25. Mai
Rating:5

Der lange Hall des Missbrauchs

Margarets Kindheit ist geprägt von der innigen Freundschaft zu ihrer Freundin Biddy und: schwierigen Familienverhältnissen. Ihre Mutter Elisabeth ist herrisch und kalt, ihr Bruder Neal hingegen lässt ihr eine Aufmerksamkeit zukommen, die sie so nie wollte. Der familiäre Missbrauch verfolgt sie bis ins Erwachsenenalter und als das Leben der Mutter dem Ende zugeht, startet Margaret einen nüchternen Aufarbeitungs- und Befreiungsversuch. "Schlaf" von Honor Jones ist ein bewegender Roman, der vor allem durch die Authentizität der Protagonistin und ihren emotionalen Kampf um Selbstbestimmung besticht. Margaret scheint von sich selbst entrückt zu sein, kapselt ihre Gefühle hab, wirkt dadurch nüchtern, distanziert und manchmal auch naiv. Lange Zeit ist es ihr nicht möglich, sich von ihrem kindlichen Ich zu befreien, erst im Laufe der Zeit, als sie zu reflektieren beginnt, gelingt es ihr an Stärke zu gewinnen - und sich nicht immer alles gefallen zu lassen. Die Kälte und die Manipulation, die ihr ihre Mutter zukommen hat lassen - und die ihr auch im Erwachsenenalter noch immer zu Teil wird, ist beklemmend, man fragt sich, wie es möglich ist, dass man sein eigenes Kind so für die eigene Selbstdarstellung missbrauchen kann. Durch die nüchterne, aber eindringliche und oft kindliche Sprache gelingt es der Autorin, dass man beim Lesen selbst den riesigen Kloß spürt, den Margaret mit sich herumschleppt. Dass sich die Protagonistin als Erwachsene von der für sie unbefriedigenden Ehe mit Ezra befreit, deutet auf ihren Befreiungsschlag in Richtung Selbstbestimmung hin. Doch Elisabeth, ihre Mutter, will sie nicht loslassen, hält sie in starren Fängen, die es Margaret nicht ermöglichen sollen, eigenständig zu sein. Besonders gern spielt sie die Karte der umsorgenden Oma aus, die der eigenen Tochter auch noch ihren kruden Erziehungsstil aufdrücken will. Ein Lichtblick ist die tiefe Verbundenheit mit der Kindheitsfreundin Biddy, die unumwunden an ihrer Seite ist und Margaret nimmt, wie sie ist, auch wenn nicht immer alles aus- und angesprochen wird. Die Autorin erzeugt besonders damit eine Sogwirkung, dass vieles nicht explizit geschildert wird, sondern eher angedeutet und vor allem die Auswirkungen auf die Psyche der Protagonistin dargestellt wird. So wird vermittelt, wie schwer es ist, aus sich selbst auszubrechen, um sich von den sozialisierten Lasten zu befreien. Auch die Bewusstseinsbildung für das Geschehene kommt erst im Laufe der Zeit zum Vorschein. Margaret kämpft tapfer und traut sich irgendwann auch zu konfrontieren. Mein Fazit: "Schlaf" ist ein gelungener Roman über die tiefen Kerben einer Kindheit, die geprägt ist von Missbrauch, Verdrängung und Schweigen, deren Vollumfänglichkeit aber erst im Laufe eines Lebens bewusst wird. Es ist ein berührendes Buch über eine Selbstermächtigung, deren Schmerz man aber auch aushalten muss. Eine Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf psychische und teilweise auch körperliche Gewalt einzulassen und nicht wegzuschauen.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
8. Mai
Rating:4

