17. März
Rating:4

Ein Auftakt mit viel Potential (Spoiler enthalten)

Die Grundidee des Buches hat mir wirklich gut gefallen – sie ist originell und macht neugierig auf mehr. Besonders der Einstieg konnte mich schnell abholen. Emma fand ich zu Beginn noch sehr sympathisch. Ihre Film- und Serienzitate sowie ihre Vergleiche haben dem Ganzen eine lockere, moderne Note gegeben, die ich mochte. An einigen Stellen konnte ich mich auch gut mit ihr identifizieren (zum Beispiel bei ihrer Meinung zu Thor). Allerdings hat sich mein Eindruck von ihr im Laufe der Geschichte verändert – und leider nicht zum Positiven. Gegen Ende wirkt ihr Verhalten auf mich zunehmend unreif. Obwohl sie sich an einem fremden Ort befindet und sich in einer für sie völlig neuen Welt bewegt, fehlt mir stellenweise ein gewisses Maß an Vorsicht oder Anpassungsfähigkeit. Stattdessen verhält sie sich oft sehr frech und impulsiv, was für mich schwer nachzuvollziehen war. Diese Entwicklung fand ich im ersten Band noch gerade so erträglich, zieht sich für mich aber leider auch in den zweiten Teil weiter und wird dort deutlich anstrengender.

Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnis
Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnisby Asuka LioneraCarlsen
8. März
Rating:5

»Weil ich laut meiner Bestimmung mein ganzes Leben lang einsam sein sollte. Ich hätte nie jemanden treffen dürfen, dem … mein Herz gehört.«

