29. Apr.
Rating:4.5

Jede Generation hat ihr Herausforderung und wie diese in diesem Buch verbunden sind, einfach gut.

Dynamischer Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart aber immer nachvollziehbar nie ohne den roten Faden zu verlieren, das macht es den Leser leicht wirklich in die Geschichte einzusteigen. Drei Generationen mit Alltagsproblemen, aber dennoch auch mit den spezifischen ihres jeweiligen Daseins als jüdische Gläubige. Eim Glossar hätte dem Buch gut getan, aber das ist auch der einzige Makel in meinem Augen.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
30. März
Rating:3

Margarita ist 15 und wächst bei ihrem alleinerziehenden Vater Avi in Berlin auf. Avi ist ein jüdischer Kantor in einer Synagoge. Als Margarita in den Ferien ihre Großeltern in Chicago besucht, eröffnen diese ihr, dass ihre Mutter Marsha sie sehen möchte. Marsha hat die Familie verlassen, als Margarita noch klein war. Und so fliegt sie nach Jerusalem, um mit ihrer ihr nahezu unbekannten Mutter Israel zu bereisen. Doch das Gemisch aus Pubertät, dysfunktionaler Patchwork-Familie und Wunden in der jüdischen Identität muss zwangsläufig zur Implosion führen… „Gewässer im Ziplock“ ist eine tiefgründiger Roman, der einerseits die Adoleszenz Margaritas aber im Wechsel auch immer die Midlife-Crisis ihrer Eltern darstellt. Dieser familiäre Aspekt des Romans ist sehr gut gelungen. Auf dem Weg durch diese inneren und äußeren Konflikte kommen noch die Narben und Wunden der jüdischen Identität mit dazu. Hier habe ich einiges gelernt. Aus meinem Leseempfinden heraus hat Dana Vowinckel einen störenden literarischen Kniff angewandt. Sie hat mich immer wieder abgestoßen durch eklige bzw. drastische Szenen, wo für meinen Geschmack keine sein mussten, durch den Wechsel in einer andere Sprache, durch unsympathisches Verhalten und Denken, durch das Erzeugen von Fremdheit und Distanz. Vielleicht soll ich es mir als männlicher nicht jüdischer Leser auch gar nicht heimisch machen in ihrer Geschichte. Verstehe ich total! Dadurch hat mich das Buch auf emotionaler Ebene aber leider nicht getroffen. Die Figuren kamen mir leider nicht nah genug. Und so habe ich insgesamt auch länger gebraucht, um es fertig zu lesen. Das is aber eine ganz persönliche Sache. Insgesamt ein starkes, beeindruckendes literarisches Debüt! Jetzt freue ich mich auf das Theaterstück dazu.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
21. Jan.
Rating:4.5

Wunderbare und berührende Coming-of-Age-Geschichte im Kontext einer zerrissenen jüdischen Familiensituation. Hauptprotagonistinnen sind die 15-jährige Margerita und ihr Vater, mit dem Margerita in Berlin aufwächst, nachdem ihre Mutter die Familie früh verlassen hat. Die Geschichte begleitet Margerita auf ihrer Reise zu den jüdischen Großeltern nach Chicogo, sowie nach einer Einladung ihrer Mutter nach Jerusalem. Im Laufe der Geschichte brechen viele unterdrückte Gefühle und Konflikte auf. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, besonders die Perspektive von Margerita hat mich sehr berührt, ihre kulturelle und pubertäre Zerrissenheit und die Wut und Enttäuschung auf ihre Mutter. Die Unsicherheit und Traurigkeit der Personen sind mir sehr nahegegangen.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
4. Jan.
Rating:3

Ein Coming of Age Buch über eine deutsche Jüdin, das in erster Linie spürbar macht, wie unangenehm es ist, mit all den Normen und Zwängen jugendlich zu sein aber auch, wie unangenehm es ist, mit Jugendlichen zu sein. Schön fand ich auch die Identitätskonflikte wie israelisch in Deutschland, jüdisch in Deutschland, Deutsch in Israel zu sein.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
1. Jan.
Jüdische Geschichte in modernem Kontext und viele Identitätsfragen
Rating:4.5

Jüdische Geschichte in modernem Kontext und viele Identitätsfragen

Als Person ohne jeden jüdischen Bezugspunkt war das Buch ein neuer und spannender Blick auf die Religion. Abseits von was wir in der Schule zu Judentum im Bezug auf die deutsche Geschichte erfahren haben hatte ich noch wenige Berührungspunkte dazu - zudem das Buch ja auch genau das thematisierte - eine nicht deutsche Sicht auf die jüdische Geschichte. Ich mochte die beiden Erzählperspektiven der Tochter und des Vaters gerne. Gerade die Ausschnitte des Vaters waren von einer einzigartigen Erzählweise. Beide konnte ergänzen was die jeweils andere Perspektive vermisste. Zudem boten die drei Spielorte Berlin, Chicago und Jerusalem eine tolle Abwechslung. Ich bin dankbar um das Buch von Dana Vowinckel und das sie meine Perspektive erweitert hat.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
25. Sept.
Rating:2

