In Allein beschäftigt sich Daniel Schreiber mit Einsamkeit, Alleinsein und dem Wunsch nach Nähe. Dabei verbindet er persönliche Gedanken mit gesellschaftlichen Beobachtungen und schreibt darüber, wie schwer und gleichzeitig wichtig es sein kann, mit sich selbst allein zu sein. Ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft, musste mich zwischendurch immer mal wieder zwingen weiter zu lesen. War nicht so ganz mein Fall. „Manchmal versteckt man sich so gut, dass man selbst nicht mehr weiß wer man ist.“ „Von außen wirken Menschen fast immer stärker, als sie sich innerlich fühlen.“ „Freundinnen und Freunde helfen uns dabei, die innere narzisstische Schallmauer zu durchbrechen und die ganze Realität des Lebens wahrzunehmen. Ohne sie wäre es unmöglich, sich weiterzuentwickeln, unmöglich, wirklich Mensch zu sein.“
Analyse der Gesellschaft: Warum leben wir allein?
Dieser essayistische Roman liest sich wie eine äußerst unterhaltsame philosophische oder soziologische Hausarbeit. Er behandelt Themen wie Einsamkeit, das Alleinsein, das Leben mit Freunden und dessen Stellenwert, die Pandemie, Homosexualität und vieles mehr. Das Buch hat mich sehr inspiriert. Besonders schön finde ich den Gedanken, dass immer mehr Menschen auf der Welt selbstbestimmt und allein leben. Das muss nicht immer traurig sein, sondern kann Ausdruck von Freiheit sein – vor allem auch als Ergebnis der zunehmenden Selbstbestimmung von Frauen. Auch das Thema Homosexualität wird intensiv aufgegriffen. Dem Leser wird vor Augen geführt, wie langsam die Fortschritte von der Entkriminalisierung bis zur Ehe für alle verlaufen sind – wirklich erstaunlich. Ein tolles Buch und sehr empfehlenswert für alle, die gerne über grundlegende Aspekte des menschlichen Lebens nachdenken oder gelegentlich mit dem Alleinsein zu kämpfen haben.

Ist es schlimm „allein“ zu sein?
„Allein“ hat mich auf eine ruhige, fast unaufdringliche Weise sehr beschäftigt. Daniel Schreiber schreibt nicht erklärend oder therapeutisch, sondern tastend und denkend. Genau das hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht. Es gibt keine schnellen Antworten und keine einfachen Lösungen, sondern Raum für Widersprüche, Unsicherheiten und Nachdenken. Besonders stark fand ich den Gedanken, dass Einsamkeit kein individuelles Scheitern ist, sondern eine existenzielle Erfahrung, die früher oder später jede*n betrifft – unabhängig davon, wie viele Menschen man um sich hat. Gerade die Bezüge zur Pandemie, zu Krankheit, Trennungen und Verlusten haben gezeigt, wie fragil Nähe sein kann und wie schnell vertraute Strukturen wegbrechen. Sehr gefallen haben mir auch die Passagen zu Freundschaften. Daniel Schreiber beschreibt sie als zentrale, oft unterschätzte Form von Nähe und stellt damit die gesellschaftliche Überhöhung romantischer Beziehungen infrage. Die vielen literarischen und philosophischen Bezüge wirkten auf mich nicht belehrend, sondern wie ein Dialog, in den man als Leser*in mit hineingezogen wird. Stellenweise konnte es aber etwas weniger davon sein. Die vielen Bezüge erinnerten mich etwas an Elke Heidenreichs „Altern“. Der Ton des Buches ist melancholisch, ehrlich und gleichzeitig von einer leisen Zuversicht getragen. Allein tröstet nicht offensichtlich, bewertet nicht und will nichts „lösen“ – aber es ordnet und lässt Raum. Für mich ein kluges und anspruchsvolles Buch, was mir Konzentration abverlangt hat.
Vom allein fühlen, allein sein, Gemeinsamkeit erfahren
Nachdem ich anfangs nicht so einfach in das Buch hineinfand, war ich am Ende doch froh es gelesen zu haben. Es liest sich ruhig, unaufgeregt und eher autobiographisch. Es handelt vom Gefühl des Allein Seins, was dieses Gefühl mit einem macht, woher es kommt, wohin es führt und welche Rolle man selbst dabei spielt. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, ich hab mich teilweise darin wieder gefunden, mich ertappt gefühlt und konnte einiges daraus mitnehmen. Ich glaube es ist wichtig, dass solche Bücher geschrieben werden. Das Buch ist auf meinem "Will ich irgendwann mal wieder lesen"-Stapel gelandet 📚
Vielleicht bisher mein Lieblings-Essay von Daniel Schreiber.
