So spannend, eher historischer Thriller als Sachbuch
Dir Irrungen und Wirrungen um den Untergang der Wager waren mir bislang nicht bekannt, weshalb mich zunächst erst das gut illustrierte Cover neugierig gemacht hat. Einmal jedoch begonnen, kann der Autor einen mitten hinein in das entbehrungsreiche Dasein der Crew dieses Schiffes versetzen. Es bleibt zwar seinem Charakter als Sachbuch treu, indem eng an den historischen Quellen gearbeitet wird, aber gerade dieser Umstand macht die Erkenntnisse aus den Logbüchern etc. so lebendig- Uneingeschränkte Empfehlung!
Der Untergang der Wager und das Schicksal der Besatzungsmitglieder mit eindrücklichen Worten erzählt
David Grann hat mit einem enormen Rechercheaufwand den Untergang der Wager beschrieben. Um 1740 sticht sie mit weiteren Schiffen unter britischer Flagge in See, mit der Absicht eine spanische Galeone anzugreifen, die unsagbare Reichtümer geladen hat. Dazu musste Südamerika am Kap Horn umsegelt werden, was aufgrund der Unkenntnis von Untiefen, aber vor allem wegen unberechenbarer Witterungsbedingungen ein waghalsiges Unterfangen war.
Von Beginn an steht die Mission der Wager unter keinem guten Stern. Die zwangsrekrutierten Männer sind oft in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und die Abfahrt verzögert sich, so dass die Witterungsbedingungen auf der Südhalbkugel immer schlechter werden. Letztlich wird die Wager am Ende der Welt Schiffbruch erleiden und ein unmenschlicher Überlebenskampf beginnt, der von Tod, Leid und Meuterei begleitet wird.
David Grann beschreibt mit großer Präzision von den Bedingungen auf der Wager, von den Krankheiten, die an Bord herrschten und den Herausforderungen, denen sich die Besatzung ausgesetzt sah. Er stützt sich dabei auf Tagebucheinträge der Besatzungsmitglieder und Bücher, die im Nachgang veröffentlicht wurden. Durch seine Recherchen erlebt man das Elend, spürt Hunger und Kälte, ist schockiert über das Verhalten der Menschen und kann manche Entscheidungen vielleicht auch nachvollziehen.
Ich habe durch dieses Buch so viel gelernt, bspw. wie viele Begriffe aus der Seefahrt in unseren täglichen Sprachgebrauch übergegangen sind, von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und Briten. Sehr eindrücklich sind auch seine Schilderungen zum Verhalten gegenüber den Natives, der Arroganz mit denen ihnen trotz der eigenen aussichtslosen Situation begegnet wurde.
Ein facettenreichen Buch, dass ich sehr empfehlen kann.
Der Bericht über die Fahrt mit dem HMS Wager wird von David Grann (Übersetzung ins Deutsche: Rudolf Mast) lebendig und dicht erzählt. Originale Logbucheinträge zeigen auf, wie essenziell das führen eines "Ship's Log" für einen Seemann war - besonders, weil seine sorgfältigen Aufzeichnungen ihm später als juristische Rechtfertigung dienen.
Die Seefahrt wird weder als spannendes Abenteuer noch als ein romantisches Erlebnis, aus denen Helden hervorgehen, beschrieben. Trotzdem sind für mich einige Personen inspirierend angesichts der brandgefährlichen Umstände, die von Mensch und Natur bei der Umsegelumg des Kap Hoorn ausgehen. Wie jung einige Seefahrer und Matrosen sind, habe ich mir vor diesem Sachbuch nicht bewusst gemacht. So ist John Byron erst 16 Jahre jung! Auch werden interessante Neben-Informationen geboten: Skorbut, eine typische Krankheit damaliger Seemänner wurde mit allerlei alchimistischer Medizin behandelt. So sollten Seefahrer zur Genesung bis zum Kinn in Erde eingebuddelt werden, da die Erde und nicht das Wasser das Element des Menschens ist. Erst später entlarvte man einen Vitamin-C-Mangel als Verursacher und löste das Problem mit der Zugabe von Limetten in der Ernährung.
Besonders lobenswert finde ich, dass der Autor sich bei seiner Recherche-Arbeit nicht nur um das Schicksal der britischen Offiziere Gedanken gemacht hat. Auch die Herkunft und der Werdegang eines farbigen Matrosen wird näher beleuchtet und das Schicksal der namentlich genannten indigenen Stämme, mit denen die Besatzung der Wager Kontakt hatte, wird kritisch thematisiert.
Letztendlich deckt dieser Bericht auf, dass nicht nur Seefahrer "Seemannsgarn" spinnen, sondern auch die Staaten unter deren Flagge sie zur See fahren, Helden erschaffen und dafür andere Wahrheiten unter den Tisch fallen lassen...
Ich weiß gar nicht, wieso ich ausgerechnet zu diesem Buch gegriffen habe. Aber die Seefahrt an sich fand ich schon immer reizend. Nur sind die meisten Bücher zu dieser Thematik alte staubige Schinken von alten Männern mit Perücke geschrieben worden und entsprechend hochnäsig und aufgeblasen in Sprache und Stil.
Doch ich muss sagen, hier war ich Opfer des optischen - der Umschlag und der Titel haben mir sehr zugesagt 😄 Und es hat sich als wahr herausgestellt - ein wirklich guter und spannend zusammengefasster Bericht. Unglaublich erschreckend und auch irgendwie traurig, was Verzweiflung, Hunger und falscher Stolz aus Menschen macht.