Für mich zu religiös

Ich habe mir das Buch auf Empfehlung gekauft und am Ende war es mir einfach deutlich zu religiös, dadurch auch langweilig. Was jedoch nicht am Judentum lag sondern einfach daran, dass ixh prinzipiell kein fan von Büchern mit einem so großen Anteil an Religion bin. Ansonsten konnte ich den Frust und auch die Beziehungen sehr gut nachvollziehen und mochte es, wie in dem Zusammenhang einige Themen angegangen wurden, manchmal auch ganz beiläufig

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
20. Sept.
Rating:4.5

Großartiger Coming-of-Age-Roman

Sommerferien. Weit weg von ihrem Vater in Berlin. Dem Berlin, in dem er sich so fremd fühlt, wo er aber doch seinen Platz gefunden hat. Margarita verbringt ihren vielleicht letzten Sommer bei ihren Großeltern in Kalifornien. Bei jenen, mit ihren eingefahrenen Gewohnheiten und ihren Eigenartigkeiten. Sie sind voller Liebe für ihre Enkelin, legen ihr die Welt zu Füßen. Aber kann man das mit 15, mitten in der Pubertät, wertschätzen? Die Protagonistin ist auf der Suche nach sich selbst und ihrer jüdischen Identität. Unerwartet kommt ein Stein ins Rollen, angefangen mit der Idee, die fremdgewordene Mutter in Israel zu besuchen. Man begleitet die Protagonistin in einem vielleicht lebensentscheidenden und bedeutungsträchtigen Sommer, in dem sie alles auf den Prüfstand stellt. Was alles genau passiert, muss man wie immer selbst herausfinden. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Eine Geschichte mit Humor, Freude, Trauer. Besonders die trotzige Teenager-Sichtweise zwischen wirklich allen Stühlen fand ich hier gut umgesetzt.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
21. Aug.
Rating:4

Familiengeschichte zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem

Gewässer im Ziplock ist ein kluger, feinfühliger Roman über das Erwachsenwerden, über familiäre Brüche und über die Frage, wie man mit einem Erbe lebt, das ebenso schmerzhaft wie kostbar ist. Dana Vowinckel erzählt mit großer Wärme und Präzision von einer jüdischen Familie, die sich zwischen Kontinenten, Generationen und Identitäten bewegt. Im Zentrum des Buches steht Margarita, 15 Jahre alt, Teenager aus Berlin, die mit ihrem Vater, der als Kantor in der jüdischen Gemeinde arbeitet, zusammen lebt. In den Ferien besucht sie ihre Großeltern in Chicago und dort fasst die Familie den Beschluss, dass sie ihre Mutter, die sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat und de facto nicht kennt, in Jerusalem besuchen soll. Vowinckel stellt in dem Buch die Familienbeziehungen, die durch gesellschaftliche und religiöse Spannungen geprägt sind, dar. Während des Lesen fragte ich mich die ganze Zeit, was der Titel auf sich hat und dachte, was er mit dem Inhalt zu tun hat. Ich dachte, dass Ziplock etwas geographisches auf sich hat- nein es ist eine Ziplocktüte! Ja, diese Erkenntnis macht das Buch durchaus klüger und nun verstehe ich auch, warum das Glossar nicht im Buch abgedruckt wurde, warum es keine Fußnoten gab, die ich mir an der ein oder anderen Stelle gewünscht habe und warum die Autorin zwischen Deutsch, Englisch und Iwrit gewechselt hat,

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
28. Juli
Rating:2

Leider Langweilig

Insgesamt ein sehr langweiliges Buch. Habe es gelesen, da es mir empfohlen wurde, um den Israel-Palästina Konflikt zu verstehen. Das Buch hatte aber nur 1% damit zu tun. Insgesamt ging es um eine gelangweilte Jugendliche, deren geschiedene Mutter in Israel lebt. Gefallen hat mir, dass man der alleinerziehende Vater der „Gute“ war und die Mutter die „Böse“. Im Prinzip geht es nur um das Streiten einer Teenagertochter mit ihren Eltern

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
13. Juli
Rating:5

Ein wirklich schöner Familien-/Generationenroman. Der Komplex wird in den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten erzählt und auseinandergedröselt, was die ohnehin spannende Geschichte dieser Familie noch kurzweiliger werden lässt. Ich jedenfalls war von Seite 1 an gebannt.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
7. Juli

Gut zu lesender Roman über das erwachsen werden der 15jährigen Margarita die mit ihrem Vater Avi, der Kantor in einer jüdischen Gemeinde ist, in Berlin lebt. Über das Leben als alleinerziehender jüdischer Vater in Deutschland und über die Beziehung von Margarita zu ihren amerikanischen Großeltern und zu ihrer Mutter Marsha, die seither in ihrem Leben kaum vorkam. Und nicht zuletzt über jüdisch sein an sich.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
21. Apr.
Rating:5

Ein Roman der bleibt.

