Die Fortsetzung von ,,Im Meer schwimmen Krokodile‘‘.
Enaiat hat es nach Italien geschafft, studiert, arbeitet und ist glücklich. Doch was ist mit seiner Familie in Afghanistan? Er schafft es nach langer Zeit mit seiner Mutter, seiner Schwester und seinem Bruder Kontakt aufzunehmen. Viele Jahre später erfährt Enaiat, dass seine ältere Schwester kurz vor der Geburt ihres fünften Kindes alleine ist und er beschliesst sie in Quetta, Pakistan, zu besuchen. Dort angekommen taucht er ab in Erinnerungen seiner Kindheit und seiner Heimat und ist überglücklich über das Wiedersehen seiner Familie. Ach, das Buch war sooo toll! Ich habe mich riesig gefreut, dass ich erfahren konnte wie Enaiats Geschichte weiterging. Und ich habe einen riesen Respekt für ihn und alle Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben. In diesem Teil erfahren wir mehr über die Geschichte Afghanistans, den Terror durch die Taliban und den ständig währenden Krieg. Er erwähnt auch, wie sehr die Leute aus seiner Heimat auf Hilfsorganisationen wie ,,Ärzte ohne Grenzen’‘ und ähnliche angewiesen sind, denn andere Gesundheitsvorsorge, Krankenhäuser und Nothilfe ist für sie nicht verfügbar. Ausserdem berichtet Enaiat von den imensen bürokratischen Hürden, die er und seine Familie überkommen mussten um sowohl zurück nach Pakistan zu kehren, oder nach Italien zu flüchten. Unzählige Botschaften und Geschäftsstellen, die in ihrer Tätigkeit kläglich versagt haben und das Leben dieser Leute beinahe unaufhaltsam machen. Ich habe wie bereits beim ersten Teil auf jeder Seite mitgelitten. Auch während dem Lesen dieses Buches wurde mir wieder einmal schmerzlich bewusst, wie privilegiert wir in unserem Teil der Welt doch sind. Klar läuft bei uns auch Vieles nicht richtig, aber wir sind dennoch verhältnismässig sicher und leben ein gutes Leben. Dafür sollten wir dankbarer sein. Und wir sollten Menschen mit solchen Geschichten (Krieg, Flucht, usw) stets mit offenen Armen willkommen heissen und ihnen helfen wo nur möglich. Wieder einmal: Grosse, grosse Empfehlung! Das sollte jede:r gelesen haben.