Der Umgang mit Tieren, bis hin zum Kannibalismus….eklig und erschreckend. Auch wie rücksichtslos einfach Menschen zurückgelassen wurden. Allen voran der Glaube, nur weil man zur britischen Kolonialmacht gehörte, allen anderen überlegen war….
Von meiner Seite eine klare Empfehlung an alle, die an Seegeschichten, Schiffbrüchen und Meuterei Interesse haben.
Das war das erste Mal, dass ich ein Buch nach wahrer Begebenheit gelesen habe. Und ich muss sagen, es war super spannend und informativ. Manchmal saß ich voller Unglauben da, was die Menschen früher mit sich machen lassen mussten. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch.
Spannende seefahrergeschichte mit vielen Zitaten und Fakten
Es ist aber auch wie ein wissenschaftlicher Bericht was es schwer macht sich fallen zu lassen. Erebua zb. Hat mir da besser gefallen. Oder das Floß der Medusa
Trotzdem gut und spannend.
Realistische Darstellung wie schrecklich die Bedingungen auf Schiffen früher war. Mir hat sehr gut gefallen, dass der Autor immer wieder Personen zitiert, die wirklich dabei waren.
5/5 - Was würdest du tun um zu überleben?
MÖGLICHE SPOILER!!!
Hier hat David Grann ein historisch Abenteuer Epos in Romanform verfasst.
Viele Bilder zu den Protagonisten und Schiffen zu der Zeit.
Es ist leicht leserlich geschrieben und gut verständlich. Leider viele Begriffe aus der Schiffsfahrt, die aber alle am Buchende als Legende/Kürzel aufgeklärt werden.
Die Geschichte hinter dem Roman zeigt eine ausweglose Lage auf, in der die Mannschaft teilweise gezwungen werden zu Meutern, in Momenten in der, der Kapitän die Nerven verliert und sich alles zu spitzt.
Absolut lesenswert und historisch interessant.
Daher für mich eine 5/5
ein großartiges Buch! man kann sich richtig gut hineinversetzen und fiebert mit! es war deutlich spannender als ich es erwartet hatte. auf jeden fall eine leseempfehlung, auch, wenn man solche Bücher normalerweise nicht liest.
Gut recherchiert, spannend erzählt und ziemlich ernüchternd.
Der Untergang der Wager ist eines dieser Bücher, bei denen man am Ende nicht sagen kann, wem man wirklich glaubt – und genau das macht es so stark. Die Berichte widersprechen sich, jeder versucht sich selbst zu retten, und eine eindeutige Wahrheit gibt es nicht.
Besonders erschütternd fand ich den Umgang der Royal Navy mit den Ereignissen. Trotz all des Leids, der Toten und der moralischen Abgründe hatte das Ganze am Ende kaum Konsequenzen. Vieles wurde unter den Teppich gekehrt, Ordnung und Ansehen waren wichtiger als Aufarbeitung oder Gerechtigkeit.
Der Schreibstil ist fesselnd und gut recherchiert. Die eingestreuten Originalzitate machen immer wieder deutlich, dass es sich hier nicht um Fiktion handelt, sondern um reale Menschen und reale Entscheidungen. Nebenbei lernt man zudem überraschend viel über die Seefahrt jener Zeit – etwa über Redewendungen, Abläufe an Bord und den Alltag der Seeleute.
Das Buch liest sich spannend, hinterlässt aber ein unangenehmes, nachwirkendes Gefühl – gerade weil es keine einfache Auflösung gibt. Kein leichtes Buch, aber ein sehr eindrucksvolles.
Eigentlich ein Sachbuch aber doch ein Roman.
Es liest sich wirklich leicht, ist dennoch interessant und wer will kann auch noch anhand der Fußnoten zu den verwendeten Quellen das Thema vertiefen.
Abenteuerroman à la "Robinson Crusoe" , Sachbuch und Lexikon in Einem.
"Der Untergang der Wager" fiel mir tatsächlich zunächst aufgrund des sehr gut gestalteten Einbandes ins Auge. Von der Geschichte um die "Wager" selbst, hatte ich bisher tatsächlich noch nie gehört. Da ich mich aber generell für Geschichte und historische Romane mit wahrem Hintergrund interessiere, war die Kaufentscheidung schnell gefallen.
Zunächst war ich etwas irritiert vom nüchternen und irgendwie "sterilen" Erzählstil des Autors, dachte mir ,dass hier lediglich in einer Art Prolog die Handelnden vorgestellt werden.
Im weiteren Verlauf wird jedoch schnell klar, dass der Autor den ganzen Plot als eine Art tagebuchgestützten (inklusive Kopfnoten und detaillierten Quellenverweisen) Tatsachenbericht verfasst, was die Geschichte um das Unglück und die Meuterei natürlich sehr authentisch wiedergibt, jedoch den Lesefluss meines Erachtens doch sehr stört.
Dennoch entsteht eine latente Spannung und man will doch gern wissen, wie die Geschichte ausgeht und wie die Mannschaft den Schiffbruch meistert.
Zusammengefasst muss man sagen, wer einen Abenteuerroman erwartet, für den ist dieses Buch eher weniger geeignet. Wer aber wirklich interessiert an Geschichte ist und überdies auch gern zeitgenössischen Sprachstil mag , für den ist "Der Untergang der Wager" auf jeden Fall ein lesenswertes Experiment!
David Granns Buch Der Untergang der "Wager" ist eine fesselnde Reise in die dunklen Tiefen des menschlichen Überlebensinstinkts und die Herausforderungen des 18. Jahrhunderts auf hoher See. Mit beeindruckender Detailgenauigkeit und akribischer Recherche gelingt es Grann, die tragische Geschichte der HMS Wager wieder zum Leben zu erwecken, die während des Krieges um Jenkins’ Ohr 1741 an der patagonischen Küste Schiffbruch erlitt.
