29. Juli
Rating:4

In "Kinder von Fern" geht es - wie der Titel und das Cover bereits vermuten lassen - um Kinder und ihre Familien, die aus fernen Ländern wie Afghanistan oder Syrien flüchten mussten, da bei ihnen zu Hause der Krieg ausgebrochen war. Das Buch ist hochwertig verarbeitet mit dickem Papier und schönen Illustrationen. Die Geschichten erzählen von verschiedenen Kindern und Familien aus verschiedenen Ländern und zeigen, dass Flüchtlinge auch nur normale Menschen sind, die einiges hinter sich haben. Es erweckt Mitgefühl und Akzeptanz, vor allem da es sich bei den Hauptprotagonisten immer um Kinder handelt. Das Buch zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit ihren verschiedenen Glauben und Bräuchen sein können und wie viel Zusammenhalt und Solidarität bewirken kann. Alles in allem bringt dieses Buch Kindern auf eine wundervolle Weise das Thema Krieg und vor allem das Thema Flüchtlinge näher, sodass man schon im jungen Alter Verstehen lernt und das Thema nicht negativ assoziiert wird. Einen Stern muss ich abziehen dafür dass die Geschichten manchmal sehr abrupt im nirgendwo geendet haben gefühlt. Und weil es noch persönlicher hätte sein können irgendwie. Es hat sich manchmal doch noch sehr sachlich angefühlt, was dann eine gewisse Distanz schafft, anstatt uns mit den Charakteren zu verbinden. Abgesehen davon eine absolute Empfehlung!

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen
4. Juli
Rating:4

Martine Letteries „Kinder von fern“, illustriert von Elena Cavion, erzählt bewegend das Schicksal von vier Kindern, die aus unterschiedlichen Ländern geflohen sind und am Ende in einer niederländischen Willkommensklasse aufeinandertreffen. Diese Rahmenhandlung erlaubt einen berührenden, persönlichen Zugang zu Flucht und Ankommen – ohne je zu überfordern, aber auch ohne die Themen ganz auszublenden. Die Erlebnisse der Kinder sind in klarer, zugänglicher Sprache geschildert, sodass junge Leserinnen und Leser sich gut in die Figuren einfühlen können. Auffällig ist dabei, dass vieles nur angedeutet bleibt: Die Gründe für die Flucht – Krieg, Gewalt, Verfolgung – werden oft weichgezeichnet, vermutlich um der jungen Zielgruppe gerecht zu werden. Damit wird einerseits Rücksicht genommen, andererseits bleiben zentrale Ursachen abstrakt. Gerade die Schlussszene in der Willkommensklasse wirkt deshalb doppeldeutig: Sie vermittelt zwar Hoffnung und Zusammenhalt, blendet aber die realen Herausforderungen solcher Klassen aus, wie sie auch in Österreich existieren. Dort wie hier stehen solche Klassen in der Kritik, weil es an psychologischer Betreuung, Sozialarbeit und langfristiger Begleitung fehlt – die Kinder sollen vor allem „beschulbar“ gemacht werden, unabhängig von ihren oft sehr traumatischen Erfahrungen. Diese Ebene bleibt im Buch ausgeklammert. Ebenso ist es nicht die Realität aller Kinder, in solche Klassen zu kommen. Manche werden in eine, ohnehin schon schwierige, Klasse dazugesetzt, ohne zusätzliche Betreuung. Gleichwohl gelingt es Letterie und Cavion hervorragend, das Thema für Kinder verständlich, greifbar und emotional nachvollziehbar zu machen. Die Illustrationen sind detailreich und einfühlsam und tragen entscheidend dazu bei, die Figuren lebendig wirken zu lassen. „Kinder von fern“ ist ein wichtiges Buch, um Empathie zu fördern und erste Gespräche über Flucht und Ankommen anzustoßen – auch wenn es bewusst nicht alle Härten zeigt, die hinter diesen Geschichten stehen. Ich werde das Buch auf jeden Fall im Unterricht einsetzen.

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen
4. Juli
Rating:4

Martine Letteries „Kinder von fern“, illustriert von Elena Cavion, erzählt bewegend das Schicksal von vier Kindern, die aus unterschiedlichen Ländern geflohen sind und am Ende in einer niederländischen Willkommensklasse aufeinandertreffen. Diese Rahmenhandlung erlaubt einen berührenden, persönlichen Zugang zu Flucht und Ankommen – ohne je zu überfordern, aber auch ohne die Themen ganz auszublenden. Die Erlebnisse der Kinder sind in klarer, zugänglicher Sprache geschildert, sodass junge Leserinnen und Leser sich gut in die Figuren einfühlen können. Auffällig ist dabei, dass vieles nur angedeutet bleibt: Die Gründe für die Flucht – Krieg, Gewalt, Verfolgung – werden oft weichgezeichnet, vermutlich um der jungen Zielgruppe gerecht zu werden. Damit wird einerseits Rücksicht genommen, andererseits bleiben zentrale Ursachen abstrakt. Gerade die Schlussszene in der Willkommensklasse wirkt deshalb doppeldeutig: Sie vermittelt zwar Hoffnung und Zusammenhalt, blendet aber die realen Herausforderungen solcher Klassen aus, wie sie auch in Österreich existieren. Dort wie hier stehen solche Klassen in der Kritik, weil es an psychologischer Betreuung, Sozialarbeit und langfristiger Begleitung fehlt – die Kinder sollen vor allem „beschulbar“ gemacht werden, unabhängig von ihren oft sehr traumatischen Erfahrungen. Diese Ebene bleibt im Buch ausgeklammert. Ebenso ist es nicht die Realität aller Kinder, in solche Klassen zu kommen. Manche werden in eine, ohnehin schon schwierige, Klasse dazugesetzt, ohne zusätzliche Betreuung. Gleichwohl gelingt es Letterie und Cavion hervorragend, das Thema für Kinder verständlich, greifbar und emotional nachvollziehbar zu machen. Die Illustrationen sind detailreich und einfühlsam und tragen entscheidend dazu bei, die Figuren lebendig wirken zu lassen. „Kinder von fern“ ist ein wichtiges Buch, um Empathie zu fördern und erste Gespräche über Flucht und Ankommen anzustoßen – auch wenn es bewusst nicht alle Härten zeigt, die hinter diesen Geschichten stehen. Ich werde das Buch auf jeden Fall im Unterricht einsetzen.