„Allein“ konnte ich so gut nachvollziehen wie kein anderes Essay von Daniel Schreiber. Immer wieder fühlte ich mich an meine eigene Gefühlswelt während der Pandemie erinnert. Auf kluge und reflektierte Weise analysiert Schreiber Themen wie Einsamkeit, Freundschaft und Partnerschaft. Doch „Allein“ ist nicht nur analytisch stark, sondern auch wunderschön erzählt. (Ich würde mir ein Buch, wo er nur über Landschaften und Städte schreibt, sofort kaufen). Besonders gefallen haben mir die Überlegungen zu Freundschaftsdynamiken und die Idee, dass Freundschaften nicht das eigene Ich spiegeln müssen, sondern von Widerspruch, Bewegung und Freiheit leben. Gerade in einer Zeit von Cancel Culture und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung halte ich das für einen wichtigen Appell. Am meisten wird mich jedoch die These beschäftigen, dass Einsamkeit auch etwas Gutes und Notwendiges sein kann und zwar als Voraussetzung dafür, sich selbst zu erkennen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Idee teile, doch sie hat mich auf jeden Fall beeindruckt
nah
I couldn’t wait to finish this book and give this 1-star review. It felt like a book written by the average extrovert experiencing lockdown, quoting famous authors to make it seem more intelligent than it actually is. It’s just a lot of yapping with no real insight into what loneliness actually is and how it affects people. What also annoyed me: the author was able to escape to an island during the long winter months, practicing yoga everyday and going on hikes to find himself, concluding that’s what it takes to be okay with living alone. He is way too privileged in this case, because his sense of loneliness while working his job from home, not having to worry about money or rent or if he will lose his income due to covid cannot be compared to most of us who actually had to worry about all those things, while also being locked up. It’s just unrelatable and wants to be deep, but I learned nothing new and counted the pages I had left to turn until I finally finished this book.
Ein wundervoller Essay, der viel in mir bewegt hat und mich sehr zum Nachdenken anregt. Es geht um die Themen Alleinsein, Einsamkeit und die Unterscheidung eben dieser beiden Begriffe. Aber auch um Freundschaft, Liebe und Beziehungen. Wie es sein kann, wenn die Vorstellung vom Leben von der Realität abweicht und wie man damit umgehen könnte. Dabei lässt Daniel Schreiber seine eigenen Gedanken, Erinnerungen , Erkenntnisse , soziologische Studien und philosophische Thesen mit einfließen. Sehr gelungen und authentisch!

Allein – Daniel Schreiber Schreibers Essay in acht kompakten Kapiteln (143 Seiten), entstanden während der Corona-Pandemie, ist eine leicht zugängliche und zugleich spannende Lektüre. Mit klugen, anregenden und im besten Sinne nachdenklich stimmenden Betrachtungen widmet er sich den Themen Alleinsein und Einsamkeit. Absolut lesenswert.
Eine ganz andere und doch allgegenwärtige Geschichte des Seins...
... von einem Autor sozusagen als Biografie geschrieben, mit intelligenten, literarischen und philosophischen Erzählungen ergänzt, ein Buch zum Nachdenken. Ein Buch für das Leben, das ohnehin schwer ist. Zugeben muss man es schon, das Schwersein, zuviele flüchten in ihre schöne heile Welt. Dazu ist der Autor schwul, was aus seiner Sicht das Leben zweifellos erschwert, auch in der heutigen Zeit. Aber es geht nicht nur im das anders sein, denn er zeigt auf das jeder anders und besonders ist. Wer sich auf dieses Buch einlässt erlebt ein kleines bisschen Weisheit.
Dieses Buch wurde in meiner Bubble hochgelobt und verehrt. Ich hatte hohe Erwartungen an den Essay von Daniel Schreiber. Allerdings konnte mich das Buch nicht so richtig überzeugen. Zum einen lag das sicherlich an dem teilweise sehr umständlichen Satzbau. Am Ende eines Satzes angekommen, konnte ich mich nicht mehr an seinen Anfang erinnern. Ich versuchte, die Worte aufzusaugen, sehr bewusst zu lesen, weil mich die Thematik persönlich beschäftigt. Mir war klar, dass ich einen Essay und keinen Roman lese. Trotzdem hätte ich mir oft einen Punkt anstelle eines Kommas gewünscht. Dazu kam, dass ich bei manchen Anekdoten die Pointe vermisst habe oder sich mir der Sinn dieser nicht erschloss. Es werden einige Aspekte der Einsamkeit und des Alleinlebens aufgezeigt, die mir teilweise nur unterbewusst oder gar nicht bekannt waren. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und ist eine Lobrede an die Freundschaft. Dadurch wird das Buch sicherlich nicht nur für Menschen interessant, die mit ihrem Single-Leben hadern, sondern auch für solche, die in einer Partnerschaft leben und ihre alleinstehenden Freund*innen besser verstehen möchten. Ich fand es sehr mutig und berührend, wie offen der Autor über seine privaten Erlebnisse und Empfindungen berichtet. Wie er sie in den Kontext der aktuellen Zeit setzt, aber auch ergründet, woher diese Gefühle kommen. Die Grundstimmung der Abhandlung ist bis fast zum Schluss traurig und betrübt, so dass es mir schwerfiel, daraus Hoffnung und etwas Positives zu schöpfen. Es hat lediglich etwas tröstliches, zu lesen, dass andere ähnliche Zweifel und Sorgen haben. Daniel Schreiber trägt viele philosophische Betrachtungen zum Thema Freundschaft und zum Alleinsein zusammen, die definitiv zum Nachdenken anregen. Auch beschreibt er, mit welchen Methoden er gegen seine Einsamkeit ankämpft. Diese sind aber sicherlich nicht auf jeden Menschen übertragbar. "Allein" ist meiner Meinung nach etwas überschätzt. Man kann es lesen, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht tut.