Das Buch beginnt mit der Vorstellung der HMS Wager und ihrer Mission, als Teil einer britischen Flotte die spanischen Handelsrouten im Pazifik zu stören und letztlich spanische Gold- und Silbertransporte zu kapern. Grann schildert das Leben an Bord mit all seinen Schrecken – von press gangs, die ahnungslose Männer zwangsrekrutierten, bis hin zu den verheerenden Auswirkungen von Skorbut und anderen Krankheiten. Die Bedingungen auf den Schiffen waren entsetzlich: Überfüllung, schlechte Hygiene und unzureichende Nahrung führten zu zahlreichen Todesfällen noch bevor die eigentliche Katastrophe eintrat.
Die Stärke des Buches liegt in Granns Fähigkeit, die historischen Figuren lebendig und greifbar zu machen. Besonders beeindruckend sind die Charakterisierungen von Kapitän David Cheap, dessen rigide Führung und zweifelhafte Entscheidungen zur Eskalation der Krise beitrugen, und Midshipman John Byron, der später als Großvater des berühmten Dichters Lord Byron bekannt wurde. Auch die Darstellung des Gunners John Bulkley, Anführer der Meuterer, ist bemerkenswert; Grann zeigt ihn als einen komplexen Charakter, der sowohl maritimes Geschick als auch literarisches Talent besaß.
Nach dem Schiffbruch auf einer unbewohnten Insel zerbrach die Disziplin der Royal Navy schnell. Die Männer teilten sich in Fraktionen, und es kam zu Plünderungen, Befehlsverweigerungen und schließlich zu Mord und Kannibalismus. Grann schildert diese Ereignisse mit einer Intensität, die den Leser tief in die verzweifelte Lage der Überlebenden eintauchen lässt. Besonders eindrucksvoll ist seine Fähigkeit, die widersprüchlichen Berichte der Überlebenden zu präsentieren und abzuwägen, ohne den Lesefluss zu stören.
Neben der packenden Erzählung bietet Der Untergang der "Wager" auch wertvolle Einblicke in die maritimen und gesellschaftlichen Bedingungen des 18. Jahrhunderts. Grann ergänzt die zentrale Handlung durch Diskussionen über die Herausforderungen des Lebens in der Royal Navy, die Auswirkungen von Skorbut und Begegnungen mit den indigenen Völkern, die die Schiffbrüchigen trafen.
Ein weiterer Höhepunkt des Buches sind die zahlreichen Illustrationen und Karten, die das Leseerlebnis bereichern. Von zeitgenössischen Porträts der Hauptfiguren über Karten der Reiseroute bis hin zu Darstellungen des Lebens auf der verlassenen Insel bieten diese visuellen Elemente eine willkommene Ergänzung zur textlichen Schilderung.
David Grann gelingt es, die komplexe und dramatische Geschichte der HMS Wager in einem knappen und prägnanten Stil zu erzählen. Mit einer Länge von etwa 432 Seiten bleibt das Buch stets spannend und verliert sich nie in unnötigen Ausschweifungen. Es ist ein beeindruckendes Beispiel für historische Sachliteratur, die nicht nur informiert, sondern auch tief bewegt.
Der Untergang der "Wager" ist ein Muss für Liebhaber von Seefahrtsgeschichten und historischer Non-Fiction. Granns Werk zeigt eindrucksvoll, wie dünn der Schleier der Zivilisation ist und wie extremen Bedingungen den wahren Charakter eines Menschen offenbaren können. Ein meisterhaft erzähltes Abenteuer!
Ein erstklassiger und schonungsloser Bericht über die englische Seefahrt, Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Buch enthält alles, was ein sehr guter Abenteuerroman braucht. Für mich klare fünf Sterne. Näheres gibt’s auf meinem Kanal auf YouTube: Fantastikfreund.
Eine gut geschriebene Geschichte über eine wahre begebenheit.
Das Buch hat mich selbst immer wieder zum Nachgrübeln gebracht. Wie hätte ich reagiert? Welchen Weg wäre ich mitgegangen?
Die Wager geht unter vor einer unbewohnten Insel. Die Crew ist schnell in zwei Lager geteilt. Welches ist der richtige Weg um dort wegzukommen?
Das Buch ist vielschichtig, mir ging es so, dass ich mal für das eine, mal für das andere Lager war. Es zeigt aber auch mal wieder, was passieren kann wenn man zu viel von sich hält.
Besonders der Schreibstil hat mir gefallen. Alles in allem ein gutes Buch.
...und es kommt mir vor, als hätten Inhalts-Beschreibungs-Personen das Buch nicht gelesen? 😵💫 Meuterei ereignet sich unspektakulär. Gestrandet werden Männer, die ohnehin verzweifelt, unlogisch handeln, ohne Fallhöhe durch ein nicht vorhandenes Gemeinschaftsgefühl von Beginn an. Außerdem ein Kapitän, dessen winziges Ego einem nicht egaler sein kann. Überall fragile Männlichkeit, nicht-spürbare Epik?! Und sowieso: wenn man Schiffsbegriffe nicht erklärt, muss man sie auch nicht nutzen. Ein Buch für leider in die Tonne, ich bin sauer.
Niemals hätte ich gedacht, dass ein Sachbuch solch eine Spannung erzeugen kann - unglaublich fesselnd beschreibt David Grann die Reise der Wager Mitte des 18. Jahrhunderts. Ich konnte das Buch kaum weglegen und habe richtig mitgefiebert, kaum zu glauben, was die Menschen auf dieser Reise durchgemacht haben. Ganz großer Lesetipp!
