Am Anfang hat mich das ein bisschen an Vampire Diaries erinnert. Als ich dann aber so richtig im lesen war, fand ich die Geschichte um Amber, Julius und das Messer echt spannend. Zwischendrin gab es mal eine Flaute, aber alles in allem echt gut. Wer Vampir-Storys mag, ist hier gut aufgehoben.
Hachja, manchmal überkommt es mich einfach.. dann sehe ich ein Buch, bei dem mir das Cover total gut gefällt und zack... ist es einfach so in meinem Warenkorb verschwunden, ohne dass ich etwas dagegen tun kann. So war auch bei diesem Buch. Als ich etwas bei Rebuy bestellen wollte, war dieses Buch in den Empfehlungen und zack.. ist es einfach so in den Warenkorb gehüpft. Julius Lawhead ist bereits über 200 Jahre alt und nennt Los Angeles sein Zuhause. Hier lebt er mit seinem Clan, auch wenn er selbst eher die Einsamkeit vorzieht und sogar auf einem alten Friedhof nächtigt. Als der Vampirjäger Frederik sich in den Tod stürzt, bekommt Julius die Aufgabe das Messer zu finden, mit welchem Frederik reihenweise Vampire getötet hat. Das Messer allerdings wurde schon längst an einen Erben weitergeben, welchen Julius nun ebenso finden muss. Bei dem Erben selbst handelt es sich um Amber. Sie ist Frederiks Schwester und hatte bis dato keine Ahnung, was ihr Bruder in seinem Leben wirklich tut, was es mit dem Messer auf sich hat. Julius, welcher das Messer besorgen soll, verliebt sich in Amber und merkt erst viel zu spät, in welche Gefahr er sich, Amber und vor allem seinen Clan bringt. Zudem ein verfeindeter Clan mit deren Oberhaupt und Meister Gordon ebenso hinter Amber und dem Messer her ist und auch icht dafür zurückstreckt, Amber mit dem zu verletzten, was ihr am wichtigsten ist: Ihrer Liebe zu Julius und der zu ihrem Bruder. Der Schreibstil hat mir eigentlich von Anfang an recht gut gefallen. Man wird unmittelbar in das Geschehen geworfen und erlebt den Freitod Frederiks hautnah mit. Amber, welche bis zu diesem Moment ein total normales Leben geführt hat, gerät zwischen die Fronten zweier Vampirclans, welches sich schon seit längeren untereinander bekriegen. Sie weiss oftmals nicht, wie sie mit all dem umgehen soll und vorallem, wie sie mit Julius umgehen soll und dennoch kann sie sich im einfach nicht entziehen. Das Messer, welches zur Gefahr für alle Vampire in Los Angels zu werden scheint, steht dabei nicht nur einmal zwischen ihr und ihren Gefühlen und ich fand diese Idee wirklich gut umgesetzt. Das Buch selbst wird hauptsächlich aus der Sicht von Julius erzählt und meiner Meinung nach hat er die wirklich größte Verwandlung hinter sich gebracht. Früher oftmals der Einsamkeit verschrieben, die er für sich selbst gewählt hat, verliebt sich in eine Sterbliche, welche eigentlich so gar nicht in das typische Clan - Leben passt. Sein Meister Curtis ist anfangs gar nicht begeistert und oftmals ziemlich enttäuscht von Julius, auch wenn er weiss, dass dieser seine eigenen Entscheidungen treffen muss. Diese typische Hierachie im Buch und die oftmals doch sehr... sagen wir altmodischen Auffassungen davon, wir Vampire unter "uns" leben, haben mich manchmal sogar ein bisschen zum Schmunzeln gebracht. Ich habe mir unter dem Buch wirklich gar nichts vorstellen können und ich bin wirklich positiv überrascht. Der einzige Kritikpunkt, den ich an den Tag legen muss, ist ein ganz einfacher und vermutlich haben es auch schon genug andere Leute vor mir getan aber... die Liebesgeschichte, die sich zwischen Amber und Julius entwickelt hat, ging mir zumindest von seiner Seite aus manchmal doch etwas schnell. Er, der - wie erwähnt - die jahrelange Einsamkeit selbst erwählt hat, will nichts als Amber in seiner Nähe, in seiner Gruft, als seine Gefährtin und Liebhaberin und das sofort und auf der Stelle und ohne zu Zögern oder darüber nachzudenken, ob das überhaupt alles so funktionieren würde. Ansonsten hat mich das Buch wirklich positiv überraschen können und ich bin mir sicher, dass ich mir Teil 2 der Reihe - welcher übrigens schon seit 2012 im Handel ist :D) gewiss auch zulegen werde. 4/5 Schneeflöckchenbäume.