In Allein (2021) erzählt Daniel Schreiber essayistisch über sein Alleinleben. Ausgangspunkt sind seine Erfahrungen während der Pandemie, die ihn haben zweifeln lassen, ob ein Leben ohne klassische Paarbeziehung und Familie ausreichende Verbindlichkeiten bietet. Enttäuscht war er von Freund*innen, die sich durch die Pandemie plötzlich immer mehr in die häusliche Zweisamkeit zurückzogen. In Gesprächen fühlte er sich unverbunden. Das führt er darauf zurück, dass eigene Belastungen und Sorgen Menschen unzugänglicher für die Bedürfnisse anderer machen. Er hat aber erkannt, dass er einem überhöhten Freundschaftsideal anhing, das reale Freundschaften nicht einlösen können. Das Ideal einer vollständigen Verschmelzung mit einer Seelenverwandten ist auch deshalb absurd, weil Freund*innen gerade durch ihre Andersartigkeit neue Perspektiven liefern, die das eigenen Leben bereichern. Ausführlich und mit vielen Referenzen aus Philosophie, Soziologie und Literatur zeichnet Daniel Schreiber die mediale Darstellung von Freundschaft nach. Auch befasst er sich mit dem Thema der Einsamkeit und der Frage danach, ob sie nicht essenziell zum Menschsein dazugehört (ja) und welche positiven Aspekte das Alleinsein hat. In letzter Zeit gab es einige Bücher zum Thema Alleinsein und auch spezifisch dazu, wie es in einer heteronormativen Gesellschaft, die Paarbeziehung und Familie als Norm setzt, möglich ist, ein volles Leben in Verbundenheit mit anderen Menschen zu gestalten. Im Vergleich beispielsweise zu Katja Kullmann (Die singuläre Frau) zeichnet Schreiber ein deutlich weniger optimistisches Bild. Er beschreibt Traurigkeit und Schwere als Aspekte, die für ihn immer Teil des Lebens sein werden. Dennoch - oder gerade weil er einen ehrlichen Blick auf Freundschaft wirft und versucht, sie von romantisierten Überfrachtungen zu befreien - liebe ich dieses Buch vor allem für seine Gedanken zur Freundschaft.
„In dem letzten Aufsatz, den sie vor ihrem Tod schrieb, beschäftigte sich auch die Psychoanalytikerin Melanie Klein mit Einsamkeit. Sie definierte sie als eine »Sehnsucht«, eine »Sehnsucht nach einem perfekten inneren Zustand«, einem Zustand inneren Friedens, der durch das vollständige Verstehen anderer Menschen und das vollständige Verstandenwerden durch andere Menschen entsteht. Der springende Punkt war für sie dabei, dass dieser Zustand für niemanden von uns erreichbar ist. Wir alle sehnen uns danach, emotional und mental auf der Reise durch unser Leben begleitet zu werden, sehnen uns danach, gesehen, erkannt und verstanden zu werden. Doch andere Menschen seien dazu, so Klein, nie in dem Maße fähig oder bereit, wie wir es uns wünschen. Auch wir selbst sind es nicht. Das ist eine zentrale Bedingung des Lebens.“
„Freundschaften sind die einzigen Beziehungen, die gänzlich auf Freiwilligkeit beruhen, auf dem gegenseitigen Einverständnis zweier Menschen, sich zu unterschiedlichen Graden auszutauschen, Zeit miteinander zu verbringen und füreinander da zu sein. Man wird nicht in sie hineingeboren wie in familiäre Beziehungen mit ihren Ritualen und Pflichten. Für gewöhnlich sind sie auch nicht mit den auf Exklusivität ausgelegten Regeln von Liebesbeziehungen verbunden, nicht mit ihrer Agenda des Begehrens. Wir wählen unsere Freunde und Freundinnen danach aus, wer sie sind, und werden umgekehrt auch genau danach von ihnen ausgewählt. Oft kommt heutigen freundschaftlichen Beziehungen sogar eine andere Dringlichkeit als Liebesbeziehungen zu. Darauf ist die Soziologin Sasha Roseneil in ihren Forschungen gestoßen. Freundschaften, schreibt sie, gehören dieser Tage zu unseren »Praktiken der Selbstreparatur«. Sie können dabei helfen, »die Wunden des Selbst zu heilen« und »seelischen Nöten, Enttäuschungen, psychischem Leid und Verlusten« zu begegnen. Sie können dafür sorgen, dass seelische Einbrüche und gescheiterte Beziehungen nicht unser ganzes Gefühlsleben bestimmen.“
Interessantes Thema, interessante Einblicke, neue Ideen-aber der Autor hat leider keine gute Stimme zum vorlesen!
Ein Buch über die Einsamkeit von Menschen, welches von vielen Seiten philosophisch beleuchtet wird. Mir hat es einige neue Erkenntnisse gebracht, aber ich hab dennoch mehr Inhalt erwartet.
Bin ich freiwillig allein? Kann ich allein glücklich sein? Welche Vorteile hat das Alleinsein und was lernen wir über uns selbst wenn wir allein sind. Diese Fragen stellt sich Daniel Schreiber in seinem Buch „Allein“. Er erzählt uns aus seinem Leben, wieso er das Alleinsein gut findet und dennoch gewisse zwischenmenschliche Beziehungen vermisst. Schreiber erzählt uns das Freundschaften genauso wichtig und gleichwertig sind wie intime Beziehungen zwischen Partner/innen. Verdeutlicht wird die Thematik mit der Corona-Pandemie. Genau dieser Aspekt hat für mich einen bitteren Beigeschmack verursacht. Auch wenn es super dazu passt das Alleinsein zu beleuchten und darzustellen, denn wann waren wir so sehr isoliert/allein in der Gesellschaft als in der Corona Zeit, mochte ich diesen doch langen Abschnitt wenig. Mit vielen Auszügen aus bereits veröffentlichten Essays, Büchern und Zeitschriften schafft er eine Basis für das Thema. Warum wird das Alleinsein als schambehaftet oder gar als scheitern aufgefasst in der Gesellschaft? Immer mehr Menschen entscheiden sich ganz bewusst dazu allein zu sein und sind dennoch genauso stark und zufrieden wie Menschen in Partnerschaften zum Beispiel. Ich mag die Art und Weise wie Daniel Schreiber erzählt und tiefsinnige Aussagen trifft. Es ist ein Buch mit vielen Facetten und zu keinem Zeitpunkt verurteilend. Es regt zum nachdenken an und vor allem die von außen betrachteten Aspekte eines Alleinstehenden Menschen nicht vorzuverurteilen oder fehlzuinterpretieren. Zwischenmenschliche Bedürfnisse können auch während des Alleinseins erfüllt werden. Steht zu euch, seid mutig und habt keine Angst davor allein zu sein. 🫂
Wunderbar! Hab mir ganz viel Zeit genommen und dank vieler Zitate, weitere tolle Bücher gefunden! Toll!