Eine Geschichte über Seefahrt, Meuterei, Mord und Schiffbruch.
Mein erstes Buch dieser Art, es hat sehr viele Quellenangaben, da viele Passagen aus Originalaufzeichnungen sind.
Eine tolles Buch mit der Geschichte über das 'Kriegsschiff' Wager und ihrer Reisenden und ihr Schicksal .
Was tragisch und traurig für manche endet.
An manchen Stellen ist es mir zu ausschweifend oder langwierig. Doch im großen und ganzen toll zu lesen und hoch interessant, da viel erklärt wird, was heute noch im Umlauf ist.
Mal wieder was historisches sollte es sein. Im letzten Jahr habe ich die Vorlage zu „Killers of the Flowermoon“ von David Grann gelesen und war fasziniert über die Ereignisse die er schilderte. Sein neustes Werk führt uns aufs Meer und berichtet über eine ausweglose Reise und deren drastische und dramatische Folgen. Es hat mir wieder sehr gefallen auf Spurensuche zu gehen und dem Schicksal der Mannschaft der „Wager“ zu folgen. Für Leser empfohlen die „Die Bounty“ mochten und die „Robinson Crusoe“ zu romantisiert fanden.
Aus allen Blickwinkeln gesehener Tatsachen-Roman,
Kapitän, Schiffsjunge, Fähnrich, Stückmeister und Zimmermann die nie die Schiffe wechselten wie zum z. B. Kapitäne oder Leutnants...
Wirklich spannend geschrieben, toll fand ich auch beim lesen, die zeitlichen Daten,
Z.B. " 3 Monate nach Auslaufen aus Portsmouth, oder 4 Wochen nach Verlassen der Wagner Island...
Habe auch immer wieder auf die abgedruckten Karten im Buchumschlag nachgesehen, weil ich so was von in der Geschichte hing, " ... nun ging es Nordöstlich weiter auf die 4 Felsen zu, Wind aus Osten ...."
Dann wieder Fußnote und Anmerkungen, Bild-Nachweise.....
Sehr Spannend.
Das Richtig Beste kam zum Schluss, der Epilog.
Tolles Buch, spannend und Erklärend.
Unglaubliche Arbeit damals und auch um das Buch zu schreiben.
Man(n) ist mit an Bord und auf der 🏝️
Ich muss ehrlich zugeben das der Roman so interessant geschrieben ist wie ich es mir von Moby Dick gewünscht hätte . Ich kann das Buch klar empfehlen für welche die auf der suche nach einem spannenden See und Schiffs Abenteuer sind .
Meiner Meinung nach Moby Dick klar vorzuziehen.
Ein grandios recherchiertes Sachbuch, welches sich wie ein Roman liest - und einige Überraschungen bereit hält.
Auf ein paar Gegebenheiten (bsp. Hierarchie, Krankheiten) hätte man meiner Meinung nach gerne noch mehr eingehen können, aber alles in allem trotzdem lehrreich und interessant.
📚 Wenn der Traum vom weiten Meer zum Alptraum wird 📚
Als eine kleine Flotte Kriegsschiffe im Jahre 1740 von der Royal Navy auf geheime Mission geschickt wird, ahnt niemand an Bord der HMS Wager, dass ihre Fahrt grausam enden wird.
Denn die durch Stürme und Krankheiten stark gebeutelte Mannschaft strandet auf einer einsamen Insel.
Und während der Kapitän David Cheap krampfhaft an seiner Rolle festhält, begehrt die Mannschaft auf.
Am Ende schaffen es einige wenige Überlebende zurück nach England.
Doch es war nicht der Untergang, der all die Tode gefordert hat.
Aber jeder Rückkehrer hat eine andere Version der Wahrheit im Gepäck.
⛵️🛶🌏
Diese wahre Erzählung setzt sich aus unterschiedlichen Tagebucheinträgen und Berichten zusammen. Klingt trocken, ist es aber nicht.
Ich fand es sogar spannend geschrieben. Und sehr gut recherchiert.
Und eins kann ich sagen: den Fähnrich John Byron mochte ich am liebsten.😊 (Der Vorfahre des Dichters Lord Byron).
Von ihm sind auch einige der Tagebuchauszüge, die ihn echt sympathisch wirken lassen. Was man leider über viele andere gaaarnicht sagen kann.
Spannende Abenteuergeschichte auf hoher See (meistens).
Selten hat mich ein Buch so gepackt wie dieses. Ein Drehbuchautor hätte sich nichts besseres oder spannender ausdecken können. Und das hier ist eine Dokumentation!...und zwar vom Feinsten.
Der Autor David Grann hat hier ein unglaublich spannendes Buch geschrieben. Unzählige Informationen wurden aus Logbüchern, Tagebüchern, Briefen und Gerichtsunterlagen zu einem wahren Abenteuerroman zusammenfügt. Ich hatte das Gefühl, ein Buch wie die Schatzinsel von Stevenson zu lesen. Es war an keiner Stelle langweilig und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Der Prozess am Ende hat mich etwas überrascht. Hier hätte ich für die eine oder andere Person ein anderes Urteil erwartet. Wer sich für die Thematik interessiert, macht mit diesem Buch auf keinen Fall etwas falsch.
Dieses Buch hat, auch wenn man das Ende jetzt bereits kennt, ähnlich wie die Schatzinsel großes Potenzial für einen weiteren Lesedurchgang. Von mir gibt es ganz klar 5 Sterne!
Logbücher bildeten auch die Grundlage für Abenteuergeschichten.
