Felix Lobrecht geht mir auf die Nerven & sein Buch auch🙄
Ich habe Sonne und Beton damals gelesen, als es ungefähr rauskam, und irgendwie musste ich in letzter Zeit wieder daran denken — wahrscheinlich auch, weil ich jetzt in Berlin lebe und jedes Mal an das Buch erinnert werde, wenn ich meine Freundin in Neukölln besuche. Und ganz ehrlich? Ich fand’s damals schon anstrengend und meine Meinung hat sich nicht wirklich verbessert. Ja, das Buch liest sich schnell weg. Die Sprache ist simpel, man kommt easy durch. Aber irgendwann dachte ich mir einfach nur: Warum lese ich seit gefühlt 300 Seiten nur Beleidigungen, Aggression und komplette Eskalation? Dieses ganze „Assi-Gerede“ hat mich irgendwann einfach nur noch genervt. Wobei ich fair bleiben muss: Ich glaube schon, dass das bewusst so geschrieben ist. Es ist halt die Perspektive eines Jugendlichen aus Neukölln und dieser Ton soll das „Milieu“ authentisch darstellen. Und das schafft das Buch auch irgendwie — es fühlt sich stellenweise roh, unangenehm und echt an. Ich glaube auch nicht, dass Felix Lobrecht hier die krasse tiefgründige Botschaft liefern wollte. Das Buch zeigt eher, wie Jugend aussehen kann, wenn Armut, Gewalt, Perspektivlosigkeit und toxische Strukturen deinen Alltag bestimmen. Es zeigt ein Milieu, ohne dir am Ende eine saubere Moral mitzugeben. Aber genau das war für mich auch das Problem. Es war mir einfach zu wenig. Nur weil etwas authentisch ist, ist es für mich noch lange nicht literarisch stark oder besonders tief. Und um ehrlich zu sein… Vielleicht spielt auch mit rein, dass mir Felix Lobrecht als Person einfach komplett auf die Nerven geht. Dieser Humor, der für mich oft nach unten tritt, sexistische oder ableistische Aussagen und dieses permanente „ich sag jetzt was Provokantes und verkauf das als Ehrlichkeit“-Ding — ich kann damit einfach nichts anfangen. Ich finde ihn weder besonders lustig noch besonders klug. Vielleicht bin ich deshalb auch nie ganz neutral an das Buch rangegangen. Ich verstehe trotzdem, warum einige Sonne und Beton mögen könnten. Für mich war es am Ende aber vor allem eins: anstrengend.





















