Dieses Buch hat mich auf eine Weise getroffen, wie es nur ganz wenige schaffen. „Gewässer im Ziplock“ erzählt von jüdischem Leben – in Berlin, in den USA, in Jerusalem, in Israel. Es spielt im Jahr 2023, noch vor dem 7. Oktober. Und genau dieses „Davor“ liegt wie ein Schatten über allem. Der Roman ist ruhig, eindringlich, manchmal fast zärtlich – und dabei so klar und klug. Es geht um Identität, um Geschichte, um Schmerz, ums Weiterleben. Und darum, was es heißt, in verschiedenen Welten gleichzeitig zu leben – emotional, geografisch, sprachlich. Als weiße deutsche Leserin habe ich das Buch mit großem Respekt gelesen. Es zeigt Dinge, die in meiner Lebensrealität oft unsichtbar bleiben. Und es tut das ohne Vorwurf, aber auch ohne Rücksichtnahme. Es sagt einfach, was ist – und das reicht vollkommen aus. Am Ende bleibt ein Gefühl zurück, das sich schwer beschreiben lässt. Vielleicht Traurigkeit, vielleicht Staunen. Vielleicht ein leiser Auftrag, genauer hinzusehen, zuzuhören, Fragen zu stellen. Für mich eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
1. Apr.
Rating:3.5

“Wenn man sich nur selbst verlassen könnte, dacht er, er täte es.”

Ich mochte, das Vieles als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt wird, ohne ausschweifende Erklärungen auskommt und man trotzdem Einblicke in jüdisches Leben bekommt. Insgesamt ließ es sich gut und flüssig lesen, am Ende allerdings zog es sich etwas in die Länge.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
9. März
Rating:2.5

Eigentlich ist das eine interessante Geschichte über ein Mädchen, dass bei Ihrem alleinerziehenden Vater aufwächst, der Jude ist und in einer Berliner Synagoge arbeitet. Die Mutter hat die Familie verlassen als sie 3 war und lebt in Israel. Magerita, die zwischen den ganzen Konflikten der Eltern und Großeltern hin und hergerissen wird, versucht Antworten zu finden. Sehr gute Geschichte, wäre sie nicht vollgespickt mit hebräischen Wörtern und jüdisch-kulturellem Spezialwissen. Irgendwann habe ich aufgehört nachzuschlagen. Schade, lesenswert va für Menschen, die der hebräischen Sprache mächtig sind. 🤷🏻‍♀️

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
4. März
Rating:5

Wow - eine (jüdische) Lebenswelt zwischen den USA, Deutschland und Israel, die bei mir ein neues Bewusstsein für unsere Gegenwart geschaffen hat! 👏🤩