Die Erfindung des Buchdrucks und die Alphabetisierung weiter Teile der Bevölkerung, verbunden mit der Faszination der Neuentdeckungen jenseits von Europa, schufen einen großen Bedarf an Geschichten, wie sie die Seeleute seit Generationen in ihren Quartieren erzählten. Bereits 1710 notierte der Earl of Shaftesbury, dass Geschichten über die Seefahrt "heute die Funktion übernommen haben, die Bücher über Ritter für unsere Vorfahren spielten."
Die Bücher, die so entstanden - und die Fantasie von jungen Menschen wie Byron schürten -, glichen dabei häufig ihren Vorbildern, den Logbüchern, enthielten aber auch persönliche Gedanken, was sie zu Vorläufern des Individualismus macht.
- Zitat, Seiten 74,75
Dieses fundierte und zugleich faszinierende Sachbuch über historische Ereignisse im 18. Jahrhundert, die von Schiffbruch, Mord und Meuterei im Zusammenhang mit dem Untergang der Wager handeln, ist für die heutige Leserschaft von Autor David Grann wunderbar aufbereitet. Anschaulich und mit akkurater Darstellung vermittelt er die Fakten, die zu dem ungeheuerlichen Schiffbruch und seinen Folgen für die Mannschaft führten. Er setzt die Ereignisse in den historischen Kontext und zeigt auf, wie die damalige rechtliche Einordnung erfolgte und wie diese mit möglichen politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen zusammenhing. Auch die literarische Aufarbeitung ist ein Thema.
Einer der faszinierenden Mitglieder der Schiffsmannschaft dürfte der damals erst sechzehnjährige Fähnrich John Byron sein, der später der Großvater des berühmten Dichters werden sollte. Lord Byron soll einige persönliche Erlebnisse seines Vorfahren in seinem "Don Juan" verarbeitet haben, die auch im Buch zitiert werden.
Es ist also kein Wunder, dass dieser Bericht auch von einer gewissen literarischen Güte ausgezeichnet ist.
Der Autor hat aber nicht nur die umfangreichen schriftlichen Unterlagen durchforstet, er hat auch der Insel Wager, die nach dem Schiffsunglück benannt ist, einen dreiwöchigen Besuch abgestattet und sich ein eigenes Bild von den Lebensbedingungen der Gestrandeten gemacht.
Fotos von diesem Aufenthalt, sowie zeitgenössische Gemälde, Abbildungen und Karten findet man als Zusatzmaterial in der Mitte des Buches. Dabei wird die Praxis der Zwangsverpflichtung von Seeleuten zur Marine ebenso abgebildet, wie auch die schematische Darstellung von Amputationen und dem nötigen chirurgischen Instrument.
Nach diesen Ausführungen ist es kein Wunder, dass sich diese Geschichte tatsächlich eher wie ein Abenteuerroman liest, wobei die historischen Hintergründe natürlich immer sehr sachlich und akkurat dargestellt werden.
FAZIT
Wer hier als Leser mit an Bord geht, kann sich kaum vorstellen, wie es überhaupt möglich war, diese Fahrt zu überleben. Der Tod ging quasi schon mit an Bord und hier war die Möglichkeit, in einer Schlacht zu sterben, noch die geringste. Es ist auch gut dargestellt, wie sich Mangelernährung und schließlich der Hunger auf die Psyche und die Moral der Männer auswirken.
Aus diesem Bericht könnte man tatsächlich mehrere Romane machen - und einige Geschichten wurden bereits von den Ereignissen damals inspiriert! Dieses Buch von David Grann, übersetzt von Rudolf Mast, war eine tolle Lektüre.
Unbedingt lesenswert.
Einer der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ein Buch über Pflichtbewusstsein, Meuterei, Krieg und rationalem Handeln in extremsten Krisensituationen. Sehr empfehlenswert!
Das Buch über die Wager ist ungemein gut recherchiert. Es gibt Hinweise zu Quellenangaben.
Mir hat das Lesen viel Spaß bereitet und man bekommt einen sehr guten Eindruck wie es zu der Zeit in der British Navy zuging. Erschreckend fand ich auch den Einblick in die Zwangsverpflichtung . Das Leben auf See war von einer strengen Hirachie bestimmt.
Ein wirklich interessanter Erfahrungs- und Erlebnisbericht .
In "der Untergang der Wager" geht es um das Schiff "die Wager", die 1742 kurz nach der Umrundung der Küste von Kap Hoorn Schiffbruch erlitt. Ein Großteil der Crew kann sich zwar aufs Festland retten, muss nun allerdings gegen die Natur und die eigenen Bedürfnisse ankämpfen.
Ich war erst zwiegespalten, ob ich das Buch wirklich lesen soll. Die Handlung klang zwar sehr vielversprechend, aber ich wusste nicht, ob es nicht zu trocken für mich ist. Nachdem ich dann die Folge "Batavia: das Todesschiff" von dem True Crime Podcast "Mord auf Ex" gehört habe, wurde dann allerdings meine Neugier geweckt. Der Anfang war etwas zäh, da erst einmal in die damalige Szenerie eingeführt wird. Also welche Personen bekleiden welche Positionen, wie stellt sich die Schiffsflotte zusammen, wie ist die Befehlslage, was ist Fracht, wie ist die politische Lage und viele weitere Dinge, die man zum Verständnis der Situation benötigt.
Sobald die Wager aufbricht, wird es interessanter und man kann sich gut vorstellen, wie hart das Leben an Deck sein musste.
Der interessanteste Teil beginnt natürlich, als das Schiff kentert, denn jetzt muss sich die Mannschaft retten. An Land angekommen müssen sie nun versuchen mit dem, was sie haben, so gut es geht auszukommen. Das führt natürlich zu Spannungen innerhalb des Lagers und es bilden sich immer mehr Konflikte, bis es zur unvermeidlichen Eskalation kommt.
