Es ist einfach nur großartig. Es wird komplexer.
Nachdem der fünfte Angel Sanctuary Manga Handlungsmäßig eine kurze Pause eingelegt hat um Platz für die Charaktere zu machen, sodass man als Leser noch mehr Hintergrundwissen und Verständnis von ihnen bekommt, war ich gespannt ob Band sechs wieder Action-mäßiger werden würde. Der Anfang ist auf jeden Fall nicht schlecht, denn es geht um Gott, Kain und Abel und wieso eine bestimmte Seele immer und immer wieder geboren werden müsste, nur um dann grausam zu sterben. Ich mag diesen nachdenklichen, fast schon zerstörerischen Teil dieser Geschichte. Kaori Yuki bietet in jedem Band eine kleine Prise Gott an, die ein wenig Hintergrundwissen vermittelt und doch nicht wirklich viel verrät, bis es zu den einzelnden schicksalhaften Situationen kommt und man nicht mehr im Dunklen steht. Die Haupthandlung besteht immer noch aus Setsuna, der im Reich des Hades nach der Seele seiner Schwester sucht und der heimlich geführte Machtkampf zwischen Rosiel und Sevothtarte. Dabei kommt es zu weiteren Geheimnisentlockungen verschiedener Engel und die Grundgeschichte war wieder auf Anhieb verständlich. Ich denke die Schwierigkeit in die Geschichte reinzukommen hatte ich wirklich nur die ersten drei Bände, wo alles noch so neu und unbekannt war. Die "Beziehung" zwischen Rosiel und Katan ist auch in diesem Band wieder vertreten und ich kann es kaum erwarten, mehr von den Beiden zu sehen. Verbotenes scheint die Mangaka perfekt zu beherrschen. Rosiel selbst ist wieder sehr undurchschaubar. Er ist definitiv kein normaler Engel, aber genau das macht es so spannend. Einerseits total zerstörerisch und andererseits doch ein winziges, winziges Stückchen sanft. Vielleicht interpretiere ich das auch falsch, aber wenn man bedenkt, wen er alles auslöschen will und warum, sollte sein Charakter irgendwie dunkler sein und das kommt nicht ganz bei mir an. Ich entwickle sogar immer mehr Sympathien für ihn. Was mich am meisten begeistert, ist wirklich wie sich manche Zeichnungen optisch verbessern. Besonders Setsuna sieht weicher aus als im ersten Band, wo sein Gesicht noch irgendwie eckiger war. Auch bei anderen Charakteren fällt auf, dass sich Yuki verbessert. Das ist wirklich toll. Am besten haben mir wieder die Dialoge zwischen Setsuna und Kato gefallen. Diese gegenseitigen Sticheleien sind einfach zauberhaft und das ständige aneinander Herummäkeln verleiht den vielen ernsten und gefährlichen Situationen etwas schräg humorvolles. Kaori Yuki hat mich wieder mitgerissen und nicht nur mehr von den Engeln preisgegeben, sondern auch den Dämonen einen weiteren Charakter hinzugefügt, der Angst verbreitet, aber über soviel Charme und Humor verfügt, dass man ihn doch ein wenig belächeln muss. Kurai, die Ogerprinzessin - eine meiner liebsten Charaktere, obwohl sie noch nicht so oft vorkam - bekommt in diesem Band ein wenig mehr Platz und ich bleibe dabei: Ich liebe sie!