„Gewässer im Ziplock“ spielt im Sommer und handelt von der 15-Jährigen Margarita und ihrer dysfunktionalen Familie. Sie wohnt mit ihrem alleinerziehenden Vater (welcher aus Israel stammt) in Berlin, wo er als Kantor in einer jüdischen Gemeinde arbeitet. Üblicherweise verbringt sie ihre Ferien bei den Großeltern in Chicago - doch dieses Jahr ist alles anders, denn sie soll nun endlich ihre Mutter Marsha kennenlernen, die die Familie verlassen hat, als Margarita drei Jahre alt war. Sie wird also in ein Flugzeug gesetzt, denn die Mutter wohnt seit kurzem in Jerusalem. Nicht einfach für die Teenagerin, denn zurück lässt sie ihren Freund, ihre erste Liebe, Nico. Klingt nach reichlich Konfliktpotential, oder?! Und so starten die Schwierigkeiten mit dem Gesundheitszustand der Großmutter, der eine Rückreise notwendig macht und Margarita eine Entscheidung abringt. Ein israelischer Vater, der mit seiner Tochter nach Deutschland geht, die Mutter ist jüdische Amerikanerin, die Großeltern leben in Chicago. Das sind die Orte, an denen „Gewässer im Ziplock“ spielt: Chicago, Berlin und Israel, bzw. Jerusalem. Diese Geographie ist zur gleichen Zeit auch ein politischer, ideologischer und weltanschaulicher Raum, welchen die Autorin fabelhaft und ohne Ideologisierung entfaltet und beschreibt. Da gehen gewissermaßen die Konflikte komplett über in ganz normale zwischenmenschliche Konfrontationen und Herausforderungen. Es ist auch nicht nur der Konflikt, mit dem man als jüdische Deutsche in Berlin konfrontiert ist, dem Antisemitismus, sondern es sind die Schwierigkeiten, die das Jüdischsein an sich mit sich bringt, die Dana Vowinckel uns hier vor Augen führt und damit näherbringt. Besonders gelungen fand ich den kleinen Plottwist, den die Autorin in die Geschichte integriert hat, der sich um die Fragestellung dreht, ob unsere Protagonisten Margarita wirklich jüdisch ist. Die Antwort möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern, aber Euch den Hinweis geben, dass nur jüdisch ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde. „Deshalb konnte Marsha Geschichten erzählen, mit denen Margarita nichts zu tun hatte. Weil Margarita mit ihrem Leben nichts zu tun hatte. (…) Sie erzählte von Freunden ihrer Eltern, die den Holocaust überlebt hatten und nun in Gebäuden wohnten, die Mies van der Rohe entworfen hatte. Sie erzählte es auf amerikanische Art, sensationsgeil, etwas angewidert. Erzählte von einem Jom Kippur, an dem sie mit ihrer besten Freundin - >Linda, you wouldn‘t know her< - den Kühlschrank geplündert hatte, einen halben Rinderbraten verdrückt, kalt, mit Ketchup, während der Rest der Familie in der Synagoge saß. >Seitdem habe ich nie wieder gefastet<, sagte Marsha. Diese Information überraschte Margarita. >Und mein Vater fand das okay?< >Der hatte da doch nichts mitzureden<, sagte Marsha. >Ich bin nicht weniger jüdisch, nur weil ich an Jom Kippur Schinken esse.< >Ähm<, sagte Margarita. >Na ja.< >Relax, Rita. Würde dir guttun. Und deinem Vater auch. Es gibt kein Jüngstes Judengericht und keinen Beichtstuhl. Wir sind keine Christen.< Linda war mittlerweile in die Suburbs gezogen, erzählte Marsha und mimte einen theatralischen Schauder. >Heteronormative utopia. Those people are true Burganiot.<„ Die Biografie, die hier entfaltet wird, würde ich als typisch für jüngere Generationen beschreiben, da sie sich um Beheimatungen diverser Kulturkreise auf unterschiedlichen Kontinenten dreht. Junge Menschen sind in ihren Lebensläufen heute glaube ich sehr viel mobiler, als noch vor einigen Jahren, was sich unter anderem in ihrer selbstverständlichen Mehrsprachigkeit zeigt. Literarisch hätte man gewiss früher auch viel mehr, auf eine didaktische Art und Weise, Begriffe erklärt. Dana Vowinckel traut uns als Leser*innen hingegen einiges zu - was ich absolut liebe (man kann ja googeln, wenn man mit etwas nicht vertraut ist oder es nicht versteht, ist ja heute alles kein Problem mehr - früher hätte man das Lexikon bemühen müssen). Es ist heutzutage eine größere Selbstverständlichkeit da, im Umgang mit verschiedenen Lebenswelten - was mir die Lektüre nochmal mehr verdeutlicht hat. Dana Vowinckel hat quasi ein neues Bewusstsein für unsere Gegenwart bei mir geweckt. Themenfelder, die enormes Konfliktpotential bieten, lässt Dana Vowinckel so organisch ineinander übergehen, dass man sich nie fühlt, als würde man in irgendeiner Art und Weise belehrt werden. Für mich dreht sich das Buch rund um die Frage: Was ist Jüdisch-Sein?! In allen kleinen Zwischentönen und Nuancen findet man die Antworten. Wie z.B. als Margarita in die israelische Familie kommt und sie abgelehnt wird, weil sie Deutsche ist. Es gibt haufenweise identitätspolitische Diskurse, in denen die jeweiligen Figuren sich verheddern. Dana Vowinckel hat eine große Begabung dafür, Figuren zu entwickeln und damit Individuen zu kreieren und zu nahbaren Charakteren werden zu lassen. Zudem hat sie auch ein enormes Talent für Dialoge (welche ich selten gelungen finde, aber mir hier überaus positiv aufgefallen sind) und auch für psychologische Feinheiten, wie die Probleme eines Teenagers, der mit seinem Körper hadert und dem neu entdeckten (sexuellen) Begehren, welches sie sehr explizit schildert. Aber ebenso, wie sie explizit wird, lässt sich viel Verallgemeinerbares aus der Lektüre ziehen - ich habe viel gelernt, beispielsweise wie es sich für einen jüdischen Vater anfühlt, Angst um seine Tochter in Berlin zu haben. Ich habe „Gewässer im Ziplock“ mit größtem Genuss gelesen, weil ich in Dana Vowinckel eine grandiose Menschenbeobachterin gefunden habe, die mich in einer einfachen, aber klaren und präzisen Sprache mitgenommen hat in unterschiedliche Welten zwischen Israel, den USA und Deutschland. Absolute Leseempfehlung! Wichtige Info: Das Buch wurde vor dem 07. Oktober 2023 geschrieben und veröffentlicht und kann unabhängig davon gelesen werden, aber kann ebenso in diesen Zeiten und Zusammenhängen helfen.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
20. Feb.
Rating:5

