Das wunderschöne goldene Cover hat es mir angetan, es zählt zu den schönsten in meinem Regal! Beim Aufschlagen des Buches sieht man Keramikgeschirr, eine Blumenvase und eine sich streckende Katze vor glänzendem, blaugrünen Hintergrund, einfach wunderschön! Doch leider hält das Buch nicht, was das Cover verspricht. Jeongmin, 30, ist Autorin beim Fernsehen und ausgebrannt. Sie kündigt fristlos ihren Job und verkriecht sich in ihrer Wohnung. Eines Tages entdeckt sie beim Spaziergang die kleine Töpferei SOYO. Johee, die Inhaberin, bittet sie auf einen Kaffee herein, die beiden Frauen sind einander sympathisch, und Jeongmin meldet sich zu einem Töpferkurs an. Beim Töpfern lernt sie viele Menschen verschiedenen Alters kennen. Sie fühlt sich zu Gisik hingezogen, beim Mittagessen nach dem Kurs lernen sie sich näher kennen. Gisik empfiehlt ihr ein Frucht-Sahne-Sandwich, Gimbap und Tteokbokki. Bald kümmert sich Jeongmin um den Social Media-Auftritt der Töpferei. Mit ihrer Erfahrung als Autorin fallen ihr lustige und inspirierende Texte zu den Beiträgen ein, und schon bald steigt die Zahl der Follower, es gehen vermehrt online Bestellungen ein, und Kunden kommen vorbei, um Produkte zu erwerben. Leider bin ich mit Jeongmin nicht warm geworden. Ich hatte Schwierigkeiten, die Personen aus der Töpferei auseinanderzuhalten und mir ihre Namen zu merken: Juran, Sota, Jun, Yery, Hyoseok, Jihye… Auch die sich anbahnende Romanze konnte mich nicht berühren. Als Gisik vorschlägt, dass Jeongmin zu ihm zieht, haben sich die beiden zwar oft zum Essen getroffen, sich jedoch nicht einmal geküsst. Ich war froh, dass der Roman nur 270 Seiten hat und erleichtert, ihn zu beenden. Ich empfehle das hochwertig ausgestattete Buch Leser*innen, die sich für die Keramikkunst und das Töpfern interessieren oder denjenigen, die einen Bezug zu Korea oder Seoul haben.

Begleite Jeongmin auf dem Weg zurück zu sich selbst
"Sie lebte ein Leben in Wolken, das unsicher dahinschwebte." Es gibt Bücher, die finden dich genau im richtigen Moment. 'Jeongmin töpfert das Glück' war für mich eines davon. Unaufgeregt und mit langsamem Erzähltempo erzählt das Buch von einer ausgebrannten Fernsehautorin, die langsam wieder einen Sinn in ihrem Leben findet und auf diesem Weg ganz unterschiedlichen Menschen begegnet, die alle die gleiche Leidenschaft haben: Das Töpfern. Ich persönlich liebe solche Bücher. Vor allem, wenn der Alltag mal wieder etwas stressiger ist, helfen sie mir, runterzukommen.
Wohlfühllektüre? Für mich eher ein Griff ins Klo.
ABGEBROCHEN NACH 29% Leider konnte mich die Geschichte kein Stück überzeugen. Die ersten Seiten über hatte ich noch Hoffnung, etwas aus dem Schicksal der Protagonistin für mich mitzunehmen, da auch ich unter "Prä-Burnout" leide. Ich konnte mich schon ein wenig mit Jeongmin identifizieren. Und auch die erste Begegnung in der Töpferei fand ich herzerwärmend und erdend. Doch leider driftet das ganz schnell in eine andere Richtung ab, die Charaktere wirken blass, der Fokus liegt viel zu sehr auf den Techniken des Töpferns. Das erschwert es ungemein, eine Bindung zu den weiteren Charakteren und deren Geschichten zu spüren. Desweiteren werden Rückblicke in Jeongmins Leben einfach so abgefrühstückt, reingeworfen, und wir als Lesende müssen das wohl oder übel hinnehmen, um bestimmte Beweggründe oder Gedankenzüge zu verstehen? Tut mir leid, aber damit werde ich nicht warm.