Zum Inhalt: Amber Connan wohnt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Häuschen in Los Angeles. Sie hat ein nettes, aber relativ unspektakuläres Leben: Sie arbeitet als Restauratorin, hat immer Goldflitter um sich herum und besucht abends von Zeit zu Zeit einen Goth-Club. Zu ihrem Bruder Frederik hat sich das Verhältnis in letzter Zeit verschlechtert: Er lebt nur noch in der Fantasy-Welt seiner Computerspiele und fängt schon selbst an zu glauben, er sei ein Vampirjäger... Doch dann wird ihre Welt auf den Kopf gestellt. Frederik ist tot, aus dem Fenster gesprungen und hat ihr ein folgenschweres Erbe hinterlassen: ein magisches Messer. Auf einmal scheint ihr Bruder gar nicht mehr so verrückt, Amber erfährt am eigenen Leib, dass Vampire doch nicht nur in Schauergeschichten existieren. In den Jäger Julius verliebt sie sich...und steht gemeinsam mit dem Clan der Leonhardt einige Schwierigkeiten aus... Mein Eindruck: Rebekka Pax bedient sich zwar einigen Klischees und reitet damit auf dem momentan um sich greifenden Vampirhype mit, sie verwebt aber auch Neues und eigene Gedanken mit dem wohlbekannten, modernen Vampirkitsch á la Twilight. Die Sache mit den Siegeln und den "Dienern" war mir neu und erschien mir frisch und interessant. Auch die vergleichsweise rau gezeichneten Vampire waren mal etwas Anderes. Und ganz wichtig: Mit keinem Wort wird eine High School erwähnt! ;) Julius Lawhead, Brandon (der "Quotenindianer"? *räusper* - Twilight?!), Christina und Curtis waren schnell vertraut. Ab und an fand ich sie aber arg schwer von Begriff, das hat mir weniger gefallen und ich hätte mir an manchen Stellen einen ausgereifteren Spannungsaufbau gewünscht. Von den ständig in die offensichtlichen Fallen tapsenden Vampiren war ich zuweilen schon etwas genervt! So sind mir die Charaktere im Allgemeinen etwas flach und einseitig geblieben. Auch die bürokratisch anmutende Vampirvereinigung und deren Regeln und Bestrafungen fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Was ich nicht verstanden habe: Wie konnte Julius so schnell Brandons Meister werden?! Er muss doch auch schon von einem Vampir getrunken haben, als er verwandelt wurde?! An sich fand ich aber die Clan-Aufteilung ganz gut. Und ich habe Hoffnung, dass die Charaktere im Nachfolger etwas klarer herausgelöst werden :) Insgesamt war es doch ein spannendes Buch mit einem schönen Ende, das glücklicherweise mit verhältnismäßig wenig Kitsch (Nur dass Amber und Julius nach gefühlten 20 Sekunden bereits wussten, dass sie füreinander bestimmt sind, und sich auch so verhielten, hätte es nun wirklich nicht gebraucht!) auskam. Jetzt freue ich mich darauf, den zweiten Band zu lesen :)
Rebekka Pax' "Septemberblut" ist ein Vampirroman, der die uralten Sitten und Riten der Vampire besonders stark ausdrückt. Als Leser solcher Romane weiß man, dass man es mit sehr alten Wesen zu tun bekommt und das sie viel über Geschichte erzählen können. Aber am meisten reizen mich dabei die verschiedenen Charaktereigenschaften, wie z.B. Folgsamkeit und Demut. Sie versuchen sich der neuen Welt anzupassen, aber ihre alten Moralvorstellungen können die Vampire nur schwer ablegen. In diesem Roman bekommt Hierarchie eine sehr drastische, teilweise gewaltvolle und unversöhnliche Duftnote, denn hinter einer spannenden Story geht es sehr viel um Unterwerfung gegenüber dem Meister und Einhalten der Regeln. Julius Lawhead ist seinem Meister Curtis streng und treu ergeben. Für ihn und seinen Clan ist er für die abtrünnigen Vampire zuständig, die das Abkommen des Rates gefährden und Menschen töten. Er jagt sie und streckt sie nieder, kennt keine Gnade. Als Vampir, der seine Art unbarmherzig ausrottet, ist er sehr bekannt und gefürchtet und bleibt