Ich mochte Band 8 sehr, weil die Handlung eine neue Richtung einschlägt und vieles in Frage stellt. Action und Story greifen stark ineinander und machen richtig neugierig auf mehr.
Ich hatte beim Lesen von Band 8 ständig dieses Gefühl, dass es kein klares Gut und Böse mehr gibt – und genau das hat mich so gepackt. Die Handlung verlässt hier endgültig die gewohnten Pfade und weitet den Blick auf die Welt außerhalb der Mauern, wodurch der Konflikt plötzlich eine völlig neue Dimension bekommt. Ereignisse, die lange vorbereitet wurden, entfalten jetzt ihre volle Wirkung und stellen vieles infrage, was ich zuvor für selbstverständlich gehalten habe. Besonders stark fand ich, wie Isayama die Perspektiven wechselt und Hintergründe zu Figuren liefert, die vorher eher als Gegner wahrgenommen wurden. Ihre Motive, ihre Vergangenheit und ihre inneren Konflikte sind nachvollziehbar dargestellt, ohne irgendetwas zu beschönigen. Dadurch wirken Entscheidungen schwerer und konsequenter, und jede Eskalation fühlt sich unausweichlich an. Auch die Action kommt nicht zu kurz: Die Kämpfe sind hart, chaotisch und visuell beeindruckend, bekommen aber durch den neuen Kontext eine ganz andere Bedeutung. Das größere Deluxe-Format verstärkt diese Wirkung enorm, da viele Panels mehr Raum zum Wirken haben und Details besser zur Geltung kommen. Kleine Abzüge gibt es für mich nur, weil die Informationsdichte stellenweise sehr hoch ist und man konzentriert lesen muss, um alles einzuordnen. Trotzdem ist Band 8 ein extrem wichtiger und starker Abschnitt der Reihe, der die Geschichte konsequent weiterentwickelt und deutlich macht, wie vielschichtig Attack on Titan eigentlich ist.


