24. Aug.
Rating:4

Etwas vorhersehbar

Der Roman von Avril Maury bringt die Atmosphäre von einem kleinen Küstenort Frankreichs zu den LeserInnen. Die Geschichte war etwas absehbar und ich wurde mit der Auflösung des rätselhaften Nachrichtenschreibers nicht überrascht. Aber vielleicht soll der Roman genau das sein. Keine Überraschung, nicht sonderlich spannend, dafür sehr atmosphärisch und liebevoll. Ich fand es ganz süß, es zählt aber nicht zu meinen Lieblingssommerromanen.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
5. Aug.
Rating:3

Irgendwie schön und doch auch einfach schon 100 mal dagewesen

**** Mein Eindruck ****
Die Grundidee der Geschichte ist wirklich schön und insgesamt herzerwärmend umgesetzt. Die Protagonistin lebt zurückgezogen, was angesichts ihrer schweren Verluste absolut nachvollziehbar ist. Sie wieder aufblühen zu sehen, hat mir Freude bereitet. Leider war das auch schon der Höhepunkt, denn der Verlauf der Geschichte ist sehr vorhersehbar. Die zahlreichen Rückblicke – sowohl in die Zeit mit Théo als auch in ihre Kindheit – unterbrechen den Fluss der Handlung und verraten bereits auf den ersten 50 Seiten viel von dem, was noch kommt. Erst im „Hier und Jetzt“ konnte mich die Geschichte wieder mehr fesseln. Ich habe den Grund für die Rückblicke verstanden, dennoch nahm dies der Spannung deutlich die Wirkung. Die tragischen Szenen sind eher sanft gehalten, was die stimmungsvolle, naturverbundene und herzliche Atmosphäre des Buches unterstützt. Insgesamt wirkt die Handlung angenehm leicht, aber nicht wirklich weltbewegend. Am Ende spürte ich ein kleines Aufleuchten des Potenzials, das aber für mich leider zu spät kam. **** Empfehlung? ****
Für alle, die eine ruhige, stimmungsvolle Geschichte mögen, die leicht zu lesen ist und ein warmes, naturverbundenes Setting bietet – trotz vorhersehbarer Handlung ist das Buch insgesamt angenehm und kurzweilig.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
10. Juli
Rating:3.5

Wie lebt man weiter, wenn man jemanden verliert?? Wie lange trauert man?? Wie lange zieht man sich vielleicht in sein eigenes Schneckenhaus zurück?? Wir treffen auf Eleni und zu Beginn unserer gemeinsamen Reise dürfen wir miterleben, wie Eleni ihr Glück mit Theo findet und sie sich der Welt öffnet. Doch dann passiert das unglaubliche. Theo ist nicht mehr. Für Eleni bricht eine Welt zusammen. Sie hört quasi auf zu Leben und verkriecht sich in ihrem Schneckenhaus. Bis eines Tages Blumen in ihren verwilderten Garten stehen. Mit einem Brief aus dem sie nicht schlauer wird. Wir erfahren nach und nach die Geschichte dahinter. Manches konnte ich nicht so 100% nachvollziehen und fand es etwas überzogen aber andererseits, wie würde ich reagieren bei all dem Erlebten. Es hat mir gut gefallen und ich mochte den leichten Schreibstil der Autoren, trotz etwas schwierigen Thema.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
26. Juni
Rating:3

Ein stiller Roman über Verlust, Einsamkeit und das Verharren in der eigenen Trauer. Ruhig erzählt, aber für mich oft zu langatmig und emotional distanziert.

Ein Roman, der mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Im Mittelpunkt steht Eleni, deren Leben von mehreren tiefgreifenden Verlusten geprägt ist. Der Kern der Geschichte liegt für mich im frühen Verlust ihrer Mutter – ein Einschnitt, den sie nie wirklich verarbeitet hat. Aus dieser frühen Wunde heraus konnte sie auch spätere Schicksalsschläge nicht bewältigen, sondern hat sich mehr und mehr zurückgezogen. Es ist weniger eine Geschichte vom Sich-Zurückkämpfen als vielmehr ein leiser Bericht über das Aufgeben und das Feststecken in der eigenen Trauer. Der Schreibstil ist ruhig und feinfühlig, aber insgesamt fand ich viele Passagen zu langatmig. Auch emotional hat mich das Buch nicht wirklich erreicht, was vor allem an den Figuren lag, die mir eher fern geblieben sind. Dennoch behandelt der Roman wichtige Themen wie Verlust, Einsamkeit und das Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Für mich war es ein solides Buch mit guten Ansätzen, aber ohne großen Nachhall.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
19. Juni
Rating:4

Noch fünfzig Sommer mehr, klingt nach einem lockeren, leichten Sommerroman. Aber dahinter verbirgt sich noch viel mehr. Eleni hat mir Dämonen aus der Vergangenheit zu kämpfen. Sie wächst bei ihren Großeltern auf. Ihre Mutter hat sie schon früh verloren, aber auch ihre Großeltern verlor sie mit 18 Jahren. Nun war sie ganz allein im Haus und dem wunderschönen Garten. Theo kreuzt ihren Weg und das war rührend. Aber auch Theo verstirbt und schon wieder ist die ganz allein. Sie fällt in ein tiefes Loch. Aber eines Tages verändert sich ihr Leben, eine Blume und ein Brief liegen vor ihrem Haus. Der Schreibstil empfand ich als angenehm, sehr flüssig, poetisch und bildhaft. Die Beschreibungen der bretonischen Landschaft und des Gartens haben mir gut gefallen und lädt zum Träumen ein. Wir tauchen in verschiedenen Zeitebenen ein und das bringt viel Abwechslung. Eine bedrückende, traurige, schmerzhafte, aber auch hoffnungsvolle Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Mit den kurzen Kapiteln, dem einfühlsamen Schreibstil und der besonderen nostalgischen Atmosphäre, ist es für mich ein Sommerroman, den ich gerne weiter empfehle. Das Cover lädt zum Träumen ein.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
7. Juni
Rating:5