Alleine sein und Einsamkeit sind zwei völlig unterschiedliche Dinge💁🏻♀️
Das Buch "Allein", von Daniel Schreiber, fand ich ganz interessant zu lesen. Er beschreibt in diesem Buch nicht nur den Unterschied zwischen allein sein und dem Gefühl der Einsamkeit, sondern auch die damit einhergehenden Erfahrungen, die man mit diesem Lebensstil macht. Er gliedert das Buch, teils aus seinen eigenen persönlichen Erfahrungen in seinem Leben, inklusive den Gedanken und Emotionen... Auch bezieht er sich auf Essays in psychoanalytischer Form. Für mich machte der Text irgendwie den Anschein einer tiefenpsychologischen Analyse. Dem war aber nicht so. Leicht zu lesen ließ er sich trotzdem. Was ich ein bisschen zu sehr ausgeweitet fand, war die Zeit zu Corona. Es war nicht verkehrt sein persönliches Empfinden mitzubekommen (und ich fühlte mit ihm auch mit), nur kam es mir vor, als ob er sich zu sehr an dem Thema mit Corona aufhängte..... sodass es mich beim Lesen anfing zu nerven. In mancherlei Hinsicht kann ich seine Gedankengänge, Emotionen und Verhaltensweisen, die er da beschrieben hatte, nicht nur teilen, sondern kannte sie selber nur zu gut. Sie gehen automatisch einher, wenn man alleine lebt💁🏻♀️. Auch den Unterschied zwischen alleine sein und einsam fühlen, stimme ich zu. Auch was die Reaktionen des Umfelds/der Gesellschaft und den dazugehörigen Sätzen, die aus deren Munde kommen... Auch das kann ich mit ihm teilen und stimme ihm auch in diesem Punkt zu. Man kann sich in Gesellschaft genauso einsam fühlen, wie als Alleinlebende/-r. Manche suchten sich auch das nicht aus. Aber erst, wenn man alleine lebt ergeben sich, für sich selbst und dem eigenen Leben, Möglichkeiten. Man lernt auch etwas über sich selbst. Es hat seine positiven, sowie gleichzeitig auch seine negativen Seiten. Es ist nicht gesagt, nur weil man alleine lebt und sein Leben lebt "in Freiheit", dass man sich nicht weniger einsam fühlt. Für mich persönlich war es ein interessantes und lesenswertes Buch (auch als i-Tüpfelchen). Ein Buch was einen Lebensstil beleuchtet hatte, den Manche nicht nachvollziehen können/wollen, weil er nicht ganz der gesellschaftlichen Norm entspricht. 📖😊
Der Wert des Alleinseins
Allein sein wird oft als mitleiderregender Zustand betrachtet, pathologisiert und mit Schuldzuweisungen begleitet. Daniel Schreiber beleuchtet allerdings anhand seiner eigenen Erfahrungen sowie Stimmen aus unterschiedlichen Fachkreisen, warum wir das Alleinsein nicht verteufeln, sondern umarmen sollten. Besonders einleuchtend waren dabei zwei Perspektiven Schreibers auf das Leben „allein“. Zum einen sollten wir sprachlich viel stärker differenzieren, ob wir allein oder einsam sind - Denn beide Gefühle können unterschiedliche Konsequenzen nach sich ziehen. In einer Welt, in der das Alleinleben mit einem Mangel gleichgesetzt wird, kritisiert Schreiber außerdem das eingestaubte Bild der Erfüllung in der Kernfamilie, durch die man nie mehr allein sein und damit glücklich sein muss. Dabei gibt es so viele andere Lebenskonzepte, die ebenso passend und erfüllend sein können. Zum anderen widmet der Autor einen großen Teil seines Essays der Rolle von Freundschaften in der Einsamkeitsdebatte. Der Text reflektiert primär das Alleinsein in der Corona-Krise und macht deutlich, welch Kraft die Freundschaft aber auch welchen Wert das bewusste Alleinsein haben kann. In vielen Aspekten konnte ich Schreiber also zustimmen. Es war spannend, mal in eine ganz andere Lebensrealität einzutauchen. Nachhaltig beeinflussen wird mich die Lektüre aber wohl eher nicht.