Das Buch war wirklich super spannend und las sich absolut nicht wie ein Sachbuch. Ich fand die Parallelen zu der Podcastfolge interessant, weil es zeigt, wie schnell die "Freundschaft" vorbei ist sobald man in eine verzwickte Lage gerät.
Das Ende hat mich auch sehr überrascht, vor allem weil natürlich alles aus Berichten von Zeitzeugen stammt.
Dieses Sachbuch liest sich wie ein Roman - die Welt auf einem Segelschiff im 18. Jahrhundert wird lebendig und spannend geschrieben. Der Schiffbruch und das nachfolgende Gestrandsein auf einer einer einsamen Insel und der Überlebenskampf der Seeleute lässt den Leser mitleiden und mitfiebern. Für alle Fans von „Master and Commander“.
"Wer nicht selbst erlebt hat, was wir durchgemacht haben, kann nicht verstehen, dass Menschen so herzlos sein und zusehen können, wie vor ihren Augen jemand verhungert, ohne dass jemand ihn beispringt. Aber der Hunger tötet jedes Mitleid." (Seite 260)
Wow! Was für ein absolut fein recherchiertes und hoch spannendes Meisterwerk unserer Geschichte, das zwar als Sachbuch betitelt wird, aber selbst einen Abenteuerroman in den Schatten stellt!
Man sollte schon etwas nautisches Interesse mitbringen, da viel Einzelheiten der Seefahrt erwähnt und erklärt werden, dennoch steht das Zwischenmenschliche der Besatzung ganz klar im Vordergrund. Und dieser Teil ist erschreckend, feinfühlig, nachvollziehbar, auf den Punkt herausgearbeitet und unvergleichlich nervenaufreibend.
Absolute Leseempfehlung!
Eine wahre Abenteuergeschichte!
Tosende See, knarrende Planken, Gischt, die über die Reling schwappt… so stellt man sich das Segeln auf einem Schiff im 19. Jahrhundert vor – und genau so war es. Doch die Männer auf diesen Schiffen erlebten nicht nur Abenteuer, sondern mussten sich auch immer der Gefahr für ihr Leben bewusst sein. Denn der Seeweg zu anderen Kontinenten war damals eben keine Luxuskreuzfahrt, sondern harte Arbeit mit entbehrungsreichen Monaten. Und der allgegenwärtigen Lebensgefahr, sei es durch Krankheiten oder schwere Stürme.
David Grann hat akribisch recherchiert, um die abenteuerliche Geschichte der „Wager“ und ihrer Besatzung so realistisch wie möglich nacherzählen zu können. Er wälzte Originaldokumente wie Tagebücher und Logbücher, die erstaunlicherweise noch vorhanden sind, und rekonstruiert so das schwere Los der Menschen, die auf der „Wager“ gen Südamerika unterwegs waren. Das Schiff sinkt, ein Teil der Besatzung kann sich mit Beibooten auf eine unbewohnte Insel retten – was dann passiert, ist schier unglaublich. Monatelang leben die Männer von Seetang und Schnecken in einer unwirtlichen Klimazone und schmieden trotzdem Pläne, wieder nach England zurückzukehren.
Doch der harte Kampf ums Überleben fordert seinen Tribut – es kommt zu Meutereien und sogar Mord. Umso erstaunlicher ist es, dass es schlussendlich tatsächlich ein kleiner Teil der Besatzung nach England zurück schaffen wird – nur um dort vor Gericht gestellt zu werden!
Die Geschichte um den Untergang der „Wager“ hat mehr, als man sich als Autor von Abenteuergeschichten ausdenken kann – und man sieht hier einmal mehr, dass die besten Geschichten immer wieder das Leben schreibt. Durch die Erzählweise von David Grann wird das Sachbuch lebendig und liest sich fast wie ein Roman. Wer etwas über die Seefahrt im 19. Jahrhundert erfahren möchte und eintauchen möchte in die Geschichte eines Schiffes und seiner Besatzung – in dem Wissen, dass es sich um wahre Begebenheiten handelt – der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen!
Das Buch liest sich wie ein großer Seefahrerroman und hält sich doch an die Quellenlage, ohne sich zu sehr auf eine Perspektive zu versteifen. Die Geschichte der Schiffbrüchigen Besatzung der Wager ist mittreißend, tragisch und doch manchmal auch hoffnungsvoll und berührend. Unbedingte Leseempfehlung nicht nur für bibliophile Seebären!
David Grann ist eigentlich kein Unbekannter. Letztes Jahr wurde das Buch *Ein Verbrechen* mit keinem Geringeren als Robert De Niro verfilmt. Grann hat ein Talent historische Ereignisse spannend und greifbar zu beschreiben. Ich mag historische Ereignisse, die Geschichte an sich. So auch hier. Oft fehlt einem jedoch die Zeit und auch der Anreiz nach geschichtlichen Ereignissen zu suchen. Umso schöner finde ich die Idee an sich, echte Ereignisse aufzugreifen und neu zu erzählen. Der Roman ist eine Mischung aus Sachbuch und Roman.
Faktisch basiert er auf Lokbücher und Daten aus dem 18 Jahrhundert. Ein königliches Schiff mit einer Besatzung von 250 Mann macht sich auf die Reise und erleidet im heutigen Chile Schiffsbruch. Zwei Drittel der Besatzung schaffen es auf eine Insel im Pazifik. Letztendlich erreichen aber nur knapp 30 Leute England wieder. Jeder mit einer eigenen Variante des Unglückhergangs.
