Nebeneinander wird zum Miteinander - sprachlich modern aber einzelne berührende Momente gehen bei der Vielzahl an „offenen Türen“ leider unter.
Selten habe ich soviel Einigkeit bei einer Leserunde miterlebt: beim ersten Teil waren alle noch optimistisch, teilweise wurde ein wenig mit dem Stil gehadert. Doch im zweiten Teil hat der Roman gefühlt alle verloren. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich mir etwas komplett anderes vorgestellt hatte oder ob der Roman vor allem in der zweiten Hälfte zu viel gewollt hat. Der Klappentext verspricht einen Besuch in einem Haus in Wien, in das Kurt neu einzieht und nach und nach die Nachbarn kennenlernt. Einsamkeit und Anonymität in der Großstadt, die Probleme, die man mit Anfang 30 hat, das Hadern mit der eigenen Sexualität, unerwartete Beziehungen zu Menschen, die zufällig nebenan wohnen – all das hatte ich erwartet und vieles davon war auch präsent in „Tür an Tür“. Doch die für die Kürze des Romans viel zu komplexe politische Komponente, die im zweiten Teil überhandnimmt, ließ all das leider irgendwie untergehen. Schade, ich hätte gerne mehr über die einzelnen Figuren erfahren.
•TÜR AN TÜR• Schlüsselgeklapper, Öffnen des Briefkastens, das Knarzen der Treppenstufen - das Leben in einem Mietshaus kenne ich zu gut. Wie sieht es bei dir aus? I N H A L T: Wien, 2014: Kurt ist Anfang dreißig, angestellter Lehrer an einer Abendschule und homosexuell. Endlich kann er sich eine eigene Wohnung leisten, sodass er in ein in die Jahre gekommenes Mietshaus in Wien zieht. Zu Beginn stören Kurt die Geräusche der Nachbarwohnung. Doch schon bald geben sie Anlass mit seinem Nachbarn in Kontakt zu treten. Als sein bester Freund zu ihm zieht, ein Schüler Hilfe ersucht wird Kurt klar, was Familie bedeuten kann. M E I N U N G: Die kleinen Beschreibungen des Lebens in einem Mietshauses gelingt Autor Barta ganz hervorragend: das Surren des Fahrstuhls, das knarzende Parket und gedämpfte Geräusche aus der Nachbarwohnung! Kurt flüchtet vor dem WG-Trubel in die selbstgewählte Einsamkeit. Der Vibe der Mietwohnung kommt definitiv beim Leser:in an. Barta veranschaulicht das nebeneinander und miteinander Leben eines Wiener Mietshauses ganz vortrefflich. Statt der Anonymität stößt Kurt bald nach seinem Einzug auf eine tiefe Freundschaft zu seinem Nachbarn. Aus der Anonymität wird eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie verdrängt die Einsamkeit der Großstadt und lässt auf Liebeleien, politischen Interessen, Identität, Einsamkeit und alltäglichen Problemen einer Hausgemeinschaft blicken. Besonders einfühlsam und ruhig beschreibt Barta die Geräuschkulisse. Die Hellhörigkeit der Wände lässt tief in die Privatsphäre der Nachbarn blicken. Diese Szenen mochte ich besonders gern. Ein inniges Verhältnis zu dem Protagonisten konnte ich nicht aufbauen, was vermutlich an dem 204 Seiten dünnen Buch liegt. Viele großen Themen wurden knapp angesprochen, was ich sehr mochte.

Abgebrochen auf S. 138
Puh. Dieses schmale Büchlein will irgendwie mehr, als es kann. In wenig Seiten wird hier soviel Inhalt gestopft, wie nur möglich. Mir persönlich war das too much, auch wenn der Klappentext vielversprechend klang.

• TÜR AN TÜR • Schlüsselgeklapper, Öffnen des Briefkastens, das Knarzen der Treppenstufen - das Leben in einem Mietshaus kenne ich zu gut. Wie sieht es bei dir aus? 🚪 I N H A L T: Wien, 2014: Kurt ist Anfang dreißig, angestellter Lehrer an einer Abendschule und homosexuell. Endlich kann er sich eine eigene Wohnung leisten, sodass er in ein in die Jahre gekommenes Mietshaus in Wien zieht. Zu Beginn stören Kurt die Geräusche der Nachbarwohnung. Doch schon bald geben sie Anlass mit seinem Nachbarn in Kontakt zu treten. Als sein bester Freund zu ihm zieht, ein Schüler Hilfe ersucht wird Kurt klar, was Familie bedeuten kann. M E I N U N G: Die kleinen Beschreibungen des Lebens in einem Mietshauses gelingt Autor Barta ganz hervorragend: das Surren des Fahrstuhls, das knarzende Parket und gedämpfte Geräusche aus der Nachbarwohnung! Kurt flüchtet vor dem WG-Trubel in die selbstgewählte Einsamkeit. Der Vibe der Mietwohnung kommt definitiv beim Leser:in an. Barta veranschaulicht das nebeneinander und miteinander Leben eines Wiener Mietshauses ganz vortrefflich. Statt der Anonymität stößt Kurt bald nach seinem Einzug auf eine tiefe Freundschaft zu seinem Nachbarn. Aus der Anonymität wird eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie verdrängt die Einsamkeit der Großstadt und lässt auf Liebeleien, politischen Interessen, Identität, Einsamkeit und alltäglichen Problemen einer Hausgemeinschaft blicken. Besonders einfühlsam und ruhig beschreibt Barta die Geräuschkulisse. Die Hellhörigkeit der Wände lässt tief in die Privatsphäre der Nachbarn blicken. Diese Szenen mochte ich besonders gern. Ein inniges Verhältnis zu dem Protagonisten konnte ich nicht aufbauen, was vermutlich an dem 204 Seiten dünnen Buch liegt. Viele großen Themen wurden knapp angesprochen, was ich sehr mochte. 📖 Vom Nebeneinander zum Miteinander - Barta zeichnet einen situationsstarken Roman. Eine zuvor relativ anonyme Hausgemeinschaft eint die Geräuschkulisse, die dünnen Wände und das Miterleben der nachbarlichen Wohnung. Ein toller, moderner Roman der viele Themen szenisch spannend vereint.