Ich kann das Hörbuch sehr empfehlen

Ich bin froh, dass ich es als Hörbuch angehört habe ( Hab einen Spleen, dass Hörbücher wie mogeln ist, weil eben nicht gelesen) Es ist eine interessante und toll erzählte Familiengeschichte mit tiefen Einblicken in das jüdische Leben in Deutschland, Israel und den USA. Da einiges in Englisch (Basic-Level) und in hebräischen (oder jiddisch?) verfasst wurde, fand ich es klasse, es richtig (wahrscheinlich/hoffentlich) ausgesprochen gehört zu haben. Weiß nicht, wie es sich liest, wenn man der Sprache nicht mächtig ist…in der onleihe angehört.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
31. Jan.
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Rating:4

„Gewässer im Ziplock“ von Dana Vowinckel ist ein intensiver Roman, welcher mich an vielen Stellen sehr zum Nachdenken bewegt hat. Es ist ein Buch über jüdischen Leben und Aufwachsen, über Kulturen und die Unterschiede im Ausleben, über die Verbindung in der eigenen Familie und die Probleme eines Trennungskindes, was mit 15 Jahren in einen verrückten Sommer zwischen Berlin, Chicago und Israel geworfen wird. „Irgendetwas machte sie wütend daran, dass er nun von weit weg versuchte, Probleme zu lösen, statt sich durchzusetzen. Gegen die Wünsche, ihrer tyrannischen Großmutter und deren unzuverlässigen Tochter. Sie sammelte ihre Dinge zusammen und lief zum Taxistand.“ (Seite 63) „Wie lang die Tage gerade waren, lang und voll, die BerlinerWinter fielen ihr ein, in denen die wenigen hellen Stunden ihr immer so grausam vorgekommen waren. Was sie jetzt geben würde für einen Tag, der so kurz war, dass gar nichts geschehen konnte, und dunkel, nicht so grell wie hier. Für einen unwichtigen Tag.“ (Seite 143) „Was fing die Welt mit ihrer Begierde an, wenn es die Welt war, die sie begehrte?“ ( Seite 188) „Bei allem, was diesen Sommer passiert war, war es um die Befindlichkeiten ihrer Eltern und ihre Vorstellungen, was ihr gemeinsames Kind betraf, gegangen. Was die Befindlichkeiten und Vorstellungen dieses Kindes waren, interessierte aber niemanden.“ (Seite 265) Dana Vowinckel schreibt so bildlich, das ich mit der Hauptprotagonistin durch die Welt und ihre Erlebnisse reiste. Und ich lerne viel über die jüdische Kultur, was mir bisher nicht so bewusst war.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
15. Dez.
Rating:2

Dysfunktionale Familiengeschichte zwischen Berlin,Chicago und Jerusalem. Sprachlich zwischen deutsch, Englisch und hebräisch wechselnd. Der Alleinerziehende Avi mit Trotz-tochter Magerita und der Dauerabwesenden Mutter Marsha und ihren Eltern. Alle wirbeln umeinander, hauen ab, verstehen sich nicht oder wollen sich nicht verstehen und sind auf der Suche nach ihrem Judentum. Figuren wenig Sympathisch und viele Längen im Buch.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
10. Dez.
Rating:4

„[…]und er fremdelte auch, er fand sie fremd, fand sich fremd, vielleicht befremdete er auch, während er das Kind im billigen Buggy herumschob, und je mehr er befremdete, desto befremdlicher wurde er, je mehr man fremdelte, desto mehr fremdelten die Menschen mit einem, und man wurde seltsamer und seltsamer.“

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
12. Okt.
Rating:3.5

In dem Roman geht es um die 15jährige Margarita, die bei ihrem alleinerziehenden, israelischen Vater in Berlin aufwächst, die Sommerferien regelmäßig bei den amerikanischen Großeltern in Chicago verbringt, und dieses Jahr zusätzlich zu ihrer Mutter nach Jerusalem fliegt. Das Buch thematisiert Schmerz, Lügen, Zerrissenheit, aber auch Liebe und was eine Familie ausmacht. Keine der Personen ist wirklich sympathisch, die Darstellung der 15jährigen Margarita und ihre Suche nach der eigenen Identität aber sehr authentisch beschrieben.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
21. Juli
Rating:4

Die 15-jährige Margarita lebt mit ihrem aus Israel stammenden Vater Avi, der Kantor in einer Synagoge ist, in Berlin, ihre Mutter Marsha hat die beiden verlassen, als Margarita noch ein Kleinkind war. Die Sommerferien verbringt Margarita bei den Eltern ihrer Mutter in Chicago, als Eltern und Großeltern beschließen, dass sie ihre Mutter, die vorübergehend wegen eines Arbeitsstipendiums in Israel lebt, dort besuchen soll. Mutter und Tochter reisen gemeinsam durch Israel und tun sich anfangs schwer miteinander. Als Margarita auf einer eigentlich nur als Tagesausflug geplanten Fahrt nach Tel Aviv dort abends strandet, kommt auch ihr Vater nach Israel, wenig später reisen alle drei nach Chicago, weil Marshas Mutter schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Insgesamt vermittelt das Buch viele Einblicke ins jüdische Leben, allerdings fand ich das Glossar lückenhaft und auch etwas willkürlich zusammengestellt, so dass ich doch öfter die Internetsuchmaschine meines Vertrauens bemüht habe. Ich stehe diesem Buch etwas ambivalent gegenüber, denn es hat meines Erachtens die guten Kritiken, die man teilweise im Feuilleton lesen konnte, verdient, war aber irgendwie nicht meins, ohne dass ich so recht sagen kann, woran es lag. Wegen meines subjektiven Eindrucks daher "nur" 4 Sterne.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
4. Juli
"Keine enttäuschte Hoffnung war je so grausam wie die erfüllte Hoffnung, die einem wieder weggenommen wurde."
Rating:3

