
Marsmädchen - Zwischen Anziehung und Unsicherheit
„Marsmädchen“ erzählt von Miriam, die sich in ihrem Alltag eingeengt und orientierungslos fühlt. Als Laura neu in ihr Leben tritt, verändert sich vieles. Zwischen Freundschaft, Verliebtheit und Unsicherheit entstehen Gefühle, die Miriam selbst erst nach und nach versteht. Dabei geht es weniger um große Ereignisse als um innere Veränderungen, Sehnsucht und das Suchen nach dem eigenen Platz. Positiv ist vor allem die gefühlvolle und ehrliche Darstellung des Erwachsenwerdens. Unsicherheit, Eifersucht und erste intensive Gefühle wirken glaubwürdig und nahbar. Die Atmosphäre ist ruhig, manchmal fast träumerisch, und viele Gedanken von Miriam zeigen gut, wie verwirrend diese Lebensphase sein kann. Auch die Beziehung zwischen Miriam und Laura bleibt interessant, weil sie nie eindeutig oder einfach ist. Dadurch entsteht eine gewisse Spannung auf emotionaler Ebene. Ebenfalls gelungen ist, dass das Buch Themen wie Identität, Orientierung und Anderssein unaufgeregt behandelt. Nichts wirkt künstlich dramatisch, sondern eher wie ein echter Ausschnitt aus dem Leben. Manche Szenen besitzen dabei eine besondere Stimmung und bleiben im Kopf. Negativ fällt auf, dass die Handlung insgesamt recht dünn bleibt. Über längere Strecken passiert wenig, wodurch sich das Tempo langsam anfühlt. Viele Szenen bestehen aus Gedanken, Beobachtungen und kurzen Begegnungen, ohne dass sich die Geschichte deutlich weiterentwickelt. Dadurch entstehen auch Längen. Hinzu kommt, dass Laura als Figur sehr verschlossen bleibt. Das passt zwar zur Geschichte, sorgt aber auch dafür, dass manche Entwicklungen schwer nachvollziehbar wirken. Das offene und zurückhaltende Erzählen lässt zudem einige Fragen unbeantwortet. Insgesamt ist „Marsmädchen“ ein sensibles Jugendbuch mit starker Gefühlsseite, aber wenig Handlung und ruhigem Tempo. Emotional interessant, erzählerisch jedoch nicht durchgehend packend. Von mir 6 von 10 P. (Ein bereits rezensierter Titel aus meinem Bestand)