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen
1. Juli
Rating:5

📚 "Kinder von fern" von Martine Letterie, mit Bildern von Elena Cavion (Carlsen Verlag) Samuel und Fatima kommen aus Syrien, Azad und Tamar aus Afghanistan. In beiden Ländern bricht plötzlich Krieg aus und alle vier müssen ihre Heimat verlassen. Sie haben alle unterschiedliche Hintergründe und Beweggründe, für ihre Flucht. Am Ende wird aus vier Schicksalen eine gemeinsame Geschichte, denn in den Niederlanden finden sie eine neue Heimat, neue Hoffnung und alte wie neue Träume. Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt lernen wir nacheinander die vier Kinder und ihre Geschichte kennen und was zu ihrer Flucht führt. In Teil zwei kommen die Kinder in den Niederlanden an und berichten von ihrer Zeit in der Asylunterkunft. Der letzte Abschnitt zeigt die vier in einer gemeinsamen Klasse und berichtet, welche Träume sie für die Zukunft haben. Der Schreibstil von Martine Letterie ist flüssig zu lesen und kindgerecht. Empfohlen ist das Buch ab 8 Jahren. Ich würde Eltern dennoch raten, gerade bei jüngeren Kindern beim Lesen dabei zu sein. So lassen sich Fragen und Gedanken, die beim Lesen entstehen, gut auffangen. Ein besonderes Highlight des Buches sind die vielen stimmungsvollen Illustrationen von Elena Cavion. Es gibt kaum eine Seite, die nicht gestaltet ist. Die Bilder passen hervorragend zur Geschichte und lassen den Leser sich den Kindern noch näher fühlen. Alles in allem ist "Kinder von fern" ein sehr gelungenes Buch, das schwierige Themen kindgerecht aufbereitet; mit einer Botschaft von Mut, Hoffnung und Neubeginn. Ich vergebe 5/5 ♥️.

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen
30. Juni
Rating:5

Geschichten über Flucht

Das Buch handelt von 4 verschiedenen Kindern, die aus ihrem Land geflüchtet sind. Zwei aus Syrien und zwei aus Afghanistan. Die Geschichten sind zwar fiktiv, beruhen aber auf wahren Ereignissen und sind so oder so ähnlich wahrscheinlich von vielen Kindern erlebt worden. Die Geschichten beginnen in dem Land der Kinder und zeigen ihren Alltag dort auf, bevor ihre Familien oder Teile ihrer Familie beschließen, in ein anderes Land zu flüchten. Die Flucht wird kindgerecht und in verschiedenen Episoden erzählt und vermittelt einen guten Eindruck von den Erfahrungen und Gefühlen der Kinder. Auch der Verlust der Kinder wird deutlich, sei es nun vom Vater, der von den Taliban mitgenommen wird und nie zurückgekehrt, zurückgelassenen Familienmitgliedern sowie oft dem gesamten Hab und Gut. Die Schicksale sind sehr berührend und Flüchtlingen wird dadurch ein Gesicht und eine Geschichte gegeben. Meine Kinder hatten beim Vorlesen viele Fragen und das Thema hat sie einige Zeit stark beschäftigt und auch etwas mitgenommen. Ein wichtiges Buch, das Empathie und Verständnis für ein besseres Miteinander vermittelt und zugleich aufzeigt, wie viel noch fehlt, um eine gerechtere Welt zu schaffen.

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen
28. Juni
Rating:5

Kinder bekommen von der aktuellen Flüchtlingskrise oft nur Bruchstücke mit – Bilder im Fernsehen oder Gespräche der Erwachsenen. Doch was bedeutet es eigentlich, fliehen zu müssen? Dieses Buch gibt kindgerecht, aber ehrlich einen Einblick in die Realität von Kindern, die ihre Heimat verlassen müssen. Statt abstrakter Berichte oder distanzierter Fakten schildert Martine Letterie die Geschichte aus der Perspektive von vier betroffenen Kindern. Jedes von ihnen erzählt von einer anderen Etappe der Flucht: vom ersten Moment der Angst, über die schwere Entscheidung der Familie, alles hinter sich zu lassen, bis hin zu den Strapazen der Reise. Besonders eindrucksvoll ist, wie das Buch die emotionale Seite sichtbar macht: die Unsicherheit, die Wut, die Sehnsucht nach Normalität – aber auch die Hoffnung auf ein besseres Leben in Sicherheit. Die Begegnung mit Schleppern, das tagelange Laufen oder die gefährliche Bootsfahrt über das Meer werden so beschrieben, dass Kinder sie verstehen können, ohne von den Details überwältigt zu werden. Unterstützt wird der Text durch die sensiblen Illustrationen von Elena Cavion. Sie ergänzen die Erzählung auf eine Weise, die Mitgefühl weckt, ohne die jungen Leser*innen zu überfordern. Was besonders positiv auffällt: Die Autorin urteilt nicht. Sie gibt den Kindern eine eigene Stimme und lässt ihre Gefühle für sich sprechen – ohne politische Belehrung oder moralischen Zeigefinger.

Kinder von fern
Kinder von fernby Martine LetterieCarlsen