Daniel Schreiber thematisiert in seinem Buch die Einsamkeit, die er immer wieder selbst episodisch erlebt und beschäftigt sich weiterhin mit der Frage, inwiefern sich einsam und allein per definitionem unterscheiden oder auch nicht. Er erzählt wie er selbst vor dem Alleinsein geflüchtet ist und wie er als Single zur Zeit der Pandemie sein Leben gemeistert hat. Beim Lesen hat man das Gefühl, den Autor gut zu kennen, denn jeder von uns kennt das Gefühl der Einsamkeit und jeder weiß, wie sehr dieses Gefühl schmerzen kann. Der Autor schildert jedoch nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern bedient sich auch einiger philosophischer und soziologischer Studien. Auf diese Weise wird der Begriff der Einsamkeit unterschiedlich kontextualisiert und lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen. Schreiber verdeutlicht sehr gut, dass das Gefühl der Scham wegen empfundener Einsamkeit deplatziert ist, da jeder Mensch irgendwann im Leben einsam ist. Egal, wie viele Freundschaften man im Leben zählt oder wie stabil die Partnerschaft ist. Wir alle spüren sie irgendwann einmal. Das Buch ist somit nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern ein Mutmacher und Trost für die Seele.
Daniel Schreibers "Allein" ist ein großteils autobiografisches Buch, in dem er über allein sein und Einsamkeit in seinem Leben und in der Gesellschaft nachdenkt. Ich hatte darauf gehofft, dass dieses Buch einen leicht queeren Charakter hat, da das Thema allein sein ja auch spezifisch Asexualtität und Aromantismus besonders betrifft. Als schwuler Mann befasst sich Daniel Schreiber in seinem Buch auch damit, welche Auswirkungen auf dieses allein und einsam sein, aber auch auf sein Leben generell, seine Sexualität hat und das hat mir sehr gut gefallen. Nun fühlt sich das ein wenig kleinlich an, darüber enttäuscht zu sein, dass asexuelle und aromantische Menschen trotz dessen, dass dieses Buch meine Erwartungen in queerer Hinsicht weit übertroffen hat, nicht einmal mit einem Wort Erwähnung finden, aber ich komme nicht umher es trotzdem zu sein. Daniel Schreiber übt viel Kritik in seinem Buch, was den gesellschaftlichen Umgang mit den behandelten Themen und den Menschen, die davon betroffen sind, angeht: Allein sein, Einsamkeit, queer sein, Freundschaften, Beziehungen, die Corona-Pandemie, Depressionen. Er führt oft auch Wissenschaftler und Philosophen an, die Gedanken und Forschungen zu diesen Themen verfasst haben. Trotz allem endet er sein Buch mit einer Unsicherheit und einer Akzeptanz dieser Unsicherheit. Für mich war dies das einzige akzeptable Ende dieses Buches, da während des Buches immer wieder klar wurde, dass der Autor auch selbst nicht aus der Kritik auszunehmen war und gelegentlich Sachen, die er in einem Kapitel an der Gesellschaft kritisiert hatte, in einem anderen Kapitel doch wieder unhinterfragt auf sich selbst anwandte. Insgesamt eine tolle und unglaublich interessante Abhandlung über das allein sein, das trotz des oft autobiografischen Charakters eine allgemeine Anwendung findet.
Alleine leben bedeutet Unabhängigkeit, Freiheit, Selbstbestimmtheit. Es kann jedoch zeitweise auch Einsamkeit bedeuten. Schreiber gewährt intime Einblicke darin wie er lernt auch mit den negativen Seiten des Alleinseins umzugehen. Die vielen Zitate und wissenschaftlichen Informationen regen zum Nachdenken an.
Wunderschön geschrieben, regt zum Nachdenken an und ist absolut empfehlenswert!
Konnte mich leider nicht abholen - für mich persönlich zu diffuse und persönliche Ausführungen des Autors. Konnte keinen roten Faden erkennen und wenig neue Denkanstöße gewinnen.

Grossartiger Essay, regt zum Nachdenken an
Thema interessiert mich einfach, wo ich doch alleine war als Freundinnen ihre Lebenspläne stringent umgesetzt haben. Aber ich hab mit diesem Roman viel mehr bekommen als so ein bisschen herum lamentieren über das Thema Allein sein. Einen sehr persönlichen Einblick, sehr viele interessante Querverweise, Input um über das Eine oder Andere aus meiner Vergangenheit noch mal nachzudenken. Aber vor allem die Erkenntnis, dass die in der Jugend entworfenen Lebenspläne durchaus abweichen dürfen und es völlig in Ordnung ist, wenn man damit nicht seinen Frieden macht. Denn auch damit bin ich nicht allein.
sehr sehr persönlicher essay über das alleinsein. die stellen, an denen der autor über sein leben und seine gefühlswelt schreibt, haben mir am besten gefallen. andere stellen fühlten sich ein bisschen an, wie einen text für die uni zu lesen, und komplett ohne kulturwissenschaftliches vorwissen hätte ich mich vielleicht ein bisschen gelangweilt, aber dann fand ich es doch sehr stimmig. ich denke, dass sie sehr viele menschen von diesem buch verstanden fühlen werden. ob man jetzt in einer partnerschaft oder familie lebt oder nicht, man kann sich in den text einfühlen und ein bisschen anders über die eigene lebenssituation nachdenken. das lieb ich am memoir-lesen; dass an die welt durch die augen einer anderen person sieht, und ein paar geheimnisse von ihr erfährt.
Auch wenn der Autor an einigen Stellen seitenlang vom Thema abtriftet, hat mir der Essay sehr gut gefallen. Er eröffnet eine neue Sichtweise auf die Themen Einsamkeit, allein-Sein, Freundschaft und zeigt (für mich neue) Konzepte für persönliche Sinn-Krisen und ihre Herkunft. Natürlich kann sich nicht jeder für die Sinnsuche und eine Auszeit monatelang auf eine Insel zurückziehen oder Freunde in London besuchen, aber das braucht es nicht, um sich mit diesem Buch und seinen Ideen auseinanderzusetzen, um über die genannten Themen nachzudenken.