Margaret lebt als alleinerziehende Mutter mit ihren Töchtern Helen und Jo in New York. Sie ist geprägt von ihrer Kindheit mit einer narzisstischen Mutter, die nun im Sterben liegt. Margaret kehrt nun ins Elternhaus in New Jersey und zu der sterbenden Elisabeth zurück. Sie muss Abschied nehmen, aber auch Ungesagtes aus der Kindheit bereinigen und sich ihren Erinnerungen stellen. Honor Jones hat ihrem Debütroman den Titel "Schlaf" gegeben und tatsächlich ist der Zustand des Schlafes ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Protagonistin Margaret erfährt nämlich nachts, als Zehnjährige, Übergriffe durch ihren älteren Bruder. Diese werden jedoch äusserst sachlich und unaufgeregt erzählt. Die Kindheit Margarets, in einer eher toxischen Familie, dient als Einstieg in das Buch. Sie wächst mit Bruder Neil, Vater Hugh und Mutter Elisabeth auf und zumindest zwei der vier Familienmitglieder sind psychisch seltsam. Bruder Neil ist nicht nur seltsam, sondern auch übergriffig. Mutter Elisabeth ist immer bereit ihre Tochter zu piesacken und den Sohn vorzuziehen. Mir hat das kleine Mädchen, deren Stütze und Halt nicht etwa Vater Hugh, sondern ihre beste Freundin Biddy ist, leid getan. Es gibt da ein paar Passagen, da lief es mir trotz aller Sachlichkeit kalt den Rücken hinunter. Abrupt wechselt die Geschichte nach einem Drittel und Margaret ist 35 Jahre alt, geschieden, Mutter von zwei kleinen Töchtern und geprägt von der schwierigen Kindheit und der Beziehung zu ihrer Mutter. Sie hat sich zu einer überbehütenden Mutter entwickelt und muss sich nun mit dem baldigen Tod ihrer Mutter auseinandersetzen. Margaret denkt oft zurück an ihre Kindheit und kurze Einspieler davon wurden in die Handlung in der Gegenwart eingesetzt. Horor Jones schreibt in einem leicht holperigen Schreibstil. Zum grössten Teil ist der Stil sachlich, was einerseits bei oben erwähnten Passagen erleichternd ist und andererseits halt auch automatisch zu den Figuren eine Distanz erzeugt.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
30. Apr.
Rating:3.5

Ein Sommer hat sich in Margarets Kopf festgesetzt, verfolgt sie wie ein schlechter Traum. Nur, dass es eben keiner ist. Kurz vor ihrer Pubertät ist sie sexuell missbraucht worden - von ihrem eigenen Bruder. Nun, selbst Mutter von zwei kleinen Töchtern, versucht sie das, was ihr passiert ist zu verarbeiten - und vor allem ihre Mutter zu verstehen, die damals weggesehen hat. Honor Jones beschreibt in "Schlaf" genau diese Mutter-Tochter-Beziehung, die von Härte, Ignoranz und Abwertung geprägt ist. Margaret kämpft um die Anerkennung und Liebe ihrer Mutter, läuft aber immer wieder gegen hohe Mauern. In "Schlaf" geht es aber auch um die Lebensrealitäten heranwachsender und erwachsener Frauen, die sexualisiert oder für ihre Sexualität beschämt werden. Das, was Honor Jones erzählt ist meist ganz leise, transportiert durch einfache Beobachtungen, die ohne Bewertung daherkommen und sich manchmal auch erst ganz langsam und sachte zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Mir haben diese Beobachtungen unheimlich gut gefallen. Dennoch war das Buch für mich an einigen Stellen zu langsam, Margaret blieb mir als Protagonistin irgendwie zu fern und ich konnte nicht immer alle ihre Eigenarten nachvollziehen. Dennoch habe ich "Schlaf" gerne gelesen und finde, dass es vor allem wegen der Auswirkungen von Traumata auf das spätere Leben ein guter Read ist.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
24. Apr.
Rating:3

