Antionia ist jetzt eine Friedenswächterin, aber so richtig wohl fühlt sie sich bei ihrem neuen Job noch nicht. Das liegt vor allem daran, dass ihre neuen Teamkollegen ihr gegenüber sehr misstrauisch sind, vor allem Finn macht es ihr nicht leicht. Als dann der totgeglaubte Tai auftaucht, hat er es auf Toni abgesehen. Er fährt richtig starkes Geschütz auf und Toni muss sehen, dass sie ihr neues Team in den Griff bekommt. Ich war ganz überrascht als ich mitbekommen habe, dass des Teufels Kopfgeldjäger eine Fortsetzung bekommt. Für mich war diese Geschichte eigentlich abgeschlossen, aber die Autorin schüttelt da noch ein zweite Geschichte aus dem Ärmel, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Die Handlung wird wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Neben Toni und Alek kommt jetzt noch Tai dazu. Insgesamt war der 2. Teil noch einmal etwas düsterer, die Autorin lässt ihre Charaktere ganz schön leiden und schreckt auch nicht davor zurück, Charaktere sterben zu lassen. Toni hat es nicht leicht als Friedenswächterin, die Truppe ist ihr gegenüber sehr misstrauisch, aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Tai spinnt um sie herum seine Intrigen und teilweise sieht es gar nicht gut für Toni aus. Mir hat der 2. Teil auch wieder sehr gefallen. Es gibt jede Menge Aktion und Kämpfe, aber auch ein bisschen Romantik. Das Ende lässt vermuten, dass es noch einen 3. Teil geben wird. Von mir gibt es wieder die volle Punktzahl.
ACHTUNG! Band 2 der Reihe! Wer ist gut? Wer ist böse? Inhalt in eigenen Worten: Im gewohnt humorvollen Schreibstil verpackt die Autorin den weiteren Verlauf von Tonis Geschichte. Nachdem sie nun das neue Oberhaupt der Friedenswächter ist, steht die Welt Kopf. Ehemalige Feinde werden zu Freunden, ehemalige Freunde zu Feinden. Es ist nicht mehr wichtig auf welcher Seite man steht, sondern hinter was man steht. Und Toni steht auf der Seite der Menschen und der Erde. Doch der Teufel möchte die Erde, die Menschen, die Zwischengrenze zwischen Unten und Oben auslöschen. Er rekrutiert massenweise Dämonen unter den Menschen, um das Gleichgewicht zu kippen. Dabei hilft ihm insbesondere die Heuschrecke, ein neuer Bösewicht vor dem sogar die Bösen zittern. Toni und ihr Team müssen sich also zusammenraufen, die Heuschrecke ausfindig machen und die Pläne des unteren Reiches durchkreuzen. Ein Klacks sozusagen. Meinung: Wieder einmal entführt uns die Autorin ins düstere Flannmach mit ihrem genialen Schreibstil. Ihr Schreibstil ermöglicht einen durchweg flüssigen Leseverlauf, bietet spannend gesetzte Perspektivenwechsel und wie vorher auch schon – viel Sarkasmus. Duelliert wird im unteren Reich oft mit Worten, wodurch man viel Geplänkel, gut verpackte Beleidigungen und zwischen den Zeilen liest. Der Verlauf in der Fortsetzung gefiel mir sehr gut. Im ersten Band lag der Fokus noch sehr stark auf der Liebesgeschichte der Hauptcharaktere, dem Weltenentwurf und der Wesensvorstellung. In diesem Band werden Machenschaften gesponnen, Kriegsvorbereitungen getroffen und Ermittlungsarbeiten geleistet. Es war spannend mit zuraten, wer hinter dem Namen „Heuschrecke“ steckt, was das untere Reich geplant hat… und das Obere. Währenddessen erhalten alte Charaktere in diesem Band mehr Tiefe und Neue werden vorgestellt. Insbesondere Toni wurde in „Des Teufels Klinge“ vertieft. Ihre Vergangenheit wurde näher beleuchtet, ihr Misstrauen in Menschen und warum sie zum Einzelkämpfer wurde. Dabei zeigt sie sich von einer philosophischen, liebenswerten und selbstverständlich weiterhin humorvollen Seite. Sie habe ich noch ein Stückchen mehr ins Herz geschlossen. Auch Engel Alek erhält mehr Facetten. Seinen Charakter habe ich lange am kritischsten betrachtet. Doch nach und nach zeigt er loyale, kluge, strategische Züge und den Krieger in ihm. Dabei fehlen aber immer noch ein wenig Ecken und Kanten. Trotz allem bin ich also immer noch stark Team Tai. Er hat bereits so viel für Toni getan, sie auf ähnlicher Ebene verstanden und für sie beide gekämpft. In Band 2 werden einige Schattenseiten von ihm beleuchtet, aber er steht auch stark unter dem Einfluss der Dämonen. Zusammen mit der Heuschrecke, stellt er eine starke Gegnerfront dar. Sie sind tückisch, mächtig, effizient und sorgen für mehr Brutalität. Eine absolute Stärke dieser Reihe ist es jedoch auch, dass es kein schwarz und kein weiß gibt. Nicht nur die Gegnerseite wird näher beleuchtet, Nebencharaktere im Allgemeinen erhalten mehr Raum. Mein Highlight dabei war die Perspektive von Finn, Tonis Bruder. Einzig Lestat erhält traurigerweise weniger Seiten. Als Friedenswächterin des oberen Reichs versucht Toni ihren Vampirfreund aus den Angelegenheiten herauszuhalten. Dabei vermisst er seine beste Freundin und ich als Leserin vermisse Lestat. Fazit: Weiterhin eine genial geschriebene Geschichte mit einem interessanten Jäger-Konzept des Teufels. Wie ich es mir gewünscht habe, bekommen die Nebencharaktere mehr Platz in der Geschichte und das Pairing der Geschichte mehr Facetten. Auch weiterhin stehe ich zu Team Tai und bin nicht ganz überzeugt vom Engel bzw. der Kombi aus ihm und Toni. Die Handlung empfand ich nochmal als deutlich spannender, strategisch gut ausgearbeitet und die Bösen als schwer zu durchschauen. In meinen Augen hat Sandra Binder hier eindeutig nochmal oben draufgelegt.