Mir sind die Bücher von diesem Verlag schon länger sehr sympathisch und nachdem hier das Töpfern thematisiert wird, wusste ich direkt, dass ich es lesen muss. Töpfern ist schon länger etwas, dass ich unbedingt einmal ausprobieren will und ich hatte viel Freude daran durch Jeongmin dieses Hobby näher kennenzulernen. Da die Autorin selber in ihrer Freizeit töpfert gehe ich stark davon aus, dass die Beschreibungen realitätsnah sind (sie klingen jedenfalls so). Das Büchlein hat etwa 250 Leseseiten, ist aber nicht schnell und leicht zu lesen. Manche Kapitel haben eine bedrückende Grundstimmung, daher fand ich die kürzere Seitenanzahl angenehmer und passend gewählt. Trotzdem konnt die Handlung nicht zu kurz oder das Ende zu übereilt. Es ist eine hoffnungsgebende Geschichte mit Höhen und Tiefen. Jedes Mal, wenn ich ein schönes Gefühl beim Lesen hatte kam Jeongmins Leben dazwischen und ich kam wieder ins Schwanken. Der Leser bekommt daher keine Aufwärtsgerade, sondern ein Auf und Ab und muss manchmal mit der Protagonistin leiden. Doch egal, was das Leben Jeongmin vor die Füße wirft, sie lernt damit umzugehen. Dabei sind ihr die Menschen, die sie durch den Töpferkurs kennenlernt, eine große Hilfe. Der Schreibstil ist dabei mehr sachlich als emotional und es wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dennoch muss sich der Leser auf eine emotionale Reise vorbereiten, wenn er in Jeongmins Leben eintauchen möchte. Mein Fazit: Ein berührendes Buch, mit dem ich viele tolle Lesestunden erlebt habe. Das wird mein letztes Buch in diesem Jahr sein und ich bin sehr froh, dass es dieses ist. Ich habe es mit einem guten Gefühl weglegen können und werde mich gerne zurückerinnern.
Die Thematik ums Töpfern fand ich sehr spannend, der Roman an sich aber eher etwas langweilig. Ich wollte zwar immer wissen wie es weiter geht, aber aus den Socken gehauen hat er mich nicht. Hatte immer mal wieder schöne Stellen drin.
Jeongmin ist ausgebrannt und erschöpft, nichts macht ihr mehr Freude. Sie kündigt ihren Job und verlässt kaum noch die Wohnung. Als sie eines Tages wieder ein klein wenig mehr Energie spürt, verlässt sie ihre Wohnung und macht sich auf die Suche nach einem Café. Dabei findet sie eine kleine Töpferei. Jeongmin möchte gern eine Tasse kaufen, erhält aber den Vorschlag sich selber eine zu töpfern. Ein feines, sanftes Buch über einen Neuanfang, zu sich selbst zu finden und einfach mal inne zu halten. Ich habe bisher noch keinen asiatischen Roman gelesen, hatte hier direkt einen guten Einstieg. Dieses Handwerk zu erlernen erfordert viel Geduld, man kann auch mal Fehler machen, jeder Riss lässt sich wieder reparieren. Das ist im Leben leider oft schwieriger. In unserer schnelllebigen Zeit ist es so selten geworden, dass man ganz in Ruhe Dinge ausprobieren und lernen kann. Jeongmin kann beim töpfern ihre innere Ruhe finden und beginnt sich langsam wieder aufzubauen. Sie lernt die Mitglieder der Gruppe immer besser kennen und fühlt sich schnell wohl und als Teil davon. Unerwartet trifft sie hier eine alte Schulfreundin wieder, die sie viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Stück für Stück nimmt sie wieder mehr am Leben teil. Das alles wurde uns in warmherzigen Worten näher gebracht, lebensbejahend und hoffnungsvoll. Ein feinsinniger Roman über Loslassen, Verzeihen und Veränderung.