Atmosphärisch, etwas distanziert

In "Schlaf" von Honor Jones geht es um Margaret. Sie wächst in einem New Yorker Vorort auf, der alles andere als eine Idylle ist. Sie ist gefangen zwischen einer kaltherzigen Mutter und einem übergriffigen Bruder. Jahrzehnte später kehrt sie zurück, um die kranke Mutter zu pflegen. Der Roman beleuchtet in verschiedenen Zeitebenen das Thema Verdrängung und die komplizierte Mutter-Tochter-Dynamik. Der Schreibstil ist ruhig, bildhaft und schafft eine dichte Atmosphäre. Besonders die Dynamiken innerhalb der Familie werden in den ersten Kapiteln spürbar, ohne dass alles direkt ausgesprochen wird – das ist sprachlich wirklich überzeugend gelöst. ​Die Erzählweise ist etwas zurückhaltend. Obwohl man viel über Margarets Vergangenheit erfährt, blieb sie für mich als Charakter etwas distanziert und nicht ganz greifbar. ​Im späteren Verlauf verliert sich die Handlung teils in Nebensträngen, die für mich nicht immer notwendig gewesen wären. „Schlaf“ ist ein leiser Roman mit einer starken Grundidee. Wer feinfühlige Literatur über Familienabgründe schätzt und keinen Spannungsbogen braucht , wird die Atmosphäre mögen.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
21. Apr.
𝘚𝘤𝘩𝘭𝘢𝘧 ist ein leiser und dennoch eindringlicher Roman über Vergangenheit, Familie und die Spuren, die sie hinterl
Rating:3

𝘚𝘤𝘩𝘭𝘢𝘧 ist ein leiser und dennoch eindringlicher Roman über Vergangenheit, Familie und die Spuren, die sie hinterl

🥀 𝘌𝘴 𝘸𝘢𝘳 𝘯𝘶𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘍𝘳𝘢𝘨𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘋𝘪𝘴𝘵𝘢𝘯𝘻, 𝘦𝘴 𝘨𝘪𝘯𝘨 𝘥𝘢𝘳𝘶𝘮, 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘦 𝘋𝘪𝘯𝘨𝘦 𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘳𝘪𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨𝘦𝘯 𝘈𝘣𝘴𝘵𝘢𝘯𝘥 𝘻𝘶 𝘣𝘦𝘵𝘳𝘢𝘤𝘩𝘵𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘦 𝘨𝘢𝘯𝘻 𝘯𝘢𝘩 𝘩𝘦𝘳𝘢𝘯𝘻𝘶𝘩𝘰𝘭𝘦𝘯 💭 Schon das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen und im Laufe des Buches wurde ich überrascht, schockiert, sprachlos, verwirrt, gelangweilt und auch etwas enttäuscht. 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘢𝘧 ist ein Roman, der sich leise entfaltet und dabei immer tiefer unter die Haut geht, am Ende aber nicht ganz das halten kann, was ich mir davon versprochen habe. Im Zentrum steht Margaret, eine taffe und selbstbewusste Frau, die versucht, eine gute Mutter und Partnerin zu sein. Doch die Last ihrer Vergangenheit macht ihr das nicht immer leicht. Ihre innere Zerrissenheit ist immer wieder spürbar. Eine ebenso prägende Figur ist ihre Mutter Elizabeth. Meinungsstark, kontrollierend und gefangen in veralteten Rollenbildern, übt sie einen starken Einfluss auf Margaret aus. Gleichzeitig wird deutlich, dass sie selbst Teil eines Systems ist, das Frauen klein hält. Gerade diese komplexe Mutter-Tochter-Dynamik macht den Roman grundsätzlich sehr eindringlich. Der Roman lässt sich als Familienporträt über mehrere Jahrzehnte einordnen, mit einem starken Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen, generationsübergreifende Prägungen und ungelösten Konflikten. Zentrale Themen sind das Verabschieden eines sterbenden Menschen und Kindheitstraumata, aber auch veraltete Geschlechterrollen und die Frage, wie sehr diese das eigene Leben beeinflussen. Dabei zeigt das Buch, wie stark die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Der Roman ist dabei in zwei Zeitebenen gegliedert: Im ersten Teil begleitet man Margaret in ihrer Kindheit, im zweiten als Erwachsene und Mutter. Dieser Aufbau hilft, ihre Entwicklung und Verhaltensweisen in gewissen Situationen besser nachzuvollziehen. Der Schreibstil ist ruhig und eindringlich. An manchen Stellen hätte die Geschichte jedoch etwas kompakter sein können, doch insgesamt passt das Erzähltempo gut zur Thematik. Was mich am meisten gestört und enttäuscht hat, ist, dass das Potenzial der Geschichte zwar spürbar ist, aber nicht konsequent ausgeschöpft wird. Die Themen werden angerissen, aber nicht tief genug aufgearbeitet. Hier hätte ich mir deutlich mehr Konsequenz und emotionale Wucht gewünscht, statt eines eher schnellen Abhandelns. Ich bleibe zwiegespalten zurück. 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘢𝘧 ist ein leiser und dennoch eindringlicher Roman über Vergangenheit, Familie und die Spuren, die sie hinterlässt, aber sich nicht traut sein Potenzial auszuschöpfen und mich dadurch leider nicht vollständig überzeugen konnte. ⭐️⭐️⭐️☆☆ (6/10)

