So viel zu unlearnen!
Ich weiß nicht, wie dieses Buch mich stimmt. Es ist vollgepackt mit Wissen, es ist auch vollgepackt mit Hoffnung aber es hinterlässt mich etwas hoffnungslos, da die Menschen, die dieses Buch lesen, wahrscheinlich in Teilen schon informiert sind, intersektional systemkritisch denken und das eigene Verhalten reflektieren. Es ist wichtig, dass dieses Buch mehr Menschen lesen, jeder Essay darin ist relevant, auch wenn bei mir einige Kapitel besonders hängen geblieben sind "Unlearn Verdrängung" - ich wünsche mir wirklich sehr, dass diesen Essay, der auch ein wunderbarer Einstieg war, viele Menschen aufgeschlossen lesen oder hören. Hier fängt meiner Meinung nach auch das Problem an und ist der Grundpfeiler für Industrien, weiter klimaschädlich zu agieren. "Unlearn Ableismus" - Menschen mit Behinderungen müssen endlich miteinbezogen werden, weil sie sonst nicht mitgedacht werden. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich mit Ableismus befasse und trotzdem war dieser Essay wieder so augenöffnend! "Unlearn Automobilität" - ein Auto bedeutet für viele Freiheit. Auch für mich. Mittlerweile nutze ich es selten und lege meine alltäglichen Strecken mit den Öffis zurück. Trotzdem ist der Gedanke von Freiheit noch eng mit dem Auto verknüpft. Das liegt aber daran, dass die Anbindungen und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln noch immer nicht flächendeckend bereitgestellt ist und es gleich viel schwieriger und unglaublich viel teurer wird, sobald man mit einem großen ängstlichen Hund reisen möchte. Da nehm ich dann doch lieber das Auto. Natürlich hinterfrage ich nun noch mehr, für welche Fahrten ich das Auto wirklich brauche und innerhalb eines Verbundsgebiets ist das Reisen mit meinem Wauzi auch irgendwie möglich. Aber darüber hinaus, mit Koffer und Hund und Hundereisetasche und Co. Mit den Öffis eine längere Strecke zurücklegen. Vor allem viel genutzte Strecken in überhitzten und überfüllten Zügen? Hier muss dich ebenfalls dringend etwas ändern und neu gedacht werden. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten als Standard gedacht und priorisiert werden, sodass reisen für jemensch möglich und einfach ist. Sei es für kleine Strecken im Alltag, oder mehrere 100 Kilometer zu Freund:innen und Familie. "Unlearn Wachstum" - unfassbar wichtig, Wachstum neu zu denken und die Muster dahinter zu erkennen. "Unlearn Mode" - großartig und hier können wir auch individuell viel tun! "Unlearn Desinformation" - das könnte so augenöffnend für viele Menschen sein. Vielen Menschen fehlt auf Grund der Verdrängung auch die Fähigkeit zum kritischen Denken und die Medienkompetenz. Wenn das nur mal in der Schule gelehrt würde. Aber auch die anderen Essays wie "Unlearn Arbeit" und "Unlearn Energie" stecken voller innovativer Ideen, sind spannend und bereichernd. In "Unlearn Gesundheit" hab ich viele für mich das erste Mal gut aufgeschlüsselte Informationen mitgenommen auch unsere Atmosphäre betreffend. Und es hat mich irgendwie niedergeschlagen zurückgelassen. Egal wie sehr wir auf unsere Gesundheit individuell achten, es gibt so viele Faktoren, auf die wir nur gemeinsam Einfluss nehmen können. Und obwohl ich Unlearn Patriarchy 1 und 2 bereits gelesen habe, habe ich hier aus dem Essay "Unlearn Patriarchat" in Einbezug des Themas Klimawandel doch wieder einiges mitgenommen und wieder mal gemerkt, wie tief das Patriarchat in allen Bereichen verankert und wie unendlich schädlich es ist. Schenkt dieses Buch euren Verwandten und Freund:innen, für Lesefaule auch als Hörbuch eine tolle Idee. Vieles ist irreversibel, aber trotzdem dürfen wir nicht aufhören für das Klima und somit einzig für uns zu kämpfen. Wie in einem der Essays noch mal mit anderen Worten betont wurde, braucht die Erde und die Natur uns nicht. Aber wir brauchen sie.










