
Das hier war ein Trip zurück in meine Kindheit. Ich erinnere mich, wie ich mit Walkman und Malbuch bei meiner Uroma am Wohnzimmertisch saß und das Hörspiel von Momo gehört habe, während Oma in der Küche zu weich gekochte Spaghetti für mich gekocht hat. Damals hatte ich richtig Angst vor den Bösewichten den Grauen Herren. Dieses Mal habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Es war ein schönes Wiederhören, aber ich muss sagen: Am Ende war ich nicht so begeistert, wie ich dachte, dass ich es sein würde. Vieles wirkte auf mich trauriger und schwerfälliger, als ich es als Kind abgespeichert hatte, weil ich als Erwachsene natürlich einen ganz anderen Blick auf die Thematik habe. Worum geht’s? Momo ist ein Mädchen, das in einem Amphitheater lebt und eine besondere Gabe hat: Sie kann zuhören. Allein durch ihre Anwesenheit finden die Menschen Lösungen für ihre Probleme. Doch dann tauchen die Grauen Herren auf, die den Menschen einreden, Zeit zu sparen. Alles Schöne: Zeit mit Freunden, Besuch der Familie, sogar die Fantasie der Kinder, wird plötzlich zur „Zeitverschwendung“ und alles wird immer trostloser. Meine Gedanken: Momo ist für mich ein Spiegel unserer heutigen Zeit. Es ist erschreckend, wie aktuell Michael Endes Kritik an Stress, Leistungsdruck, Überkonsum und dem Verlust von Empathie ist. Die Grauen Herren erinnern mich fast ein bisschen an Dementoren, die Kälte bringen und Freude rauben. Obwohl mich das Buch zwischendurch etwas melancholisch gestimmt hat und die Begeisterung nicht ganz an meine Kindheitserinnerungen herankam, empfinde ich es als wichtiges Buch. Es ist eine philosophische Geschichte, die wir vielleicht gerade als Erwachsene hören/lesen müssen, um unsere eigene Art zu leben zu hinterfragen.

























