Ein Buch wie „Crêpe caramel au beurre salé“

Ein weißer Sandstrand und ein liebevolles Zuhause mit paradiesischem Garten inmitten der malerischen Bretagne. Sommer voller Glück, Kinderlachen und Großeltern, die ihr Enkelkind von ganzem Herzen lieben - eine unbeschwertere Kindheit hätte Eleni sich eigentlich nicht wünschen können. Wären da nicht die dunklen Schatten der Erinnerung. Erinnerungen an das Unglück, das einst über sie hereinbrach und das alles zerstörte. Und wäre da nicht der viel zu frühe Tod ihrer großen Liebe Théo, welcher Eleni sich ganz in sich zurückziehen und kaum noch das Haus verlassen lässt. Bis eine Blume, mit geheimnisvoller Nachricht, Eleni zurück ins Leben finden und Hoffnung schöpfen lässt. In „Noch fünfzig Sommer mehr“ schreibt Avril Maury über Schicksalsschläge die es zu verarbeiten gilt, über Verluste die es zu ertragen gilt und über wunderschöne, wenn auch schmerzhafte Erinnerungen, die es liebevoll zu bewahren gilt. Und sie schreibt darüber wie schon die kleinsten Impulse, dem Menschen Kraft und Hoffnung schenken, sowie die Freude am Leben wiederfinden lassen. Ich bin immernoch ganz ergriffen von diesem gefühlvoll geschriebenen Buch und dieser sehr zu Herzen gehenden Geschichte. Ich spüre immernoch den Wind in den Haaren, das Salz auf der Haut, den Sand zwischen den Zehen. Außerdem betrachte ich meinen Lavendel und die Ranunkel auf dem Balkon nun mit ganz anderen Augen und werde mir vermutlich bei Gelegenheit auch noch eine Anemone anschaffen. Denn Avril Maury schreibt nicht nur sehr poetisch, sondern auch äußerst bildhaft. Sie hat es geschafft, mir das tolle Setting der Bretagne spürbar vor Augen zu führen und mich den Duft der Landschaft, mit all den Blumen, riechen zu lassen. Ihr Schreibstil ist flüssig und dabei komplett unaufgeregt, was ich hier als absolut passend empfand. Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen, in Form von Elenis Erinnerungen, erzählt wird. Einerseits hat dies ein gewisses Maß an Spannung erzeugt, andererseits hat es mich, der Hauptprotagonistin, näher gebracht. Grundsätzlich sind alle Protagonisten sehr liebevoll ausgearbeitet, so dass man sie sich lebhaft vorstellen kann. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, die Hauptprotagonistin Eleni sei komisch, zickig und launisch, man hätte keinen Zugang zu ihr gefunden… nun, weder Depressionen, noch eine Angststörung, machen Menschen sonderlich zugänglich oder herausragend liebenswert. Diese Erkrankungen lassen einen Menschen für Andere schon mal komisch erscheinen. Das können wohl aber nur diejenigen nachvollziehen, die selbst schon einmal betroffen waren. Da mir leider ein vergleichbarer Schicksalsschlag widerfahren ist, kann ich nur sagen, dass die Autorin sowohl die Angst, also auch die zwiespältigen Gefühle, ganz wundervoll zu Papier gebracht hat und ich mich in ihren Beschreibungen definitiv wiederfinden konnte. Ich konnte mit Eleni mitfühlen und mit ihr gemeinsam, die ersten vorsichtigen Schritte, aus der - sicherlich schwer erklärbaren - Angst heraus machen. Wer sich von dem Buch also lediglich eine luftig-leicht-fröhliche Sommerlektüre verspricht, der ist definitiv falsch beraten. Fazit: Ein wundervoll melancholisches, wie auch warmherziges Buch, mit ganz viel Tiefgang. Ein überaus berührendes Buch, das zumindest mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Einfach ein Buch wie Crêpe mit salziger Karamellsauce.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag
7. Juni
Rating:5

Dieses Buch ist wunderschön, Herz zerreißend und traurig. Das Cover des Buches ist wunderschön und passt sehr gut zum örtlichen Geschehen. Es spielt in der französischen Küstenstadt Pokoù. Die Beschreibung der Umgebung ist sehr bildlich, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann n. Das Buch selbst handelt von Verlust, Trauer und Ängste, aber auch von der ersten Liebe, von Heilung und von unendlicher Freundschaft. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende so sehr emotional geschrieben. Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert, mitgelitten und zum Ende hin auch ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt. Wieviel Traurigkeit kann ein Mensch nur aushalten und wie stark muss er sein, um aus diesem Tief wieder heraus zu kommen? Zum Glück gibt es da diesen einen besten Freund!!! Abgerundet wurde diese Geschichte durch kleine französische Floskeln und Spitznamen. Diese haben so gut gepasst und mir regelrecht ein Schmunzeln auf die Lippen gelegt.

Noch fünfzig Sommer mehr
Noch fünfzig Sommer mehrby Avril MauryUllstein Taschenbuch Verlag