Schöne Wohlfühllektüre für zwischendurch
Nachdem Jeongmin ihren Job als Drehbuchautorin beim Fernsehen gekündigt hat, fällt sie in ein schwarzes Loch. Der rettende Lichtblick ist eine von Topfpflanzen umsäumte Werkstatt, welche Jeongmin für ein Café hielt und deshalb betrat. Die Besitzerin spürt, dass es Jeongmin nicht gut geht und lädt sie augenblicklich ein, an einem Töpferkurs teilzunehmen. Die Arbeit mit dem kalten Ton holt Jeongmin nicht nur ins Leben zurück, sondern erdet sie auch in sich selbst. Zudem lernt sie über die Teilnehmenden des Kurses neue Menschen mit ihren Problemen kennen, die bald zu guten Freunden werden. Man merkt, dass die Autorin selbst Erfahrung mit dem Töpfern hat. Vor allem in der ersten Hälfte sind die Berührungen mit dem Ton sehr schön eingefangen. Viele Gedanken und Assoziationen haben mich sehr bewegt. Allerdings werden die in dem Maße wie Jeongmin ins Leben zurückfindet immer weniger bzw. weniger tiefgründig. Die vorhersehbare Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Trotzdem ein hübsch aufgemachtes Wohlfühlbuch mit einer originellen Thematik und zumindest zu Beginn tollen Sprüchen. Mehr zum Buch im Lesemonat Dezember auf meinem YouTube Kanal „Japan Connect“. https://youtu.be/v30xqb-KzvI?si=pp8-PB2KpyqFhlG_
Manchmal braucht man nur ein neues Hobby - und Menschen die die Zeit mit einem teilen
Jeongmin hat einen Punkt in ihrem Leben erreicht, indem sie das Gefühl hat auf der Stelle zu tapsen. Da kommt es gerade zur perfekten Zeit, dass sie in ein neues Hobby stolpert. Das Töpfern in einer wunderschönen Töpferei hilft ihr nicht nur, das eigene Leben zu orden, sondern gibt uns emotionale Einblicke in das Seelenwohl der Kursmitglieder. Ich war geschockt und so berührt, was die einzelnen Charaktere für Hintergrundgeschichten mitbringen. Das hat den wohltuenden Töpfermomenten einiges an Tiefe beschert, mit der ich tatsächlich nicht gerechnet hätte!

„Jeongmin töpfert das Glück“ von Yeon Somin handelt von einer jungen Frau, die nach einem langen Tief ihr Glück findet. Verlag: C. Bertelsmann Jeongmin wohnt seit einigen Monaten im Maronenhain. Sie hat seit ihrem Einzug die Wohnung kaum verlassen. Sie war so ausgebrannt, dass sie spontan ihre Kündigung bei einem öffentlich-rechtlichen Sender als Texterin einreichte und das Büro verließ. Seitdem war die Wohnung ihr Ort der friedlichen Stille, nichts interessierte Jeongmin und niemand kam, um ihr aus der Situation zu helfen. Bis sie eines Tages grundlos einen Schrei ausstößt und das Bedürfnis etwas tun zu müssen immer stärker wird. Ihr Einsiedlerleben muss ein Ende haben; sie verlässt nach Monaten endlich wieder die Wohnung und streift durch das Viertel. Zufällig findet sie auf der Suche nach einem guten Kaffee eine kleine Töpferei. Der Kaffee schmeckt sehr fein und Jeongmin fragt nach den Bohnen, erhält jedoch als Antwort, dass der Geschmack des Kaffees an den Tassen liegt. Es handelt sich um seladongrüne Keramiktassen. Jeongmin möchte gerne eine Tasse erwerben, doch die Ladeninhaberin schlägt ihr vor, selbst eine Tasse zu töpfern. Unaufgeregt erzählt die Autorin über die Suche nach dem inneren Frieden. Das Handwerk wirkt beruhigend und man kann das Brennen der Keramik nicht beeinflussen. Oftmals entstehen Risse, jedoch kann man alles wieder verwenden und neu gestalten. Nichts ist verloren. Geduld und Zeit, das Handwerk zu erlernen wirkt entschleunigend und Jeongmin lernt, das man soviel verpatzen darf, wie man möchte. Es muss nichts perfekt sein. Die kleine Gruppe in der Töpferei lernt sich näher kennen, jeder der Teilnehmer ist ein anderer Charakter und doch werden sie bald zu einer kleinen Gemeinschaft. Jeongmin lernt Yery kennen, ein wildes Grundschulmädchen, welches ab und zu wegen einer kleinen Katze und einem jungen Abiturienten in der Töpferei vorbeischaut. Das Mädchen wählt Jeongmin aus, ihre Wohnung mit Hoya, der Katze zu teilen. Yery erzählt von ihrer Familie und einem arbeitslosen Vater, der kaum zu Hause ist. Jeongmin hat nie gelernt, jemanden zu trösten und versucht auf ihre kühle Art, für das Mädchen da zu sein. Ihre Väter sind sich wohl sehr ähnlich und Jeongmin spürt den großen Druck auf ihrer Brust, weil sie selbst nicht im Reinen mit den Erlebnissen aus ihrer Kindheit ist. Große Schuldgefühle sitzen tief in ihr, die Boshaftigkeit ihres Vaters anderen Menschen gegenüber lässt sie nicht los. „……Wie sehr ich auch dagegen ankämpfe, ich kann meine traurige Geschichte nicht auslöschen.