
Nicht so überzeugend wie Band 1
Die junge Krähenmagierin Stur trägt nun die Verantwortung für ihre eigene Krähenrotte und hofft darauf, dass Prinz Jasimir sein Versprechen hält, die Kaste der Krähen zu schützen. Doch genau das Gegenteil tritt ein, als Jasimirs Stiefmutter den König tötet und die Schuld den Krähen zuschiebt. Ein Kampf um die Zukunft des Königreichs beginnt, bei dem Stur auf die Unterstützung von Tavin, Jasimir und einer Menge Magie angewiesen ist. Da ich den zweiten Band relativ kurz nach dem ersten gelesen habe, war ich bereits nach wenigen Seiten wieder in der Welt von Sabor drinnen. Unterstützt wurde das Ganze durch den tollen Schreibstil von Margaret Owen. Dieser lässt sich flüssig lesen und weist viel Liebe zum Detail auf, sowohl Welt als auch Handlung sehr lebendig macht. Jedoch hatte das Kastensystem, wie bereits im ersten Band, für mich zu wenig Tiefe. Der Fokus liegt auf den Krähen, Habichten, Phönixen und Schwänen. Die anderen Kasten sind mehr Mittel zum Zweck, wenn Stur eine bestimmte Art von Magie benötigt, um sich aus einer brenzligen Situation zu befreien. Ein reduzierteres dafür detaillierter ausgearbeitetes System hätte mir besser gefallen. Auch wenn es keinen Zeitsprung zwischen Ende des ersten und Beginn des zweiten Bandes gibt, wirken die Charaktere erwachsener. Besonders Stur hat sich durch ihre neue Verantwortung als Flügelherrin weiterentwickelt. Diese Entwicklung spiegelt sich jedoch leider nicht in der Geschichte selbst wieder. Da die Zukunft des gesamten Königreichs auf dem Spiel steht hätte ich erwartet, dass es so düster und schwer weitergeht. Jedoch enthält der zweite Band wesentlich mehr humorvolle Dialoge und Passagen, in den sich die Charaktere selbst nicht wirklich ernst nehmen. Dadurch wurde die gewichtige Grundthematik leider stellenweise etwas ins Lächerliche gezogen. Wie bereits der erste Band ist auch Krähenzauber gut ausbalanciert zwischen Handlungs- und Beziehungsfokus. Da Prinz Jasimir auch einen größeren Anteil an der Geschichte erhält ergeben sich neue Beziehungsdynamiken, die sehr gut ausgearbeitet und vielschichtig waren. Das Ende konnte mich dann überraschen und bietet eigentlich das Potential für mehr Bücher aus der Welt von Sabor. Insgesamt ist Krähenzauber ein runder Abschluss der Sabor-Dilogie. Er konnte mich jedoch nicht so überzeugen wie der ersten Band, da mir die düstere und schwere Grundstimmung im Buch gefehlt haben. Es war mir stellenweise zu albern, was für mich dann sehr abrupt die Spannung aus der Handlung genommen hat.

















