Der Roman erzählt von zwei alten Menschen, ihrer lebenslangen, stillen Liebe und einem Leben im hohen Norden, geprägt von Rentierhaltung, Verlusten und Entscheidungen. Gleichzeitig bekommt man ehrliche Einblicke in das Leben der Samen und ihr Brauchtum, das ganz selbstverständlich Teil der Geschichte ist. Der Einstieg braucht etwas Geduld, doch dann entfaltet das Buch eine grosse emotionale Tiefe. Still, warm und sehr berührend.
Familiengeschichte und Geschichte der Umsiedlung der Samen in Schweden
Ein gutes Thema und auch die Geschichte ist gut, wenn man sich erst einmal eingelesen hat. Leider war ich mir nicht 100% sicher, ob, wann und wie die zwei Erzählstränge zusammenkommen. Dadurch war der Lesefluss etwas gestört.
Gut gefallen hat mir der Humor, der immer wieder durchkommt, die Gespräche mit Sire und ein bisschen über die Geschichte der Samen zu erfahren. Die Sprache jedoch war sehr überladen mit Metaphern, die nicht immer verständlich waren, und den Lesefluss sehr beeinträchtigt haben, was sich vielleicht dadurch begründet, dass mir die Kultur der Samen fremd ist. Auch die Person blieben mir teilweise fremd.
Als Mariddja erfährt, dass sie bald sterben wird, verbirgt sie ihren bevorstehenden Tod vor ihrem dementen Mann und sucht auf unkonventionelle Weise in Vergangenheit und Zukunft nach Lösungen für die Betreuung ihres Mannes.
Zeitgleich begleitet Kaj seine Mutter Laura in den Tod und beginnt ein neues Leben im Norden. Mit dem Tod seiner Mutter und der Begegnung mit einem Nachbarskind erwachen Erinnerungen, die lange für Kaj subtil und unklar bleiben.
Flocke für Flocke entsteht eine Schneelandschaft der Erinnerung, die den Schmerz der Vergangenheit und die Geschichte zwangsumgesiedelter Samen beleuchtet.
So wird die Geschichte einer Familie, deren Leben von Verlusten gezeichnet ist, langsam erzählt. Dabei berührt sie das Alter und seine Einsamkeit, Verlust, Trauer, Schmerz sowie Gewalt und gibt dem Leid von Menschen eine Stimme, die ihre Heimat nicht freiwillig verließen.
Die zu Beginn etwas träge Geschichte konnte mich im Verlauf immer wieder zum Schmunzeln bringen und schlussendlich zu Tränen rühren. Dennoch hatte die Trägheit Auswirkungen auf meine persönliche Leseerfahrung, der mich vom Schwedischen ins Deutsche wechseln ließ. Der Roman war auf eigene Weise charmant jedoch nicht auf allen Ebenen überzeugend.
Die Geschichte ist wie eine herzlich berührende und humorvolle Umarmung
Die Autorin Tina Harnesk hat mit dem Buch "Als wir im Schnee Blumen pflückten " einen ganz besonderen und wunderbaren Toman geschrieben. Diese Geschichte ist tiefgründig, schicksalshaft und berührend und gleichzeitig herzerwärmend und humorvoll erzählt. Gerne greift man zu dieser Geschichte und begleitet Mariddja und Biera im Alter auf der Suche nach ihrem nun schon erwachsenen Neffen, der eine zeitlang bei ihnen aufgewachsen ist.
Mariddja die am liebsten die Erkrankung von sich und ihrem Biera verleugnen will, sucht nach dem Mann nachdem sich ihr Herz so lange schon sehnt.
Durch außergewöhnliche und unterhaltsame Weise versucht Mariddja ihrem Ziel näher zu kommen und nimmt auch die Hilfe ihres Smartphones in Anspruch indem sie zu der Dame "Siré" am Telefon Kontakt aufnimmt und zu "Siré" Vertrauen aufbaut und ihr Herz ausschütten.
In wunderschön poetischer Sprache erzählt die Autorin diese Geschichte und schafft es, dass einem die Figuren tief ans Herz wachsen und ihr Schicksal und ihre Gefühle tief berühren.
Die Protagonisten werden in meinem Herzen bleiben und die Geschichte gehört für mich zu den Highlights in diesem Jahr.
Ein angenehmes Buch. Weitestgehend ruhig, aber auch zum schmunzeln.
Das Cover ist toll. Es strahlt eine ruhige Stimmung aus, die man auch im Buch wiederfindet.
Der Schreibstil ist für mich nicht ganz einfach. In einen richtigen Lesefluss zu kommen, ist mir nicht ganz leicht gefallen.
Mariddja und Biera sind beide zwei herzensgute Menschen, die mich sehr berührt haben. Mit ihnen die Kultur der Samen etwas besser kennen zu lernen, fand ich sehr spannend. Den Witz, den Siri in das Ganze, recht trübe Geschehen einbringt, finde ich sehr gut gelungen. Da kommt man doch immer wieder mal zum Schmunzeln.
Kaj war für mich anfangs schwer zu greifen. Das hat sich allerdings im Laufe des Buches - wahrscheinlich auch mit Hilfe seiner Freundin Mimmi- gebessert. Ich mochte seine Charakterentwicklung und seinen Weg zu sich selbst sehr gerne.
Insgesamt mal etwas ganz anderes. Ich habe es gerne gelesen, hätte mir aber gewünscht, die Verbindung zu den Protagonisten noch etwas mehr spüren zu können.