Dieses Buch ist ruhig; dieses Buch ist unaufgeregt. Doch dieses Buch wirkt nach und regt zum Reflektieren und Nachdenken an. Aber zuerst, worum geht es? Ella kehrt nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter in ihr Elternhaus zurück. In ihr sind Wut, Unverständnis und Einsamkeit gefangen, bis sie anfängt den verwilderten Garten ihrer Mutter auf Vordermann zu bringen. Dabei lernt sie den Nachbarn mit seinen unvergesslichen Weisheiten kennen und beginnt damit, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen. Nach und nach merkt Ella wir sie anfängt ihr Leben neu zu denken und merkt wie sie zunehmend heilt. Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich angenehm und hüllt einen direkt in eine warme Decke. Man sieht das Haus vor seinen inneren Augen, den Garten, die Blumen; man fühlt aber auch Ellas Schmerz, ihre Unsicherheit und ihren Wunsch nach Nähe. Mich hat dieser kurze Healing-Roman sehr bewegt. Wie oft habe ich mich bei diesem Buch ertappt und mich gefragt, bin ich wie Ella? Gibt es Entscheidungen, die sich zwar jahrelang richtig angefühlt haben, es vielleicht aber gar nicht sind? Ich denke dieses Buch wird in mir noch eine zeitlang Nachklingen und mich beschäftigen.
31. Mai4 days ago
Ein Garten voller Wunderby Christiane WolterUllstein Taschenbuch Verlag