Grann hat einen großartigen Erzählstil. Eindringlich, spannend und reell. Die Geschichte der Wager besagt, dass nach Schiffsbruch ein absolutes Chaos ausbrauch. Man spricht von Mord und Meuterei, von Hungersnot und Krankheiten. Ein jeder bezichtigt den anderen der Schuld. Letztendlich muss ein Kriegsgericht darüber entscheiden. Ich habe selten so ein spannendes Geschichtsbuch gelesen. Selbst ein klassischer Urlaubsleser hat an diesem Buch ganz sicher seine Freude. Wer Lust auf True Crime, Naturgewalt und echten geschichtlichen Background hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist kein Wunder, dass *THE WAGER* in anderen Ländern hochgelobt wird. Großes erzählerisches Kino weitab vom typischen Mainstream.
Spannend, nah und bildhaft erzählt David Grann vom Schicksal der Wager, die bei ihrer Mission kurz nach der Umrundung von Kap Hoorn Schiffbruch erleidet. Die Überlebenden, deren Zahl sich schon vor (!) Beginn der Reise stetig vermindert, sehen sich Hunger, Krankheit, Verzweiflung und Gewalt gegenüber. Wie überlebt man, wie handelt man, wenn es ums blanke Überleben geht? Welche Gesetze gelten? Dir der Natur oder die der zivilisierten Gesellschaft und der Navy? Eine unglaubliche Geschichte, die einen sprach- und atemlos zurücklässt.
David Grann lässt sehr oft die Männer über Originalquellen zu Wort kommen, was das Lesen zu einem besonderen Erlebnis macht.
Absolut empfehlenswert und zurecht ein Bestseller.
"Der Untergang der Wager" ist ein Sachbuch von David Grann, das die dramatische Geschichte des britischen Schiffes HMS Wager erzählt, das 1741 während einer geheimen Mission vor der Küste Patagoniens strandete. Das Buch beleuchtet die außergewöhnlichen Überlebenskämpfe der Besatzung, die Rebellionen und das schwindende Vertrauen unter den Seeleuten.
David Granns "Der Untergang der Wager" ist ein Meisterwerk der historischen Erzählkunst. Mit präziser Recherche und fesselndem Schreibstil bringt Grann die dramatische Geschichte des britischen Schiffsbruchs zum Leben. Das Buch zeichnet sich durch seine packende Darstellung der Überlebenskämpfe und die tiefgehende Analyse der menschlichen Natur aus. Jeder Satz ist mit Spannung geladen, und die authentischen Charakterporträts machen die Lektüre zu einem unvergesslichen Erlebnis. Granns Fähigkeit, historische Ereignisse so lebendig und mitreißend zu schildern, macht "Der Untergang der Wager" zu einem absoluten Muss für Geschichtsinteressierte und Fans spannender Abenteuerliteratur.
Super interessant, fühlt sich irgendwie an wie eine wilde Mischung aus Abenteuerroman und Sachbuch.
Der Autor reflektiert unglaublich woher welche Quelle ihr Wissen hat, inwiefern bestimmte Darstellungen durch Klassismus, Rassismus oder schlicht durch koloniale Sichtweisen geprägt sind und auch welche „Geschichte“ häufig vergessen wird. Insgesamt bekommt man dadurch einen guten Überblick über das Unglück der Wager, aber auch spannende Infos zur Nautik und Seefahrerei.
Ein Sachbuch, das sich wie ein Roman liest. Schiffbruch, Meuterei, Mord und die Geschichte, wie viel Leid und Entbehrungen Menschen aushalten können und das in Extremsituationen sich das schlechte und das gute im Menschen zeigen. Das Buch ist Geschichte zum mitfiebern und mitleiden. Eines der besten Sachbücher die ich seit langen gelesen habe.
1742 schaffen es 30 Männer zurück nach England. Sie erzählen von einer abenteuerlichen Fahrt entlang von Kap Hoorn, bei der sie strandeten und nicht alle überlebten. Sechs Monate später kommen drei weitere Besatzungsmitglieder zurück nach England und erklären, dass die 30 Männer Meuterei begingen. Wer sagt die Wahrheit und was trug sich wirklich zu? Ein Gericht muss die Entscheidung treffen.
Ich lese selten Sachbücher. Dieses hat mich dennoch aufgrund der Thematik angesprochen, nachdem eine englische Bloggerin sehr positiv darüber berichtet hat. Zudem hat es einen der Goodreads Choice Awards gewonnen, weshalb für mich klar war, dass ich für dieses Buch wirklich eine Ausnahme machen würde. Und es hat sich definitiv gelohnt.
Das Buch liest sich sehr angenehm flüssig. Auch wenn klar ist, dass dies ein Sachbuch ist, ist es teils doch beinahe wie ein Roman geschrieben. Ich wollte am liebsten gar nicht aufhören zu lesen und insbesondere nach etwa 130 Seiten wurde es immer spannender und interessanter. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor die Charaktere und Geschehnisse mit dem Zeitgeschehen verknüpft und dabei auch auf Literatur der Zeit zurückgreift. Ich hatte das Gefühl, nicht nur über den Untergang der Wager zu lernen, sondern auch mehr über die Zeit generell.
Das Buch ist extrem gut recherchiert, wovon insbesondere die vielen Zitationshinweise im Buch zeugen. Schön fand ich auch die Bebilderung, welche sich in der Mitte des Buches finden und die einige der Charaktere des Buches, die Schiffe und generelle Szenen der Zeit zeigen.
Fazit:
Ich möchte dieses Buch unbedingt allen ans Herz legen, die sich für Seefahrt oder die generelle Zeit um 1740 interessieren, egal ob man sonst gerne Sachbücher liest oder nicht. Hier lernt man so einiges und gleichzeitig übt dieses Buch einen Sog aus, wie es sonst eher ein Roman tun würde!