“ Cheon Kyung-ja, Selbstbildnis, aus „Meine traurige Geschichte“ (1977) Jeongmin verändert sich mit jedem neuen Stück, welches sie in der Töpferei erschafft. Wenn der Ton zu feucht ist, sollte man der Keramik die Tränen abwischen. Dieser Satz zeigte ihr, dass sie sich selbst verzeihen, sich selbst lieben und sich trösten darf. Sie lernt Gisik kennen, einen ruhigen starken Mann, der von einer eigenen Töpferei mit Café am Meer träumt. Ihm erzählt sie, dass sie Weihnachten mehr liebt als ihren Geburtstag. Weihnachten ist für Jeongmin, als hätten alle Menschen Geburtstag. Jeder steht im Mittelpunkt, alle freuen sich gemeinsam. Sie lernt wieder Aufgaben als Texterin zu übernehmen und ihren Traum wahrzunehmen. Ihre Arbeiten berühren die Herzen der Menschen. Sie kann wieder an sich selbst glauben und ihren Wert anerkennen. Für sich selbst einzustehen und nicht nur die Wünsche der anderen Menschen zu erfüllen. Sie beginnt nicht nur Ton, sondern auch ihr Glück in die Hände zu nehmen. Zart und warmherzig erzählt die Autorin über das Loslassen und Verzeihen. Der unaufgeregte Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere sind sehr authentisch und die Handlungs-/Denkweise der koreanischen Menschen werden für mich als Leserin sehr gut beschrieben. Ich konnte mich unglaublich gut in die Geschichte hineinversetzen und die Töpferei wurde zu einem heimeligen Ort. Ein wundervolles Buch mit vielen Weisheiten verpackt in eine herzerwärmende Geschichte.
Jeongmin ist rastlos. In keiner Mietwohnung bleibt sie länger als ein bis zwei Jahre und auch in ihrem Job ist sie unglücklich. Alles ändert sich jedoch, als sie spontan kündigt und eine Wohnung in der Nähe eines Maronenhains findet. Bei einem Spaziergang in der Nachbarschaft landet sie in einer kleinen Töpferei, wo sie nicht nur ein neues Hobby, sondern eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen erwartet. Wie wird es in Jeongmins Leben weitergehen und was wünscht sie sich eigentlich für sich selbst? „Jeongmin töpfert das Glück“ ist das internationale Debüt der Schriftstellerin und Drehbuchautorin Yeon Somin; die deutsche Übersetzung stammt von Kyong-Hae Flügel. Mir persönlich gefällt die Ausstattung des Buches als gebundene Ausgabe und mit den zart türkisfarbenen Vorsatzpapieren wirklich sehr gut. Erzählt wird die Handlung in der Gegenwartsform und mit dem Fokus auf der Protagonistin Jeongmin, so dass das Gefühl entsteht, mitten im Geschehen zu sein. Der Roman ist sicherlich eine Hommage an das Töpfern als Handwerk und ich gebe zu, dass sich auch bei mir der Impuls breitmachte, das einmal selbst ausprobieren zu wollen. Doch die Töpferei ist vor allem auch ein Ort, an dem Gemeinschaft entsteht und wo Menschen sich umeinander kümmern. Zum ersten Mal erlebt Jeongmin hier, wie es ist, länger an einer Stelle zu bleiben und Verbindungen zu anderen Menschen einzugehen. Sie wird Stammgast in der Werkstatt und verbessert nicht nur ihren Umgang mit Ton, sondern findet auch heraus, was sie in Zukunft mit sich und ihrem Leben anfangen will. „Jeongmin töpfert das Glück“ lebt von seinen authentischen Charakteren, wie zum Beispiel der Inhaberin der Töpferei, Johee, die kürzlich einen schweren Verlust erlitten hat, Kursteilnehmer Gisik, der von einer eigenen Werkstatt träumt, um seinem ungeliebten Job zu entfliehen oder der 12-jährige Yery, die sich lieber in der Töpferei aufhält, als bei ihren Eltern zuhause. Sie alle wachsen einem im Laufe der Handlung ans Herz und ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen – die Geschichte ist jedoch in sich abgeschlossen.