deshalb lieber für sich alleine. Als er auf die Spur eines Messers angesetzt wird, dass Vampire töten kann und über eine unendliche Macht verfügt, entdeckt er, dass der menschliche Träger Frederik in den Freitod gesprungen ist. Ein besonders brutaler Vampir namens Gordon will es haben um seine Rachepläne an Julius und Curtis weiter vorran treiben zu können. Währenddessen entdeckt Frederiks Schwester Amber das Erbe ihres Bruders und die Macht des Messers drängt zu ihr. Als Julius auf der Suche nach dem Messer zu Frederiks Beerdigung geht und dort Amber entdeckt, vergisst er für einen kurzen Moment, welchen Befehl er von seinem Meister erhalten hat... Gleich zu Beginn wird man mit Spannung überladen. Ein Selbstmord und mitten drin ein Vampir, der andere Vampire jagt - auf der Suche nach einem mächtigen Messer. Mord, Vampir, geheimnisvolle Macht - was will ich mehr? Die Geschichte wird hauptsächlich von Julius Lawhead aus der Ich-Perspektive erzählt und gewährt Einblicke in die Vampirhierarchie, die mich zunächst eher erschrocken hat. Jeder hat seinen festen Platz und es gibt nur wenige Oberhäupter, die ziemlich voller Macht stecken. Sie dominieren und erteilen Aufträge, haben menschliche Diener, die für sie arbeiten und mit denen sie dennoch in Blut und Herz sehr verbunden sind. Die Stimmung ist wirklich familiär, aber kann auch schnell in Kontrolle und Zwang umschlagen. Viele Szenen drücken Unterwerfung aus. Julius war für mich kein Charakter, mit dem ich mich sofort anfreunden konnte. Obwohl es klare Richtlinien gibt, scheint er sich nur an wenige zu halten. Das er meist unbewusst und gedankenlos die Regeln bricht, an die er sich Jahrhunderte zuvor gehalten hat, erschien mir irgendwie übertrieben. Ein Freigeist auf eine Art, aber dennoch rebellisch veranlagt, ohne es wirklich bewusst zu steuern. Eine komische Mischung. Manchmal war ich fasziniert, manchmal konnte ich nur den Kopf schütteln. Ein kleiner Teil des Buches wird aus der Erzählssicht über Amber erzählt, was nach der Ich-Perspektive irgendwie komisch rüberkam. Da Amber als Mensch einfach viel zu schnell in die Welt der Vampire gerissen wurde und ihr eigentlich nur sehr wenig Zeit eingeräumt wird sich daran zu gewöhnen, ist dieser Erzählstil wohl gut gewählt worden. Man erfährt zwar nicht genau Ambers Gedanken oder Gefühle, aber diese neue Welt kann man als Leser trotzdem gut durch ihre Augen kennen lernen. Die Romanze in dieser Geschichte ist nicht weit ausgeholt, aber vom ersten Moment an sehr stark. Durch die Vampirmagie, mit der Julius Amber zu Beginn ruhig stellt, wurde mir sehr deutlich vermittelt, aber von freiem Willen gab es keine Spur mehr. Durch das Messer kommt ein wenig Eigendynamik in diese Beziehung und stellt die natürliche Ordnung ein wenig her, was Ambers Gefühle für mich glaubwürdiger gemacht haben. Sie vermischt Angst mit Lust und es wechselt oft hin und her. Ich bin relativ flüssig durch die Geschichte gekommen. Der Erzählstil hat die Neugier stets aufrecht gehalten und spannend war das Buch von Anfang bis Ende. Es gab keine Verschnaufpause in diesem bevorstehenden Krieg zwischen Julius und Gordon. Einige Szenen waren blutrünstig und qualvoll, was die Spannung weiter angeheizt hat. Doch wirklich warm geworden bin ich mit ihr nicht. Sie hat vieles, was ich mag, aber ich denke, weil ich keine nachvollziehbare Verbindung zu den Charakteren herstellen konnte, ist die Hauptgeschichte für mich weniger reizvoll gewesen. Ich habe sie gelesen und fand vieles auch spannend, manches grauenerregend, aber richtig gepackt hat mich "Septemberblut" nicht. Für Fans von düsteren Vampirromanen, die raue Sitten, strenge Regeln, mächtige Protagonisten und blutige Szenen mögen ist das Buch wirklich zu empfehlen.



