21. Apr.

"Und ich war da" ist ein Roman über den zweiten Weltkrieg, ist dabei aber viel mehr eine Erinnerung, ein Zurückblicken. August Unterseher denkt zurück an sein Leben, an das Aufwachsen am Bauernhof des Vaters und in der Hitlerjugend, den Tod seines Bruders, die Verletzungen durch den Krieg, und wie er zum Henkershelfer der NS-Schergen wurde. Vor allem aber stellt das Buch die Frage, warum der Protagonist, wie viele andere, diesen Weg geht Ich fand es durch den flüssigen, direkten Schreibstil des Autors einfach schön zu lesen und verhandelt dabei Fragen nach Motivation und Handlungsfähigkeit. Am besten gefiel mir aber, dass sich der ganze Roman liest wie eine Erinnerung. Eins zieht sich durch die Geschichte: Die Hauptfigur August Unterseher. Eigene Entscheidungen scheint er keine zu treffen — weil er das nicht kann, weil sich alles irgendwie ergibt? Beim Lesen fragt man sich ständig: Was hätte er wohl anders machen können?

Und ich war da
Und ich war daby Martin BeyerUllstein Buchverlage