Zwischen vermeintlichem Hauptstadt-Glanz und Sinnsuche
Ein junges Pärchen packt die Koffer und zieht nach Berlin. Nicht einfach so, sondern mit einer klaren Botschaft im Gepäck: Wir wollen mehr. Mehr als der geregelte Alltag, mehr als das, was die alten Schulfreunde zuhause leben. Berlin soll der Beweis sein, dass es anders geht. Das Buch spielt mit Perspektiven und fängt dabei das Lebensgefühl einer Generation ein, die so intensiv nach dem Sinn sucht, dass sie dabei manchmal vergisst, einfach zu leben. Gentrifizierung, Social-Media-Inszenierung, das Flüchten in Idealvorstellungen, all das zieht wie eine Kulisse am Leser vorbei. Das Paar bewegt sich dabei in einer sehr speziellen Berliner Bubble. Diese Welt ist so eng und eigentümlich, dass es schwerfällt, wirklich eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Man schaut eher durchs Fenster, als dass man mitfiebert. Man erkennt sich hin und wieder in einer Szene, nickt kurz, und ist schon wieder Zuschauer. Das Ende aber überrascht angenehm: Der Seelenfrieden findet sich am Schluss doch ausgerechnet in jener ruhigeren Welt, aus der das Paar einst floh. Nur eben mit ein paar Berliner Farbtupfern darin. Insgesamt ein kurzweiliges Buch, das nicht allzu tief schürft. Ein guter Begleiter für die Bahn oder den Nachmittag auf dem Balkon. Leicht im Gepäck, leicht wieder vergessen.