Ein hochspannendes Kapitel Geschichte, das einem Abenteuerroman in Nichts nachsteht!
„Wir alle neigen dazu, in den zufälligen Ereignissen unseres Lebens einen roten Faden – einen Sinn – zu erkennen. Wir durchstöbern unsere Erinnerungen und durchsuchen die Bilder, die sich dort angesammelt haben, um sie entweder aufzupolieren oder auszusortieren. So werden wir zu Helden unserer eigenen Geschichte, was es uns ermöglicht, mit dem zu leben, was wir getan und was wir gelassen haben. Die Männer jedoch, von denen hier die Rede ist, wussten, ihr Leben hing von der Geschichte ab, die sie erzählten. Geriet die nicht überzeugend, drohte ihnen nicht weniger, als an einer Rahe aufgegeknüpft zu werden.“ (S.17)
Ich lese nicht oft Sachbücher, aber dieses Buch hier sticht heraus durch: “Liest sich wie ein Thriller” , “True-Crime”, und “#1-New-York-Times-Bestseller und es ist super erfolgreich auf der ganzen Welt! Das hat mich extrem neugierig gemacht!
Wir befinden uns im Jahr 1740; England ist im Krieg mit Spanien und auf dem Höhepunkt des kriegerischen Geschehens tritt ein Geschwader aus mehreren Englischen Schiffen, darunter auch die Wager, eine Mission an; sie sollen den Schatz einer Spanischen Galeere an sich bringen. Dafür segeln sie über den Atlantik, an Afrika vorbei, längs Brasilien und Patagonien, umrunden das Kap Horn und weiter geht es auf dem Pazifik, entlang Chile und Peru, die von Spanien kontrolliert wurden, und dann wieder zurück nach England.
Das Kap Horn ist tückisch, das Geschwader bricht immer mehr auseinander, schließlich ist die Wager nur noch auf sich allein gestellt und erleidet Schiffbruch etwas nördlich von Kap Horn. Die Mannschaft rettet sich auf eine einsame Insel, die den Namen “Wager Island” bekommt. Der Untergang des Schiffes wird dem Kapitän David Cheap angelastet, da seine Befehle laut der Einschätzung Vieler zum Sinken der Wager geführt haben. Cheaps Autorität ist angeknackst und im Überlebenskampf auf der Insel zeigen sich die “wahren Anführer”, die, die einfach etwas an sich haben, das man ihnen folgt. So wird der Stückmeister John Bulkeley zum neuen Oberhaupt.
Als es darum geht, die Barkasse der Wager flott zu machen um von der Insel zu kommen und wieder nach England zu finden, gehen die Meinungen auseinander. Cheap möchte seinen militärischen Befehl weiterverfolgen und nach Norden, nach Chiloé, schippern um dort ein Schiff zu kapern und die Mission weiterzuführen, Bulkeley hingehen empfiehlt über Süden zu fahren, durch die Magellanstraße und dann wieder den Weg zurück, den sie gekommen sind. So spaltet sich die Gruppe und gibt es zwei Routen, die wieder nach Hause führen sollen. Wer kommt letztendlich wieder in England an, wer kommt vors Kriegsgericht und muss sich für seine Taten wie Mord und Meuterei verantworten?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich durch die ersten 130 Seiten etwas durchquälen musste. Nichtsdestotrotz liefert uns David Grann hier einen Basistock für die Geschichte; es geht um die geschichtlichen Hintergünde an sich, die damalige Zwangsrektrutierung der Seemänner, alles rund um den Schiffsbau, die damaligen Krankheiten, die Hierarchie auf einem Schiff, die Besatzung und Hintergründe zu den wichtigen Charakteren. Alles wichtig - trotzdem war es für mich ehrlicherweise etwas zäh zu lesen. Das mag aber auch daran liegen, dass ich solche Tatsachenberichte nicht so oft lese. Ab Seite 131, kurz bevor die Wager Schiffbruch erleidet, wurde es aber richtig spannend und ab da war ich vollends gefesselt vom weiteren Verlauf der Geschichte. Die Erzählung nahm ab hier auch etwas romanhafte Züge an, was mir absolut entgegen kam.
Durch mehrere Karten lassen sich die Wege der Schiffe gut nachverfolgen und immer wieder habe ich dorthin geblättert während des Lesens. In der Mitte des Buches gibt es auch noch einige farbige Abbildungen von Gemälden, Foto eines Logbuchs, Bilder der Orte, Kupferstiche, uvm. was das Ganze unheimlich bereichert hat.
Die Recherche von David Grann zu dieser Exkursion ist erschlagend; allein die Quellenangaben umfassen 60 Seiten. Und wenn er von den Kartons an Dokumenten berichtet, die er für die Recherche für dieses Buch durchgearbeitet hat, kann ich mich nur verneigen. Ein hochspannendes Kapitel Geschichte, das einem Abenteuerroman in Nichts nachsteht!
Lese-Empfehlung - 4 Sterne ⭐️!
Abenteuer, Krimi und Geschichte in einem.
Obwohl ich kaum Interesse an Abenteuerromanen, Nautik oder das 18Jhdt. habe, hat mich das Schicksal der Seefahrer nach nur wenigen Seiten nicht wieder losgelassen.
Dokumente, Tagebucheinträge und Logbücher lassen die einstigen Seefahrer lebendig werden und der Schreibstil lässt die Geschichte um den Untergang der Wager einem Krimi gleichkommen.
Ein unerwarteter Page Turner, der in seinen Sog Zieht.
Die mir unbekannten nautischen Begriffe haben meinen Leserausch nicht aufgehalten.