Kurz und prägnant
Eine Begleitung des Umgangs mit Einsamkeit und Alleinsein des Autors, gespickt mit Ansichten anderer Menschen. Ich war sehr gebannt.
Ein sehr persönliches und versöhnliches Buch, das mir in Teilen aber zu sehr mit Zitaten und Literaturverweisen gespickt war. Daniel Schreiber ist ein enorm belesener und philosophischer Denker, der dem entsprechenden Vokabular Raum gibt. Trotz allem lesenswert.
Ein sehr interessantes Buch, das nicht nur das Leben alleine und die Fragen der Einsamkeit ohne Partner, sondern auch die Auswirkungen der Pandemie auf uns alle, ob wir nun alleine oder als Paar/Familie in ihr existier haben. Ein Buch, das man auf sich wirken lassen muss, aber das am Ende die Mühen auf jeden Fall wert ist.
Bewegend, zum Nachdenken anregend Neue wichtige Gedanken/Begrifflichkeiten für mich: uneindeutige Verluste, grausamer Optimismus, Trockenheit des Herzens, Sexuelle Anorexie/Intimitäts-Anorexie
Mutige Selbstoffenbarung des Autors über sein Innenleben, gut zu lesen. Viele Quellenverweise, mitunter auf wissenschaftliche Erkenntnisse, aber leider auch veralteten mit Schwerpunkt auf psychoanalytischen Theorien die nicht ausreichend hinterfragt werden. Konnte nicht ganz entnehmen, ob Freundschaften wirklich was Gutes sind durch die ständige, wohl auch bewusst beschriebene Ambivalenz des Autors. Hätte mir mehr Erkenntnisse aus Anthropologie, Biologie und Psychotherapie erwünscht.
Ich schlingerte beim Lesen zwischen schmerzlich schöner Melancholie, Traurigkeit, aber auch Optimismus. Allein ist ein sehr persönliches und daher, wie ich finde, mutiges Buch. Wie Daniel Schreiber allumfassend über Einsamkeit und Alleinsein schreibt und dabei auch Freundschaften, Abhängigkeiten und Scham mitverhandelt, ist schon ziemlich großartig. Es erscheint mir als ein absolut zeitloses Werk, da ich überzeugt bin, dass Einsamkeit uns früher oder später alle betreffen wird.
Ein Buch über das Alleinsein (müssen), ausgelöst durch die Pandemie, beschreibt Daniel Schreiber zum Teil sehr persönlich seine Erfahrungen der Isolation bis hin zum Ausgeschlossensein und der gelebten Ambivalenz zwischen Alleinsein und Einsamkeit. Die Abhandlung wird immer wieder durch Einschübe von anderen Schriften soziologischer oder philosophischer Art mit Bezug zu seinen Autoren unterbrochen, dies macht leider auch den Lesefluss zum Teil holperig. Ich kann mir vorstellen, dass der Autor hier wie in einer Doktorarbeit dem Thema einen wissenschaftlichen Touch zu geben versucht, mir hat es den Zugang eher erschwert. Auch die manchmal listenähnlichen Aufzählungen bestimmter Gartenpflanzen (der Autor ist ein Gartenfreund) sollten wohl etwas Leichtigkeit einbringen, dies gelingt aber kaum und wirkt befremdlich. Dennoch, eine recht persönlich ehrliche Auseinandersetzung mit einem eher unangenehmen Thema, welches immer wieder Perlen der Erkenntnisse präsentiert, was das Lesen schlussendlich doch lohnend macht.
„Niemand von uns kann der Einsamkeit entkommen. Sie ist eine unabwendbare, eine existentielle Erfahrung. Vielleicht auch eine notwendige.“ (S. 112) allein. anhaltend. omnipräsent. persönlich. abstrakt.
2 oder 3 Sterne, das ist hier die Frage.....
Es ist nicht der Verlust des Glaubens an die Liebe, sondern das Interesse daran.
Dieses Werk stand länger auf meinem SuB und was soll ich sagen; ich hab mich durch den kurzen, knappen Titel und das wunderbar farbige Cover zum Kauf leiten lassen. Das Cover zeigt verschiedene Farbkreise die ineinander über gehen, ein knallig bunter Einband und der Titel in schlichten weiß. Daniel Schreiber erzählt von seinem Leben als schulen Mann der nicht in einer Beziehung ist. In der Vergangenheit hat er mehrfach versucht Beziehungen einzugehen und sie zu halten, was ihm jedoch nicht gelungen ist. Er hat mit der Zeit auch immer weniger Affären und die Leere seiner selbst versucht er mit Freundschaft zu füllen, was ihm hervorragend gelingt. Doch dann kam 2019, die Covid-Pandemie nahm ihre Anfänge in China und verbreitete sich. Somit verbreitet sich in ihm die Angst, die Angst krank zu werden, seine Freunde und Familie zu infizieren. Also verlor er sich in Arbeit, in seiner Wohnung, machte Spaziergänge, jedoch allein. Sein Leben wurde zunehmend leerer, die Freunde mit denen er Kontakt hatte, berichtet von ihren Problemen mit Partnern, Kindern und des Zusammenlebens, es hinterfragte kaum einer sein Leben. Das warf ihn in ein Loch. Als reisen wieder möglich wurde, verreiste er für mehrere Wochen mit zwei Freunden, da er während des Pandemiegeschehens das Wandern für sich entdeckte, wanderte er fast jeden Tag über die Insel um sie zu erkunden. Als die Reise sich dem Ende neigt, muss Daniel Schreiber feststellen, dass er es genießt wie es ist, vor allem das gewählte Alleinsein auf der Insel, so beschließt er weitere 2 Monate dort zu sein und sich seinen Gefühlen, seinem Selbst, seiner Unsicherheit zu stellen. Nach dieser Selbstfindungsphase steht für ihn fest, dass er den Freundschaften zu viel beigemessen hat und seine Freunde bleiben, weil sie wollen und nicht weil er sie braucht oder es ihnen aufzwingt. Diese Zusammenfassung ist nur ein kleiner Abriss des Buches. Für mich war es stellenweise etwas schwierig alles zu erfassen, da es viele Querverweise zu anderen Werken gibt. Alles in allem hat Daniel Schreiber hier seinen kleinen Leitfaden geschrieben, wie er aus Gedankenspiralen und Mustern herauskommt. Definitiv lesenswert.