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
20. Apr.
Rating:3.5

New Jersey: In einem herrschaftlichen Haus wächst Margaret gemeinsam mit ihrem Bruder Neal in besten gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Margarets Mutter "herrscht" geradezu in diesem Haus, ist immer wieder unnahbar und dann wieder zu unberechenbaren Reaktionen imstande. Eines Tages entdeckt Margaret im Badezimmer ein Loch in der Wand, in der sie eine Kamera findet. Es stellt sich heraus, dass ihr Bruder diese dort versteckt hat, um sie mit seinen Kumpels zu filmen. Als Margaret ihn vor ihrer Mutter damit konfrontiert und möchte, dass sie das Videoband abspielt, steht ihre Mutter ihr nicht bei und vermeidet die Konfrontation. Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Neill nachts in Margarets Zimmer kommt. Margaret stellt sich schlafend. Sie weiß sich in den Situationen nicht zu helfen, da es laut der Mutter untersagt ist, die Zimmertüren abzuschließen - aus Brandschutzgründen. Margaret ist auf sich allein gestellt. Auf ihre Mutter kann sie sich nicht verlassen. "Sie ließ das Licht an. Sie blieb so lange wach, wie sie konnte, bis tief in die langen Stunden des Erwachsenenabends, und dann noch länger, bis in die dunkle Verlassenheit." Nach 25 Jahren lebt Margaret gemeinsam mit ihren beiden Töchtern in New York. Sie hat sich von ihrem Mann Ezra getrennt und beide teilen sich das Sorgerecht. Immer wieder treten für Margaret die Schatten der Vergangenheit zutage, immer wieder hat sie mit den Nachwirkungen ihrer Kindheit und Jugend zu kämpfen. Nachts kann Margaret kaum schlafen, bei Geräuschen empfindet sie Paniksignale. Insbesondere bei der Erziehung ihrer Töchter begleitet Margaret eine permanente Angst, dass den beiden etwas zustoßen könnte. Mit ihrer Mutter Elizabeth pflegt Margaret eine distanzierte Mutter-Tochter-Beziehung. Zu viele Verletzungen musste Margaret erfahren und zu viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Immer noch versucht Elizabeth Margaret zu bevormunden und zeigt deutlich ihre Missbilligung für deren Lebensstil. Als Elizabeth allerdings plötzlich unheilbar krank wird, kehrt Margaret zurück ins Haus der Eltern und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Insbesondere da ihr Bruder Neal ebenfalls mit seiner Familie vor Ort ist und seine eigenen Interessen verfolgt... "Schlaf" ist der Debütroman von Honor Jones, in dem sie in sieben Teilen die Beziehung von Margaret und ihrer Mutter beschreibt. Überaus gelungen fand ich, dass Vergangenheit und Gegenwart dabei besonders gut ineinandergreifen. Der Roman springt zwischen den beiden Zeitebenen hin und her und schafft so, den Lesenden die Auswirkungen von Margarets Traumata als Erwachsenen Frau und Mutter näherzubringen. Die Folgen der Kindheitstraumata im Erwachsenenalter insbesondere in Bezug auf die eigene Mutterrolle fand ich gut beschrieben, auch wie sich Margaret diesen stellt. Ebenso wurde meiner Meinung nach den Lesenden die Mutter-Tochter-Beziehung sehr bildhaft dargestellt. Die Beziehung mit Margarets Bruder im Erwachsenenalter, vor allem die Auseinandersetzung über die Traumata fand ich am Schluß ein bisschen zu verkürzt geschildert. Insgesamt aber ein Buch, das ich gerne gelesen habe und allen empfehlen kann, die sich für Romane über familiäre Traumata interessieren.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
12. Apr.
Rating:4

