31. Mai
Rating:3

"Massenradikalisierung" von Julia Ebner ist eine Sammlung von Reportagen in verschiedenen gesellschaftlichen Millieus. Von Corona- und Klimawandelleugner*innen über die Impfgegnerszene, "White Lives Matter"-Rassist*innen, Incels und Männerrechtler, Queer- und Transfeind*innen bis hin zu Putin-Trollen: die Extremismusforscherin beschreibt die Szenen und Akteur*innen und die von ihnen ausgehende Gefahr. Es wird deutlich, dass all diese Gruppen einen gemeinsamen, anti-demokratischen, wissenschaftsfeindlichen und verschwörungsideologischen Kern haben und es immer schwerer wird, Menschen zu erreichen, die sich in dieser Richtung radikalisieren. Durch den Reportage-Stil ist das Buch spannend und anschaulich erzählt, enthält aber nicht soooo viel Neues (für mich war gar nichts Neues dabei, um ehrlich zu sein). Es eignet sich als Einstieg in die Thematik und warnt vor der Hyperpolarisierung der Gesellschaft. Im letzten Kapitel geht Julia Ebner noch darauf ein, wie der Massenradikalisierung etwas entgegengesetzt werden kann - das war für mich der beste Teil des Buchs. Für Fans von Tobias Ginsburg, Annika Brockschmidt und politischen Reportagen.

Massenradikalisierung
Massenradikalisierungby Julia EbnerSuhrkamp