Allein,Einsamkeit und Pandemie wurden Thematisiert sowie zwischenmenschliche Beziehungen. Ich möchte das Buch und den Schreibstyle sowie die Perspektive. War sehr Interessant doch hat mich leider nicht ganz abgeholt.
Einige schöne Gedanken reichen nicht aus, um über die wirre Struktur und den fehlenden roten Faden hinwegzusehen.
Ich gebe dem Buch 4,5 Sterne. Daniel Schreiber konnte mich auf nicht einmal ganz 150 Seiten überzeugen, seine anderen Bücher auch zu lesen. Das Buch handelt u.a. von der Corona-Pandemie und wie einsam bzw. allein er sich fühlte. Er schildert diese schwierigen Wochen und wirft dazwischen sehr philosophische Passagen ein, was sehr angenehm ist, da der harte Tobak nie allzu langwierig ist und durch ‚Erzählungen‘ wieder aufgelockert wird. Ich habe viele Passagen markiert, die wirklich zum Nachdenken angeregt haben. Insgesamt würde ich das Buch weiterempfehlen, jedoch ist es vielleicht sinnvoll, es mehrmals zu lesen und sich viel Zeit dafür zu nehmen.
Persönliche und wissenschaftliche Analyse über das lleinsein
Immer mehr Menschen leben allein. Manchmal ist das Alleinsein selbst gewählt und bietet einem größtmögliche Freiheit und Individualität. Gesellschaftlich ist sie aber nicht als Lebensform anerkannt. Das Alleinsein wird als Scheitern und Unglück wahrgenommen. Oft wird man von in Beziehung lebenden Personen, bemitleidet. Und selbst, wenn diese manchmal äußern Sie würden auch gerne alleine entscheiden, ohne Kompromisse einzugehen, möchten Sie doch niemals mit einem tauschen, selbst wenn die Beziehung nicht mehr die glücklichste ist. Wer alleine lebt, kennt das Gefühl wenn Paare ständig betonen, wie glücklich sie sind und einem mit Pärchen -Selfies aus dem Chat Status vermeintlich unter die Nase reiben, wie toll das Leben zu zweit ist. Man gilt nicht als vollständig wenn man alleine verreist, horrende Preise für Übernachtungszimmer zahlen und bekommt nicht selten im Restaurant den schlechtesten Tisch, auch wenn man früh genug reserviert hat! Ich weiß wovon ich rede. Von der Benachteiligung durch das Ehegattensplitting, wollen wir mal gar nicht sprechen. Daniel Schreiber ist einer dieser allein Lebenden, der als Autor auch noch einen recht einsamen Beruf gewählt hat. Besonders in der Corona Pandemie kommt für ihn das nochmals zum tragen, dass er zwar einen stabilen Freundeskreis hat, der sich aber, wenn es drauf ankommt, doch auf sich als Paar oder Familie zurück zieht. Unter seinen Freunden tummeln sich andere Journalisten und Schriftsteller, wie zum Beispiel Gabriele von Arnim oder Hanya Yanagihara. Herr Schreiber ist weit rumgekommen und hat unter anderem auch in New York gelebt. Während der Pandemie sorgt er sich natürlich um die anderen Menschen, mit denen er viel Zeit verbracht hat, sind sie für ihn jetzt erst mal unerreichbar geworden. Er ist kulturell sehr umtriebig, hat eine Vielzahl an Interessen, denen er nachgeht, und fällt, nicht allein dadurch, in ein Loch, als das Ausgehen, nicht mehr möglich ist. Manchmal hat er Wochen mit niemandem gesprochen, ein Jahr lang niemanden berührt. Alleinlebende wurden in der Pandemie vollkommen vergessen und für nicht wenige hat es die Sicht auf unsere Gesellschaft sehr verändert. Daniel Schreiber analysiert das Alleinsein aus vielen Perspektiven und wirkt dabei nie larmoyant. Philosophisch und psychologisch, aber auch popkulturell werfen wir einen Blick darauf. Zum Beispiel stellt er fest, dass Sitcoms wie „Friends“ oder „The Big Bang Theory“ für einsame Menschen ein sozialer Ersatz sein können. Was nicht bedeutet, dass soziale Medien soziale Kontakte ersetzen können. Das macht er daran fest, dass wir zu genüge Zoom und andere Video Konferenzen genutzt haben, die sicherlich auch geholfen haben die Isolation auszuhalten, wir uns aber weiterhin nach direkten Kontakt gesehnt haben. Seine queere Lebensweise fließt immer wieder in den Text ein. Er unternimmt kleine Ausflüge zu anderen Themen wie z.B. den geschichtlichen Umgang mit homosexuellen Menschen. Überhaupt finden wir sehr viel biografisches, und so thematisiert er auch seine Abhängigkeit von Drogen, seine wechselnden sexuellen Kontakte und seine Essstörungen, die er mittlerweile schon länger überwunden hat. Bei der Analyse bezieht er sich immer wieder auf Quellen, die mit Fußnoten gekennzeichnet sind. Dieses Buch ist kein Lösungsansatz und auch kein Plädoyer für oder gegen Partnerschaft. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema. Und am Ende ist es wie mit vielen Dingen. Nicht die Einsamkeit an sich ist das was schmerzt, sondern der Umgang mit ihr. Ein kurzer Text mit großer Wirkung, den ich von Herzen empfehle.