Manchmal stolpert man völlig zufällig über ein Buch – und manchmal schreit einen ein Klappentext so laut an, dass man eigentlich keine Chance mehr hat, daran vorbeizugehen. Genau so war es bei Göttliches Gefängnis. Eine Archäologin, eine Höhle, ein gefesselter Wolf und nordische Mythologie? Das klang so sehr nach meinem Ding, dass ich praktisch gar nicht anders konnte, als dieses Buch zu lesen. Und dann kam noch der Moment, in dem klar wurde, dass es um Fenrir gehen könnte – meine persönliche Lieblingsfigur der nordischen Mythologie. Spätestens da war ich endgültig verloren. Die Geschichte beginnt mit Emma, einer ehrgeizigen Archäologin, deren Hauptziel nach einer gescheiterten Beziehung eigentlich nur noch finanzielle Unabhängigkeit ist. Als schlecht bezahlte Praktikantin ist sie davon allerdings ungefähr so weit entfernt wie Thor von einem bescheidenen Ego. Trotzdem reist sie für eine Ausgrabung nach Island – nur um dort festzustellen, dass niemand sie vom Flughafen abholt. Also sucht sie Schutz vor dem Schneesturm, stolpert in eine Höhle und findet dort… einen gefesselten riesigen Wolf. Was tut man in so einer Situation? Richtig. Man rennt weg. Emma allerdings entscheidet sich für Option B: Sie befreit den Wolf. Dass der Wolf anschließend auf sie losgeht, überrascht ungefähr niemanden. Emma versucht zu fliehen, stürzt, schlägt sich den Kopf – und als sie wieder aufwacht, liegt plötzlich ein nackter Mann mit Hundeohren auf ihrem Bauch. Zugegeben, es gibt definitiv unangenehmere Arten aufzuwachen. Der Mann stellt sich als Wulf vor. Und weil man einen nackten Mann mit Hundeohren natürlich nicht einfach in einer isländischen Höhle zurücklassen kann, nimmt Emma ihn kurzerhand mit nach Deutschland. Man könnte jetzt glauben, Emma handelt aus reiner Selbstlosigkeit. Aber nein – sie hat durchaus einen Plan: herausfinden, was oder wer Wulf wirklich ist, darüber eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und idealerweise berühmt werden. Ein sehr archäologischer Ansatz. Das Problem: Emma hat absolut keine Ahnung von nordischer Mythologie. Ihr gesamtes Wissen stammt ungefähr aus dem Marvel-Film Thor. Entsprechend dauert es eine ganze Weile, bis ihr dämmert, mit wem sie sich da eigentlich eingelassen hat – obwohl Wulf durchaus ein paar Hinweise fallen lässt. Und als Leser sitzt man währenddessen daneben und denkt sich regelmäßig: „Emma. Bitte. Es ist wirklich nicht so schwer.“ Genau daraus entsteht ein großer Teil der Spannung. Die Geschichte lebt weniger von Action oder großen Kämpfen, sondern von kleinen Dramen, vielen offenen Fragen und dem ständigen Warten darauf, wann Emma endlich eins und eins zusammenzählt. Der Moment kommt natürlich – allerdings erst, als Emma Wulf nach Asgard folgt und dort feststellt, dass niemand besonders begeistert davon ist, ihn wiederzusehen. Und am Ende des Bandes fällt schließlich die große Wahrheit: Wulf ist niemand anderes als Fenrir, der Weltenzerstörer. Was mir besonders gefallen hat, ist die Wahl des Love Interests. Statt eines strahlenden Helden wie Thor oder eines charmanten Tricksters wie Loki bekommt man hier Fenrir – eine Figur, die in der Mythologie oft als Monster dargestellt wird, obwohl sie eigentlich eher ein Opfer ihrer Bestimmung ist. Gerade diese Perspektive macht die Geschichte spannend. Auch Emma als Protagonistin hebt sich angenehm von vielen typischen Fantasy-Heldinnen ab. Sie entspricht nicht dem klassischen Schönheitsideal, ist größer, hat ein paar Kurven mehr und interessiert sich deutlich mehr für Ausgrabungen als für Make-up. Eine erfrischende Abwechslung zu den sonst so häufigen „klein, zierlich und überirdisch hübsch“-Heldinnen. Der Schreibstil von Asuka Lionera ist – wie gewohnt – sehr flüssig. Die Seiten lassen sich leicht weglesen, der Humor sitzt an vielen Stellen genau richtig und die Dialoge sind oft angenehm bissig. Auch wenn das Buch insgesamt eher wenig actionreich ist, entsteht durch die Mythologie, die Geheimnisse um Wulf und Emmas stetige Ahnungslosigkeit eine Spannung, die einen bis zum Ende dranbleiben lässt. Und ja, ich gebe zu: Ich habe mir mehr als einmal frustriert die Hand vor die Stirn geschlagen, während Emma mal wieder ein offensichtlich riesiges mythologisches Puzzle-Teil übersieht. Aber nicht jeder beschäftigt sich freiwillig mit nordischer Mythologie – und genau das macht einen Teil des Charmes dieser Geschichte aus. Am Ende bleibt für mich ein unterhaltsamer Auftakt mit einer ungewöhnlichen Figurenkonstellation, einer spannenden mythologischen Grundlage und einer Protagonistin, die zwar manchmal etwas länger braucht, dafür aber herrlich menschlich wirkt. Für mich hat sich das Ganze definitiv gelohnt.

Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnis
Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnisby Asuka LioneraCarlsen
15. Nov.
Rating:4

😄😁😄😁😕😄😁😄😯😄😁😊😁😄😁😄😁😊😁😄😁😄😁😄😊😁😄😁😄🥰😁😄😁😄😁😄😍😁😄😆😄🤩😠😁😄😁😄😁😄😁😠😄😁😄😁😄😁😠😄😁❤️

Fantasy: 1 ⭐️ Romantik: 1 ⭐️ ❤️❤️Wulf❤️❤️ 2. Band?: Ja

Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnis
Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnisby Asuka LioneraCarlsen
7. März
Rating:4