"Keine enttäuschte Hoffnung war je so grausam wie die erfüllte Hoffnung, die einem wieder weggenommen wurde."

Ich mag die Geschichte sehr. Im ersten Drittel musste ich mir erstmal Zugang zur Thematik verschaffen. Da ich vom Judentum auch ultra wenig Ahnung habe, waren mir nahezu alle verwendeten Begriffe erstmal fremd und ich habe während dem Lesen gegoogelt oder versucht, es mir aus dem Kontext zu erschließen. Ich konnte mit Margarita fühlen, ihre Person gefiel mir gut, ich fand die Rolle von Marsha sehr spannend, doch zu Avi konnte ich oft keinen Zugang finden. "Es klang alles beinah lächerlich amerikanisch, und es kam Margarita vor, als hätten ihre Großeltern versucht, sie in eine Light-Version von Marshas Jugend zu stecken, doch das Deutsche, das Andere, das Dazwischen quoll an allen Ecken und Enden aus ihr heraus wie Kulturbauschaum." S.162

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
28. Mai
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Rating:5

Dana Vowinckels Debüt "Gewässer im Ziplock" ist Sommerbuch und Coming-Of-Age-Geschichte zugleich und vereint noch so viel mehr in sich. Die fünfzehnjährige Margarita verbringt wie jedes Jahr die Sommerferien bei ihren Großeltern in Chicago. Dieses Jahr ist ihr die Trennung von ihrem alleinerziehenden Vater Avi, ihrer Heimat Berlin und ihren Freund*innen zu Hause besonders schwer gefallen, die Zeit in den USA erscheint ihr unerträglich. Ihre Mutter Marsha bietet Margarita überraschend einen Ausweg aus den immer gleichförmigen Sommertagen: Sie läd ihre Tochter ein, mit ihr gemeinsam Israel zu besuchen. Doch um das Mutter-Tochter-Verhältnis steht es schlecht und der Aufenthalt in Israel wird bald zur Zerreißprobe für Margarita und Marsha. Die Autorin geht in ihrem Roman Fragen nach Identität, Herkunft, jüdischem Leben in Deutschland nach dem Holocaust, Elternschaft und Erwachsenwerden nach. Dabei gibt sie keine einfachen Antworten, ihre Figuren sind vielschichtig und markant, sie ecken an und sind gerade dadurch so lebensecht. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Margarita und Avi, in Berlin, Chicago und Israel. Ich habe "Gewässer im Ziplock" sehr, sehr gerne gelesen, ein gleichermaßen schöner, unterhaltsamer und trauriger Roman, den ich nur empfehlen kann.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
26. Mai
Rating:2

Bei 31% aufgehört, ist mir leider viel zu langweilig und auch der Schreibstil gefällt mir nicht. Manche Sätze hören einfach auf oder sind komisch geschrieben, sodass man nicht weiß, was die Autorin eigentlich sagen möchte. Als Beispiel sei die erste Übernachtung und Sex? (Gab es welchen?) genannt.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
9. Mai
Rating:4

„Irgendetwas machte sie wütend daran, dass er nun von weit weg versuchte, Probleme zu lösen, statt sich durchzusetzen gegen die Wünsche ihrer tyrannischen Großmutter und deren unzuverlässigen Tochter.“ Die 15-jährige Margarita verbringt die Ferien bei ihrer Mutter, die sie jahrelang nicht mehr gesehen hat. Spannungen im Familienumfeld, jüdische Religion und eine jugendliche Protagonistin mittendrin - eine gute Mischung!

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
11. Feb.
Rating:3

Ich hatte mir etwas anderes erhofft. Für meinen Geschmack etwas zuviel Selbstmitleid des sehr gläubigen Vaters, viele jüdische Ausdrücke, die auch nicht im Glossar erläutert wurden. Seitenlange Beschreibungen der Gebete musste ich überlesen...