Hat mich aus meiner Lesekomfortzone geholt und mir interessante Einblicke gegeben. Aber mein Fall ist dieser dank sehr vieler Quellen sehr gut recherchierte, tagebuchartige Stil leider nicht wirklich.
Das war für mich mehr ein Corona-Tagebuch als ein Essay über das Alleinsein.
Das war für mich mehr ein Corona-Tagebuch als ein Essay über das Alleinsein. Ich war so gespannt auf "Allein", doch leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen und war nicht mein Fall. Ich konnte wenig Struktur erkennen und wartete beim Hören (ich hörte nur das wunderbar vertonte Hörbuch - dieses hat mir sehr gut gefallen!) immer auf etwas. Ich hatte immer das Gefühl, nie zu wissen, worauf dieses Buch nun hinaus möchte und wo es hinführen soll. Bedingt wurde das dadurch, dass es für mich weniger um das Alleinsein in diesem Sinne ging, sondern dieses Buch vielmehr ein Bericht war, wie der Autor die Pandemie erlebte. Zusätzlich gab es mehrfach lange Abrisse zum Thema Freundschaft, die seiner Meinung nach teilweise unterschätzt wird. Statt dieses positive Gefühl Freundschaften gegenüber über das Buch hinweg fortzusetzen, kommen aber auch hier eher negative Gefühle ins Spiel, wenn der Autor davon spricht, dass die Freundschaften am Ende trotzdem nicht so viel für ihn bedeuten, wenn die Freunde ihre eigenen Partnerschaften und Familien haben. Allgemein ist das Buch für mich eher geprägt von negativen Gefühlen und einer eher negativen Einstellung, die sich bis zum Ende hin nicht auflöst. Positiv, toll und mutig fand ich allerdinds, dass der Autor so frei und offen von eigenen Erlebnissen auch aus der Vergangenheit berichtet und diese in den Text einbindet. Außerdem regen einige weniger Aspekte auch mal zum Nachdenken an.
Schönes Buch - für zwischendurch
Daniel Schreiber sinniert über das Alleinsein und was es mit uns macht. Er spricht über Freundschaften und was mit ihnen passiert ist, als die Pandemie uns fest im Griff hatte. Für alle, die gerne philosophischen Gedanken nachgehen, das richtige Buch.
Laut Buchbeschreibung schreibt Daniel Schreiber über “das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Rückzug und Freiheit und dem nach Nähe, Liebe und Gemeinschaft”. Er unterlegt dies oft mit den Aussagen von Philosophen und Philosophinnen. Ich hatte ein Sachbuch über das Thema Einsamkeit erwartet, aber es ist ein sehr persönliches Buch darüber, wie Daniel Schreiber mit seiner eigenen Einsamkeit umgeht. Ein großer Teil des Buches handelt über die Freundschaft. Diese Abschnitte/Kapitel haben mir auch am besten gefallen. Richtig gut fand ich auch die Einordnung, dass queere Menschen nochmal eine größere Gefahr haben, einsam zu sein. Das Buch hat mich mit der Frage “war das schon alles?” zurück gelassen. Es werden verschiedene Gesichtspunkte beleuchtet, diese gingen mir aber nicht genug in die Tiefe oder es gab keine Ideen, was man nun besser machen könnte. Die Gliederung orientiert sich an Daniel Schreibers persönlicher Entwicklung und ist dennoch in Themen gegliedert. Dies und die daraus folgenden Gedankengänge haben sich natürlich angefühlt.
Nach dem letzten Buch von Daniel Schreiber „Zuhause“ habe ich mich über sein Neues sehr gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Zeitweise fand ich die Texte zu sehr mit Floskeln, Metaphern oder Vergleichen besetzt, welche nicht ganz geklappt oder zusammengepasst haben. Hier würde ich auch „zu weit hergeholt“ sagen. Für mich behandelt er im Buch einmal zu oft das Coronathema. Die Abhandlung der schrittweisen Regelungen und Abläufe mit seinen persönlichen Einschätzungen und Kommentaren waren mir definitiv zu viel. Auf der anderen Seite hat mir die Perspektive queerer Menschen in der Pandemie total gut gefallen. Darüber hinaus gibt Daniel Schreiber viele intime Einblicke über Gedankengänge, emotionalen Status oder auch Ängste. Sich selbst und nicht durch einen fiktiven Charakter der breiten Masse so zu öffnen finde ich mutig und bemerkenswert. Das Buch bietet die Möglichkeit sich in bestimmten Situationen und Verhaltensweisen wiederfinden zu können, wie allein sein gehändelt werden kann. Durch die Allgemeingültigkeit und das Betroffensein aller Menschen durch die Pandemie ist das für mich aber auf einer sehr simplen Ebene mit zu wenig Inhalt und Spannung passiert.
Was für ein starkes Buch!!!

















































