Ach, was für eine unglaublich niedliche Reihe das doch ist… und gleichzeitig macht es mich ein bisschen traurig, dass bald schon der letzte Band erscheint und die Reise von Senzou und Manpachi ihr Ende findet.
Aber bis es soweit ist, genieße ich Band 6 – und auch die vorherigen Bände – einfach immer wieder aufs Neue.
Diese Reihe fühlt sich für mich an wie ein sanfter Frühlingsanfang: warm, leicht und voller Herz. Doch dieser Band bringt plötzlich einen richtigen Frühlingssturm mit sich.
Senzou stellt sich endlich seiner Vergangenheit und erwacht wieder – doch die Ruhe hält nicht lange an. Plötzlich tauchen die weißen Füchse auf und beschuldigen ihn, etwas mit dem Erwachen von Gyokumen, dem neunschwänzigen Fuchs, zu tun zu haben. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, sorgen die Fragmente dieses mächtigen Wesens und das daraus strömende Miasma dafür, dass Wölfe, Füchse und andere Wesen den Verstand verlieren. Sie verlieren die Kontrolle über sich selbst und können nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden.
Die Situation spitzt sich immer weiter zu, und alles steuert auf einen großen finalen Kampf zu, der im letzten Band entschieden wird. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten zu sehen, wie diese wunderschöne, emotionale Reise zu Ende geht.
Humor, Herz, spannende Action und die geheimnisvolle, mystische Welt harmonieren einfach perfekt
Mit dem sechsten Band von "Der Fuchs und der kleine Tanuki" von Mi Tagawa merkt man nun deutlich, dass sich die Geschichte so langsam ihrem Ende nähert. Man spürt förmlich, wie sich die verstreuten Stränge der Abenteuer langsam verweben und ein Gefühl von Zusammenhalt und leiser Vorahnung entstehen lassen.
Um Spoiler zu vermeiden, habe ich lediglich nochmal die Inhaltsangabe vom ersten Band beigefügt: Vor langer Zeit gewährten die Götter einigen Tieren große Kräfte... aber nicht alle Tiere nutzten ihre magischen Fähigkeiten zum Guten. Als Senzou über die Stränge schlägt, verdonnert ihn die Sonnengöttin Amaterasu zur Strafe mit der Betreuung des Tanukis Manpachi. Natürlich ist der Fuchsgeist wenig begeistert von seinem neuen Job als Babysitter. Doch schnell erliegt er dem Charme des fröhlichen kleinen Kerls und gemeinsam stellen sie sich den Aufgaben der Wölfe, der Diener der Göttin – denn es gibt viele Abenteuer zu erleben in der Bakemono, der Welt der japanischen Mythenwesen.
Was mir bei diesem Teil allerdings direkt aufgefallen ist: Man muss wirklich konzentriert lesen. Viele Figuren und Ereignisse aus den vorherigen Bänden kommen hier zusammen, und es ist nicht immer ganz leicht, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig merkt man daran aber auch, wie viel Liebe zum Detail in dieser Welt steckt und wie sorgfältig Mi Tagawa ihre Figuren und Schauplätze gestaltet hat.
Nach wie vor ist Manpachi das Herz der Reihe. Seine ehrliche, unbeschwerte Art und sein Vertrauen in das Gute machen ihn zu jemandem, den man einfach lieb haben muss!
Am meisten angetan war ich dieses Mal aber von der Art, wie Mi Tagawa die weißen Füchse zum Leben erweckt hat. Sie bringen eine ganz eigene, elegante und fast schon ehrfürchtige Mystik mit in die Geschichte. Man hat das Gefühl, dass sie Wesen zwischen den Welten sind, denn ihre Erscheinung hat etwas Reines, fast Unantastbares, und gleichzeitig spürt man, dass hinter dieser Ruhe eine enorme Kraft verborgen liegt.
Aber auch die Action kommt erneut nicht zu kurz: Die Kämpfe sind aufregend und energiegeladen, und Mi Tagawas Zeichenstil überzeugt einmal mehr auf ganzer Linie – von den kleinsten Gesten bis hin zu großen Bewegungen und subtilen Emotionen.
Zum wiederholten Mal wird mir somit klar, warum ich diese Reihe so liebe: Humor, Herz, spannende Action und die geheimnisvolle, mystische Welt harmonieren einfach perfekt miteinander. Jetzt, wo das Ende in Sicht ist, steigt meine Neugier natürlich umso mehr – wie werden Senzou und Manpachi ihre Reise wohl zu Ende führen?