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
27. Jan.
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Rating:4

Wir begleiten die fünfzehnjährige Margarita durch den Sommer. Ein Sommer zwischen Berlin, Chicago, Jerusalem und Tel Aviv. Ein Sommer zwischen ihren Großeltern, ihrem Vater Avi und der Mutter Marsha. Ein Sommer zwischen Glauben, Pflicht, verlorenen Identitäten, Rassismus, Verunsicherung und Erwachsenwerden. Ein Sommer, an dem die Ereignisse so schnell vor Margarita ablaufen, dass sie kaum schritthalten kann. „Würde es immer so weitergehen, dass eigentlich jede Erinnerung wie ein Film aus einem anderen Leben war, das sie niemals jemandem komplett offenbaren könnte?“ S. 123 Ein spannend erzählter Coming-of-Age Roman, an dem mir besonders die komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung gefallen hat. Das Verweben von jüdischer Tradition und modernen Leben gelang der Autorin mühelos. Ich halte diesen Roman für sehr wichtig, er hat mir neue Perspektiven eröffnet und mich in die Lebensrealität von Menschen entführt, mit der ich noch keine Berührungspunkte hatte.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
27. Jan.
Rating:4.5

Margarita ein 15 jähriges Mädchen, wandelt zwischen Chicago, bei ihren Großeltern und Jerusalem, bei ihrer fremden Mutter. Zwischendrin ihr Vater, der in Berlin wohnt. Ein Chasan, der in der Synagoge in Berlin vorbetet. Margarita lebt in einer zerrissenen Welt. Keiner ihrer Eltern bietet ihr wirklich Halt, da die Vergangenheit zu verletzend war. Für Margarita offenbart sich die Frage, was bedeutet es jüdisch zu sein und wohin gehört wie wirklich. Ein wirklich sehr gut, interessant geschriebenes Buch. Die Ehrlichkeit verblüfft einen manchmal, aber es ist dennoch genau der Moment nachdem man sich sehnt. ▪️ jüdisches Leben ▪️ Chicago ▪️ Eltern, die sich verhalten wie Kinder ▪️ Israel ▪️ Jom Kippur ▪️ Vatersorgen

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
17. Jan.
Rating:3.5

Das Buch lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite eine tolle intensive Beschreibung von Begebenheiten und Gefühlen. Auf der anderen Seite langatmig sich hinziehende Seiten und Wiederholungen. Margarita besucht wie jedes Jahr ihre Großeltern mütterlicherseits in Chicago, schläft mit einem Jungen. Ihre Mutter, die sie kaum kennt, lädt sie zu sich nach Jerusalem ein. Das Verhältnis ist sehr angespannt und Margarita ist eine Nacht lang unauffindbar, so dass auch ihr Vater sich auf die Reise nach Jerusalem begibt. Dort angekommen streiten sich "Ritas" Eltern ständig. Meist so, dass sie es mitbekommt und das ist unerträglich. "Bei allem was diesen Sommer passiert war, war es um die Befindlichkeiten ihrer Eltern und ihre Vorstellungen, was ihr gemeinsames Kind betraf, gegangen. Was die Befindlichkeiten und Vorstellungen dieses Kindes waren, interessierte aber niemanden. " Diese Zerrissenheit und die Streitigkeiten waren mir irgendwann zu viel und gingen zu lange. Viel erfahren habe ich über das Judentum und die unterschiedlichen Kulturen in Deutschland, Israel und den USA, das war wirklich interessant! Sprachabschnitte haben mich begeistert:"Es war, als hätte sie sich am Leben verschluckt. Als hätte das Leben sie verschluckt." Insgesamt hat es mich aber leider über manche Strecken verloren und gelangweilt.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
7. Jan.
Rating:3.5

Sehr wichtiges Thema und interessante Einblicke in jüdisches Leben in Deutschland, Israel und den USA. Leider konnte ich mit den Protagonisten nicht wirklich mitfühlen und gerade die Tochter fand ich sehr anstrengend. Mein Lesetempo bei diesem Buch war auch gefühlt sehr langsam, was auch irgendwie frustrierte.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
2. Jan.
Rating:5

Schon jetzt mit Sicherheit eines meiner Jahreshighlights!

Die Geschichte rund um diese zerrüttete Familie und ihre Schauplätze in Deutschland, USA und Israel hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Ich mag sehr wie mit wirklich feinen Nuancen und Details Hauptpersonen mit Tiefe geschaffen wurden, mit denen man mitfühlen kann. Die Beschreibungen von jüdischem Alltag heute in Deutschland und den fast nebenbei beschriebenen Auswirkungen des Anschlags in Halle darauf haben mich bewegt und nachdenklich gemacht. Vielleicht ein Buch, dass wir gerade jetzt alle lesen sollten. Ich hoffe auf dieses Debüt folgen noch viele weitere Bücher!

