"Mit schonungsloser Präzision erschafft Fleur Jaeggy ein Kaleidoskop aus subversiven Figuren, die eine Aura von Gewalt umgibt." (Klappentext) Wer Angst vorm Himmel hat, muss schreckliche Schuld auf sich geladen haben und fürchtet wohl eher, die Abrechnung als den inneren Frieden zu finden. In sieben Erzählungen, die wie dunkle Gemälde erscheinen, lesen wir Lebensgeschichten zumeist tief trauriger Menschen. Sie maskieren ihren Kummer mit einem Lächeln, damit niemand etwas merkt. Einige so verbittert, dass sie weder sich noch anderen gönnen, glücklich zu sein. Sie leben Lügen oder suchen nach einem richtigen Leben im falschen. Es geht ums Sterben und die toten Seelen, die zwischen den Lebenden bleiben. Schicksalsschläge, die ihnen den Lebensmut genommen haben, so dass sie scheinbar nur auf Erlösung warten. Fleur Jaeggy schreibt düster, fast schon morbide in dieser kurzen Sammlung von Erzählungen. Über allem schwebt etwas sakrales und es herrscht eine bedrückende Atmosphäre. An einem düsteren Winterabend kann sich die Poesie der Texte sicher bestens entfalten. Für eine kurzwellige Lektüre eignet sich "Die Angst vor dem Himmel" allerdings nicht.
8. Feb.Feb 8, 2025
Die Angst vor dem Himmelby Fleur JaeggySuhrkamp