Dieses wunderbare und ruhig geschriebene Buch hat wirklich Eindruck hinterlassen. Der Schreibstil von Honor Jones ist beeindruckend klar und man muss einfach am Ball bleiben, damit man am Ende erfährt wie die Geschichte um Margaret, ihre Mutter Elizabeth und den beiden Kinder Jo und Helen ausgeht. Margaret hatte definitiv nicht die leichteste Kindheit, aber dennoch musste ich mich oft fragen, warum sie in manchen Momenten so reagierte, wie sie reagiert hat. Wieso hat ihr niemand je richtig zugehört, oder sich gar ihrer besten Freundin Biddy anvertraut? Viele Fragen, allerdings ein Ende was nicht alle zufriedenstellend beantwortet. An dieser Stelle hätte ich mir ein bisschen mehr Input für den Leser gewünscht. Deswegen habe ich ein Stern abgezogen. Positiv hervorzuheben ist das wirklich sehr ansprechende Cover, genau so kann man sich wohl Margarets Elternhaus vorstellen. Das Cover ergibt also eine schöne Verbindung zur Geschichte. Wunderbar. Ich vergebe 4 von 5 Sternen für ein schönes Buch, dass ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
5. Apr.

Abgebrochen..

Ich finde es sehr schwer die richtigen Worte zu finden, aber ich hätte es echt gerne mögen wollen. Das Cover finde ich unheimlich gut gelungen und auch der Klappentext versprach mir viel. Jedoch bin ich irgendwie mit der Art des Schreibens nicht zurecht gekommen. Es ist sehr ausschmückend, sehr ausladend geschrieben. Ich konnte mich Margaret nicht wirklich nähern uns es hat sich für meinen Geschmack alles sehr distanziert angefühlt. Vielleicht lag es auch daran, dass mich persönlich eine gewisse Sache getriggert hat,und es für mich schwer war,danach wieder ins Buch zu finden. Letztendlich habe ich es bedauerlicherweise abbrechen müssen,weil ich den Zugang zur Geschichte verloren habe und mir die Protagonisten auch nicht näher gekommen sind. Trotzdem bin ich der Meinung,dass sich natürlich jeder seine eigene Meinung dazu bilden sollte :)

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage
30. März
Rating:5

Leise - intensive Kindheit

Ich konnte bereits in die Leseprobe hineinlesen und war gespannt was mich erwartet. Das erste Kapitel erzählt die Jugend von Margaret die mit ihrem 13jährigem Bruder Neal und ihrer Mutter Elizabeth in einer Villa wohnt. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist lieblos und nicht einfach und wird durch Kontrolle dominiert. Auch das ihr Bruder sie sexuell berührt, lässt sie kalt. Auch als Erwachsene wird das Verhältnis nicht besser. Die Passagen der Kindheit sind sehr intensiv. Das Nicht-sehen-Wollen war unfassbar. Also auch kein Wunder, das dies auf die eigenen Kinder übertragen wird. Ich kenne dies leider auch aus eigener Erfahrung. Dies ist ein toller Roman, wo sich eine Erwachsene mit dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter auseinander setzen muss. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen- Lesehighlight Danke an vorablesen und Ullstein Verlag https://www.ullstein.de/

Schlaf
Schlafby Honor JonesUllstein Buchverlage