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
27. Dez.
Rating:3

Das erste was mir bei diesem Buch aufgefallen ist, es hat keine typische Kapiteleinteilung, daran muss man sich erst gewöhnen. Das Buch ist für jeden der Einblick in jüdische Traditionen haben will, interessant. Ich würde es der Kategorie "Drama" zuteilen. Manchmal ist es etwas langatmiger und nicht unbedingt leicht nebenbei zu lesen, da auch die Gefühlswelten der Personen in allen Ausprägungen, ungefiltert dargestellt werden. Ein Buch, dass versucht aus einer sehr ehrlichen Perspektive über eine zerüttete Familie zu erzählen, die durch gewisse Lebensumstände aufeinander trifft.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
10. Dez.
Rating:3

Eigentlich ist es besser als 3 Sterne. Aber 15 jährige sind mir vielleicht doch zu weit weg mittlerweile. Und es ist nicht nur ein Roman über Religion, sondern auch religiös. Hätte es gerne mehr geliebt, aber ich hab zu oft über Rita und ihren Vater die Augen verdreht.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
20. Nov.
Rating:3

Eine Familiengeschichte mit jüdischem Hintergrund. Leider konnte mich weder die Handlung noch die Protagonisten erreichen. Sehr interessant war über jüdisches Leben in Deutschland, Israel und Amerika zu erfahren, über verschiedene Ängste, Probleme und Ursachen zu lesen. Vor allem aber nervten mich die sexuellen Handlungen / Beschreibungen der Teenagertochter Margarita, die überhaupt nicht die Handlung weiter brachten und ganz leicht hätten ausgelassen werden können.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
17. Nov.
Rating:2

Bei 31% aufgehört, ist mir leider viel zu langweilig und auch der Schreibstil gefällt mir nicht. Manche Sätze hören einfach auf oder sind komisch geschrieben, sodass man nicht weiß, was die Autorin eigentlich sagen möchte. Als Beispiel sei die erste Übernachtung und Sex? (Gab es welchen?) genannt.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp
5. Nov.
Rating:4.5

“Alle fremdelten sie mit ihm, die Deutschen, die Juden, auch die wenigen anderen Israelis in Hannover, denn entweder sie waren keine Juden, oder sie waren keine Israelis, oder sie waren keine alleinerziehenden Väter, und er fremdelte auch, er fand sie fremd, fand sich fremd, vielleicht befremdete er auch, während er das Kind im billigen Buggy herumschob, und je mehr er befremdete, desto befremdlicher wurde er, je mehr man fremdelte, desto mehr fremdelten die Menschen mit einem, und man wurde seltsamer und seltsamer.” (Vowinckel 2023, S. 287) Dana Vowinckels Debütroman “Gewässer im Ziplock” erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie, die sich in einem Zeitraum von Sommer bis zum höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur in Deutschland, den USA und Israel abspielt. Margarita, die 15-jährige Tochter von Avi (Kantor in Berlin, alleinerziehend) und Marsha (Linguistin in Jerusalem/Chicago) verbringt ungewollt ihre Zeit bei ihren Großeltern (mütterlicherseits) Selma und Dan in Chicago. Nach einem Telefonat zwischen Avi und Selma fliegt Margarita nach Israel und trifft dort nach einer sehr langen Zeit wieder auf ihre Mutter Marsha, die Avi und sie verlassen hatte, als sie noch ein kleines Kind war. Als sich Margarita nach einem Streit mit Marsha bezüglich ihres Verschwindens nach ihrer Geburt dazu entscheidet einfach zu gehen und nicht wieder auftaucht, verfällt Avi in Panik und macht sich auf den Weg nach Israel. Und von da aus nimmt die Geschichte ihren weiteren Lauf, der sie auch wieder zurück nach Chicago zu Selma und Dan führt. Die Motive der Scham und des Fremdseins/Fremdelns tauchen in der Geschichte immer wieder auf: ob nun innerhalb der unterschiedlichen Ausübung und Auslegung des Judentums, der Ambivalenz von jüdischem Leben in Deutschland oder einfach aufgrund der westlichen Gesellschaftsideale, die teils mit jüdischen Bräuchen clashen. Die Protagonist*innen versinnbildlichen dies alles hervorragend, indem ihr Aufeinandertreffen stets davon geprägt ist - sowohl in harmonischer als auch in konfliktreicher Weise. Geradezu genial und entmystifizierend zeigt Dana Vowinckel, dass “jüdisch sein” genauso vielfältig gleich wie auch knirschend unterschiedlich sein kann. Beim Lesen der Lektüre erfährt man sehr viel über das Judentum und seine Bräuche. Sie schafft es zudem, in abschnittsweise abwechselnder Erzählweise (Perspektive Margarita, Perspektive Avi) die Protagonist*innen vollends in ihrer Persönlichkeit entfalten zu lassen. Auch wenn ich anfangs lange gebraucht habe, um mich in die Charaktere hineinversetzen zu können, habe ich am Ende das Buch mit einem Lächeln zuklappen können, denn ich konnte jede Person im Roman richtig gut in mein Herz schließen. Besonders fand ich zudem das Anfangs- sowie das Schlusskapitel, die beide der Geschichte aus einer distanziert-erzählten Draufsicht eine sprachlich wunderschöne Rahmung geboten haben.

Gewässer im Ziplock
Gewässer im Ziplockby Dana VowinckelSuhrkamp