Interessante Figur, interessante Geschichte, leider konnte mich das Buch nicht wirklich abholen. Schade!
Etwas wirr. Das Leben der Alice von Battenberg wird aus ihrer Sicht erzählt. Wie sie zu Gott gefunden hat, in einer Psychiatrie behandelt wird und aus der Ferne das Leben ihrer Lieblingstochter mitverfolgt.
Die Geschichte um Prinzessin Alice von Irene Dische ist besonders. Irene Dische schafft es, dass der Leser in der Gedankenwelt von Prinzessin Alice steckt. Zuerst brauchte ich ein paar Seiten, um mich in den Schreibstil hineinzufinden, aber dann war ich vollkommen im Bann der Geschichte. Man sollte sich ein bisschen mit der Geschichte um die Mutter von Prinz Philip vertraut machen, da das Buch Wissen voraussetzt, um alles historisch einordnen zu können. Ich wusste schon einiges und hatte dennoch große Freude daran, bestimmte Ereignisse während des Lesen zu googeln. Mich haben die direkten Gedanken von Alice sehr bewegt und teilweise auch wütend gemacht. Wie Alice von den Familienangehörigen behandelt wird, macht einen fassungslos und man möchte sie gerne durch die Seiten anschreien. Seit diesem Buch bewundere ich diese Frau umso mehr, für das, was sie bewegen konnte, trotz dem, was sie durchgestanden hat. Diese Buch vermittelt einem Durchhaltevermögen, Liebe und Trost in der Religion. Ob alles so geschehen und von Alice gedacht worden ist, kann ich nicht einschätzen. Aber die Autorin vermittelt es authentisch. Ich kann das Buch Fans englische Adelsgeschichten empfehlen.
Alleine und doch in Gesellschaft, was ist real, was ist Einbildung
Das Leben von „Prinzessin Alice“, der Mutter von Prinz Philip, war mir vor diesem Buch in groben Zügen bekannt. Hier hat Irene Dische einen Roman daraus gemacht. Sie lässt Prinzessin Alice selbst erzählen. An so manchen Stellen weiß man nicht genau, ob die Prinzessin jetzt wirklich verrückt ist, oder die Umgebung sie nur so sehen will, weil es bequemer ist, sie wegzusperren. Speziell war sie auf jeden Fall. Dass es kein leichtes Los gewesen sein musste, als gehörlose Prinzessin ihren Platz zu behaupten, geht ebenso anschaulich aus ihrer Lebensgeschichte hervor, wie ihre Leidenschaft zu Gott, aber auch ihre Liebe zu den Kindern Cecile und Philip. Inwiefern diese inneren Gefühle der Realität entsprechen, kann ich natürlich nicht beurteilen. Es liest sich allerdings sehr stimmig und leicht. An manchen Stellen hatte ich richtig Mitleid mit ihr, an anderen habe ich sie für ihren Mut bewundert. Oder war es einfach nur das Handeln einer verwirrten Person, die die Folgen nicht bedachte und daher einfach tat, was sie für richtig empfand? Die Eckdaten ihres Lebens, die Stationen ihrer Aufenthalte, die Ereignisse der Weltgeschichte hat die Autorin durch die Stimme der Prinzessin Alice gut miteinander verbunden und in einen leicht lesbaren Roman verwandelt. Ich habe ihr Leben gerne nachgelesen und kann das Buch, ohne zu Zögern, weiterempfehlen.
Ein bewegtes Leben
Irene Dische erzählt hier die Lebensgeschichte von Alice von Battenberg, der Mutter Prinz Philipps. Geschrieben in der Ich-Perspektive bringt das Buch tiefe Einblicke in ein bewegtes Leben mit vielen derben Einschnitten. Es handelt sich hier um einen fiktionalen Roman, nicht um eine Biographie. Leider wird nicht klar welche Teile wahr sind und welche Geschehnisse erfunden sind. Der Anfang ist sehr spannend und bewegend. Zum Ende hin wird die Protagonistin immer wirrer und verrückter und die letzten Jahre werden auf wenigen Seiten sehr schnell abgehandelt, nachdem andere Phasen ihres Lebens sehr lang und ausführlich beschrieben wurden. Teilweise konnte ich nicht ganz folgen und einige Eckpunkte ihres Lebens fehlen mir leider in der Geschichte. Alles in allem zeichnet die Autorin aber ein lebendiges und bewegtes Bild von Alice. Der Schreibstil ist gut und lässt sich flüssig lesen. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet. Insgesamt ein interessantes Buch, aber nicht zu ernst zu nehmen, da auch kein Nachwort aufklärt darüber, was echt und was nicht echt ist. Für alle Royal Fans aber sicherlich ein Muss.
