Die Autorin berichtet von ihren tatsächlichen Erfahrungen in Spitzbergen und schildert alle schönen und schrecklichen Momente. Teils is das Buch so atmosphärisch geschrieben und so bildhaft, dass man sich alles richtig gut vorstellen kann!
Als Leser entwickelt man den Wunsch die Landschaft mit eigenen Augen zu sehen und gleichzeitig entwickelt man eine Ehrfurcht vor der (unbarmherzigen) Natur.
Ich habe zwischendurch echt den Wunsch gehabt, mal eine Zeit dem gestressten Alltag und dem Überfluss zu entfliehen. Die Autorin hat deutlich gezeigt, es gibt einiges, was man in der Wildnis lernen kann!
So ein greifbarer und erlebbarer Bericht! Auch wenn ich mir nie vorstellen kann, dass Worte ausreichen, um eine Polarnacht mit 8 Monaten ohne Vitamine und auf engstem Raum in der Dunkelheit bei bis zu minus 35 Grad zu beschreiben. Das ganze geschrieben und durchlebt von einer Frau in den 1930ern macht dieses Buch umso besonderer und bedeutender!
„Nein, die Arktis gibt ihr Geheimnis nicht her für den Preis einer Schiffskarte. Man muss hindurchgegangen sein durch die lange Nacht, durch die Stürme und die Zertrümmerung der menschlichen Selbstherrlichkeit.“
"Die Arktis ist die Zone der Welt, wo der Himmel die Erde berührt. Nicht jeder erträgt das große Licht, nicht jeder die große Finsternis, nicht jeder die große Einsamkeit."
Erschienen im Jahr 1938 erzählt das Buch die autobiografische Reise der Erzählerin Christiane Ritter. Man merkt die Jahre spätestens anhand der überholten Rollenbilder, die kontinuierlich gezeichnet werden. Gleichzeitig stecken in den Kapiteln so viele zeitlose Wahrheiten über die Natur, die Entschleunigung, das menschliche Naturell usw., dass ich es ohne zu zögern weiterempfehlen würde.
"Die Arktis ist die Zone der Welt, wo der Himmel die Erde berührt."
Christiane Ritter, eine österreichische Malerin, war 37 Jahre alt, als sie dem Ruf der Arktis (und dem ihres Mannes 😉) folgte und im Juni 1934 für 1 Jahr nach Spitzbergen ging. Der norwegische Name für Spitzbergen lautet Svalbard - Kühle Küste
Dort lebte sie mit ihrem Mann und dem 27jährigen Norweger Karl in einer primitiven Hütte auf engstem Raum. Zum nächsten Nachbar, "dem nördlichsten Schweden der Welt" waren es gute 100 km, zur nächsten Siedlung mehrere Hundert Kilometer.
Während die Männer oft tage- oder gar wochenlang auf Jagd gingen, verbrachte sie die Zeit allein in der Hütte, trotzte Stürmen und Kälte und erledigte die täglich anfallenden Arbeiten.
Christiane Ritter gelingt es in ihrem Buch, welches 1938 erschien, einzigartig, nicht nur die Strapazen und Tücken des Alltags zu beschreiben, sondern auch die karge und dennoch faszinierende Schönheit der arktischen Natur. Mit einer gewaltigen Sprache lässt sie uns teilhaben an rauen Landschaften, nahendem Packeis, Polarlichtern, dem schwarzblauen Meer, Ausflüge in Fjorde und rotsandige Lagunen und dem grellen Weiß des Winters. Als Malerin hat sie hierfür einen ganz besonderen Blick. Einzelne Zeichnungen und Aquarelle im Buch geben hier einen kleinen Eindruck.
Der andere Aspekt, der mich sehr beeindruckt hat, ist ihre Beschreibung der Auswirkungen ihrer Erlebnisse, der Entbehrungen, Naturgewalten und der Einsamkeit auf die menschliche Psyche.
"...wer weiß es, daß der Mensch in der totalen Einsamkeit, wo die Anregung und der Widerhall durch den Mitmenschen fehlt, schließlich an das Ende des eigenen Ichs gerät? Wo beginnt der Mensch, wo hört er auf? Wo ist das Leben? Keine Antwort, nichts. Mt Entsetzen ohnegleichen schaut er in seine eigene abgrundtiefe Leere."
Ein unglaublich beeindruckender und faszinierender Erlebnisbericht!
Christiane Ritter verstarb mit 103 Jahren in Wien.
#bookies #ookstagramgermany #lesenverbindet #lesenmachtglücklich
Ich bin so froh, es als Hörbuch genossen zu haben, denn beim Lesen hätte ich bestimmt am Schreibstil zu knabbern gehabt. So konnte ich mich einfach fallen lassen und mit der Protagonistin die Polarnacht durchleben und staunen. Ich weiß nicht, woher diese Faszination für Bücher, die im ewigen Eis spielen rührt, aber ich bin jedesmal wieder hin und weg.
Lieblingszitat: "Man muss allein sein in der Arktis, um sie wirklich zu erleben. Es gibt da Überraschungen in der Weltferne und der langen Dunkelheit, denen man in solcher tiefgründigen Eindeutigkeit sonst kaum begegnet. Unter anderem – wer weiß es, dass der Mensch in der totalen Einsamkeit, wo die Anregungen und der Widerhall durch den Mitmenschen fehlt, schließlich an das Ende des eigenen Ichs gerät? Wo beginnt der Mensch, wo hört er auf? Wo ist das Leben? Keine Antwort, nichts. Mit Entsetzen ohnegleichen schaut er in seine eigene abgrundtiefe Leere. Vielleicht muss sie fühlbar werden, diese letzte Verlassenheit, damit der Mensch zu Kreuze kriecht, um dann das Eigentliche zu erleben."
Dies ist das Tagebuch einer Frau, die gut ein Jahr mit ihrem Mann und einem weiteren Jäger in Spitzbergen gelebt hat. Das Buch lebt von den atemberaubenden Beschreibungen der Natur. Ich mochte am meisten die Passagen, in denen Christiane auf sich selbst gestellt war und sowohl mit der Einsamkeit umgehen musste als auch ihr Überleben absichern musste.
Aus heutiger Sicht gibt es zwar sexistische Stellen, aber das Tagebuch ist von 1934 und da waren die Zeiten noch anders.
Mich hat es sehr beschäftigt, dass sie ihr kleines Kind bei den Großeltern gelassen hat, das Kind aber nur zweimal kurz Erwähnung fand.
Fazit: Tolles Buch für die kalte Jahreszeit.
Abenteuerliche Reise der etwas anderen Art.
An den Schreibsstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dennoch tolles Buch mit Illustrationen der Autorin.
Ein Buch mit faszinierenden literarischen Bildern, allerdings muss ich wieder einmal feststellen, dass solche Reise-/Abenteuerberichte einfach nicht meins sind ... Für mich bleiben die Emotionen einfach zu fern und die literarische Tiefe mit dem Zauber der Natur kommen in diesen Berichten für mich persönlich nicht in einen Einklang, der mich berührt.