okay und ich werde es schnell wieder vergessen haben.