Alice von Battenberg, Großmutter von Charles III., gehörlos geboren, konnte 5 Sprachen von den Lippen ablesen , war sehr intelligent und kam durch intensives Beten zum Orgasmus . Auf 160 Seiten wird uns ihr bewegtes,überraschendes Leben aus ihrer eigenen Sicht geschildert. Sie war so viel stärker, als man vermutet hätte.
Sie stört, durch ihr auffälliges Verhalten/ ihre exzessive religiöse Liebe zur Religion, ihre Familie( Siegmund Freud diagnostiziert Schizophrenie)und wird 1930 in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Wie es ihr da ergeht, wie sie entkommt und was es mit einer Suppenküche in Griechenland auf sich hat, schildert uns Irene Dische in flüssiger Sprache und durch Alice selbst. Dabei ist alles in einem heiteren Ton gehalten und das macht die Ironie des Ganzen noch deutlicher. Eine große Überraschung und sehr lesenswert.
In ihrem Buch „Prinzessin Alice“ erzählt Irene Dische die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Alice von Battenberg, der Mutter von Prinz Philipp. Geschildert wird das Leben einer Frau, die nicht nur durch ihre adelige Herkunft und ihr Schicksal in den Wirren des 20. Jahrhunderts geprägt ist, sondern auch durch ihr persönliches Leiden und ihre unerschütterliche innere Stärke. Alice wurde gehörlos geboren, schaffte es jedoch, in fünf Sprachen von den Lippen abzulesen. Sie heiratete Prinz Andreas von Griechenland, doch ihr Leben war von Brüchen bestimmt: Exil, Zwangssterilisation, Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen und das Auseinanderdriften ihrer Familie. Besonders eindrücklich ist die Erzählweise: Aus der Sicht von Prinzessin Alice selbst geschrieben, taucht man unmittelbar in ihre Gedankenwelt ein. Dabei fällt auf, dass ihre Schizophrenie nie direkt thematisiert wird. Vielmehr wird sie subtil durch innere Dialoge und ihre intensive Gottesverehrung spürbar. Das macht die Lektüre spannend, aber auch anspruchsvoll. Die Autorin verzichtet auf ausführliche historische Einordnungen, sodass man als Leser ein gewisses Vorwissen mitbringen sollte, um die Figuren und Ereignisse richtig einordnen zu können. Belohnt wird man dafür mit einer sehr persönlichen und bewegenden Darstellung, die eine Frau zeigt, die trotz schwerer Krisen niemals den Mut verloren hat und eine tiefe Großherzigkeit bewahrte – auch wenn ihre Familie sie oft kritisch oder gar abwertend betrachtete. „Prinzessin Alice“ ist keine klassische Romanbiografie, sondern eher ein eindringliches literarisches Porträt. Wer sich für europäische Geschichte, starke Frauenschicksale oder psychologische Erzählungen interessiert, findet hier eine berührende und intensive Lektüre.
„Prinzessin Alice“ handelt von Alice, der Großmutter von König Charles III. Der Roman beschreibt unter anderem Alices Kindheit, ihre Ehe, Mutterschaft, ihre Situation während der unfreiwilligen Behandlung durch Sigmund Freud und ihr spätes Wirken. Dabei spielen ihre sinnliche Verbundenheit mit Gott, familiäre Erwartungen, Emigration, Kriegserfahrungen, jüdische Identität sowie Nationalsozialismus eine Rolle. Dennoch geht Irene Dische dabei nie besonders in die Tiefe. Der Erzählstil hat mich an Bridgerton erinnert: Mehr oder weniger direkte Ansprache und ironischer Ton. Gerne hätte ich Alice nach mehr Details oder ihren Gefühlen in den jeweiligen Situationen gefragt. Trotzdem bekommt man ein vielseitiges Bild in ein Stück Familien- und Zeitgeschichte.
Wäre dies ein rein fiktionaler Roman, würde ich sie für unglaubwürdig halten, aber das wahre Leben schreibt die verrücktesten Geschichten. Gute Sprache und Erzählstil über eine wahrhaft kontroverse, selbstlose, religiöse Frau, aber mit kleinen Längen im Mittelteil.








