Lovecrafts Schreibstil ist sehr flüssig und spielt durch seine bildliche Beschreibung mit der Vorstellung der LeserInnen. Es "passiert" zwar nicht wirklich viel, aber die Atmosphäre, die dabei entsteht und den Schrecken des Erzählers perfekt widerspiegelt, genügt vollauf. Wenn man im Hinterkopf behält, dass die Geschichte von 1926 stammt, ist der Horroreffekt durchaus erkenn- und erfahrbar. Was mich persönlich grundsätzlich bei Lovecraft stört, sind allerdings seine wenig tiefgehenden Charaktere, die für das Low-Fantasy-Genre in meinen Augen doch eher zentral sein sollten. So wird das Grauen zwar detailliert geschildert, und auch die Folgen für den Geist des Protagonisten Thurber, allerdings bleibt es dabei. Sogar Pickman, dessen unheimliche Werke im Vordergrund stehen, wird zwar etwas tiefgehender, aber dennoch abseits seiner unorthodoxen Methoden flach beschrieben.
10. Feb.Feb 10, 2024
Die Unheimlichen: Pickmans Modellby H. P. LovecraftCarlsen