Rezension: (kann Spoiler enthalten) Ich wollte so gerne mal wieder etwas mit nordischer Mythologie lesen, da kam mir "Son of Darkness" als Teil meiner 24 für 24 natürlich recht. Und es hat mir auch wirklich gut gefallen. Ich mochte die Story rund um Wulfs Geheimnis eigentlich gerne, auch Emma fand ich als Figur prinzipiell ganz interessant. Nur was die Anziehung zwischen beiden angeht, konnte ich das einfach nicht so fühlen. Es ging alles so schnell. Und ich frage mich ja irgendwie schon, warum Emma als studierte Archäologin wirklich so wenig Ahnung von nordischen Göttern hat. Aber gut, dafür fand ich die Handlung eigen ziemlich interessant und durchaus spannend, wenn *ACHTUNG FETTER SPOILER* es dann auch nach Asgard geht und all die Götter da Radau machen *SPOILER ENDE*. Ich hoffe, davon sehen wir in Band 2 noch mehr und ich bin mal gespannt, was die Autorin noch so aus der nordischen Mythologie gemacht hat. 4 Sterne

Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnis
Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnisby Asuka LioneraCarlsen
1. Jan.
Rating:3

Nach "Feral Moon" war ich überzeugt, dass diese Autorin nichts falsch machen könnte - naaaaaa ja, da lag ich falsch. :D Offenbar bin ich doch noch mehr eine Setting-Leserin als ich dachte, denn während mich Feral Moon schon in der Leseprobe so packte, dass ich die ganze Reihe kaufte, war ich mit "Göttliches Gefängnis" eher bei einem sehr lauwarmen Start. Hätte ich das als Leseprobe begonnen, wäre das Werk nicht eingezogen (und der zweite Teil erst recht nicht). Emma ist Archäologin/Praktikantin/ .... irgendwie wird mir nicht so ganz klar, was sie da macht, weil es so eine untergeordnete Rolle spielt. Leider sieht man von ihrer Arbeit und ihrer Rolle da im Team recht wenig, denn das wird nur gebraucht, um den Plot ins Rollen zu bringen. Wäre sie eine Rucksacktouristin gewesen, die beim Wandern in die Höhle fällt und Wulf findet, es wäre genauso plausibel gewesen und irgendwie wirkte das alles sehr konstruiert auf mich. Die ganze Reise nach Island für 48 Stunden ohne dass isländisches Flair aufkommt, die Begegnung mit Wulf, die einfach hanebüchern ist stellenweise, und dann Emma, die sich nie richtig entscheiden kann, was sie jetzt eigentlich für ein Ziel verfolgt. Das war mir viel zu plump, dass die Anziehung immer wieder alles andere überdeckt, dann aber doch diese "er ist meine Entdeckung, ich werde mit ihm reich und berühmt"-Gedanken kamen. Mit Wulf im Gepäck zurück in Deutschland geht es nicht besser weiter. Fantasyflair? Kaum vorhanden. Alles tritt hinter der Annäherung zurück, so dass der Roman zu zwei Dritteln eine Romanze des Schemas "sie wollen, aber ..." ist, inkl. dämlicher bester Freundin von Emma, die man auch null versteht und wo auch Emmas Erklärungen es nicht besser machen. Das fand ich sehr schade, vor allem da ich nicht wirklich weiß, warum es diese Rolle überhaupt gebraucht hat, und dann auch noch als Freundin. Da hätte mir ein bisschen wahre Unterstützung statt so ein Biest besser gefallen. Erst sehr spät kommt endlich der nordische Anteil und damit der Phantastik-Anteil in die Geschichte. Ab hier konnte es mich mehr fesseln und ich bin gespannt, wie es mit Emma und Wulf weitergeht im zweiten Teil, vor allem, nachdem der Prolog da sehr großes Drama verspricht.

Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnis
Son of Darkness 1: Göttliches Gefängnisby Asuka LioneraCarlsen