
Ich habe soeben „Siegfried“ von Antonia Baum beendet und ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so einfach, dieses Buch richtig in Worte zu fassen... Im Zentrum des Romans steht eine namenlose Ich-Erzählerin, die eines Morgens nicht zur Arbeit fährt, sondern in die Psychiatrie. Von dort aus denkt sie über ihr Leben nach; dabei vor allem über ihre Kindheit und die Menschen, die sie am meisten geprägt haben: ihre Mutter, ihre Stiefgroßmutter Hilde und ihren Stiefvater Siegfried. Viel passiert dabei gar nicht im klassischen Sinne, es sind eher Erinnerungen und immer wieder einzelne Szenen, die näher beleuchtet werden und aufzeigen, weshalb die Erzählerin nun an einem Punkt in ihrem Leben angekommen ist, an welchem sie in eine Psychiatrie fährt. Es sind also quasi Rückblicke in ihre Kindheit.. und diese fand ich teilweise richtig eindrücklich. Besonders die Zeit bei der Stiefgroßmutter Hilde am Anfang der Handlung hat mich direkt in ihren Bann gezogen. Was das Buch für mich ausmacht, ist tatsächlich diese eher unterschwellige Stimmung, denn Vieles wird gar nicht klar ausgesprochen aber irgendwie merkt man trotzdem, dass da etwas „nicht stimmt“. Das hatte stellenweise schon etwas Beklemmendes. 🫣 Siegfried als Figur blieb für mich schwer greifbar, obwohl er ja eigentlich eine zentrale Rolle spielt und auch das Ende der Geschichte ist ziemlich offen. Ich glaube, das ist genau so gewollt, aber ich hätte mir trotzdem an ein paar Stellen etwas mehr Klarheit gewünscht.. Trotzdem muss ich sagen: sprachlich fand ich das Buch wirklich klasse. Ich mag Antonia Baums Art zu Schreiben wirklich sehr gerne und bin froh, dass ich durch „Siegfried“ auf sie aufmerksam wurde. ☺️










