13. Aug.
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Es wird politisch

Es ist mal wieder Maya Zeit - Teil 4 der biografischen Reihe ist gelesen. Es wird zunehmend politisch und viele berühmte Menschen, besonders die der schwarzen, Bürgerrechtsbewegung tauchen hier auf. Maya zieht mit ihrem Sohn nach New York. Sie möchte schreiben, inszeniert auf ihre spontane Art ein Musical, das großen Erfolg feiert und lernt sowohl Martin Luther King als auch Malcolm X kennen. Für Ersteren arbeitet sie, bis sie Vuz kennen lernt. Der Südafrikaner fasziniert sie von Anfang an. Es beginnt eine große Liebe, die ihre Wege noch mal in andere Bahnen leitet. Ob diese Liebe glücklich verläuft, müsst ihr selber lesen. Was sie ihr auf jeden Fall bringt, sind Abenteuer und körperliche Befriedigung – ja, ihr habt richtig gelesen, auch das ist immer wieder ein Thema. Sie zieht nach Kairo und der afrikanische Kontinent nimmt eine große Rolle in ihrem und dem Leben ihres Sohnes ein. Die Identifikation als schwarze US Amerikanerin gerät etwas in den Hintergrund, weil sich Maya zunehmend mit der Herkunft schwarzer Menschen aus dem afrikanischen Kontinent auseinandersetzt und ihre Wurzeln dort sucht. Diese Auseinandersetzung mit der Identität ist maßgeblich durch den neuen Partner beeinflusst. Auch die Rolle der Frau besonders in der afrikanischen Gesellschaft wird hier mehr als deutlich. Ihre Gedanken dazu finde ich sehr interessant. Es ist wieder ein auf und ab an Gefühlen, die ich mit ihr durchleide. Das Buch hat sehr humorvolle Absätze, lässt aber auch Wut und Traurigkeit spüren. Maya ist mir richtig ans Herz gewachsen, doch hat sie sich in diesem Buch auch etwas vom Sockel geholt. Die Rolle als Ikone schwarzer Frauen Amerikas besetzt sie nicht durch ein besonderes Talent, sondern es ist mehr und mehr spürbar, dass die Vielfalt ihrer Erfahrungen sie zu dem gemacht haben, was sie dann für viele schwarze Menschen in den USA war und ist. Es ist unglaublich interessant zu lesen, in welchen Kreisen sie sich da bewegt hat. Ob Sydney Portier, James Baldwin, James Earl Jones und viele mehr, alle begegnen ihr irgendwann. Doch Maya muss sehr oft auf die Nase fallen und zu merken, dass sie stark genug ist sich zu erheben. Es ist spürbar, wie sehr sie nach Liebe, Schutz und Geborgenheit sucht. Dabei braucht sie niemanden, nur sich selbst. Und in jeder Krise ist am Ende, das genau der Schluss den sie zieht. Unangefochten ist die Liebe zu ihrem Sohn. Sie verliert ihn nie aus dem Blick, wenn sie auch oft Dinge tut, die ihm vielleicht nicht gut tun. Guy, wie er sich jetzt nennt, ist für mich eine faszinierende Persönlichkeit. Er wirkt häufig gefestigter und vernünftiger als seine Mutter, obwohl er eigentlich entwurzelte sein müsste. Das nennt man wohl starke Resilienz! Eine tolle Fortsetzung der biografischen Reihe, die sich mit der afrikanischen Identität beschäftigt und Maya nahbarer wirken lässt. Die Vielfalt, die diese Frau bietet, gilt es wirklich zu entdecken. Wie immer eine große Leseempfehlung.

Was die Wahrheit uns bedeutet
Was die Wahrheit uns bedeutetby Maya AngelouSuhrkamp