In 28 kurzen und pointierten Anekdoten erinnert sich Christoph Hein an sein Leben und Arbeiten in der DDR und in der Nachtwendezeit. Mal mit Wut im Bauch, mal lakonisch und witzig. Es ist ein sehr persönliches Buch, das - zumindest mir - die Lebenswelt von Künstler*innen, Schriftsteller*innen, Theatermacher*innen in der DDR auf eindrückliche Weise näher gebracht hat. Da es sich aber eben um persönliche Erinnerungen handelt kommt Hein um die ein oder andere Ungenauigkeit nicht herum. Da wird mal eine Jahreszahl vertauscht und auch der Autor wirkt ein ums andere Mal schon sehr heldenhaft und hat Geschichte wie Wahrheit selbstverständlich auf seiner Seite. Das Buch schließt mit der Erkenntnis, dass sich West- und Ostdeutsche in gepflegtem Desinteresse zueinander stehen und der Sorge, dass dies wohl auch noch eine Weile so bleiben wird. Daher möchte ich dieses Büchlein insbesondere meinen westdeutschen Freund*innen ans Herz legen.
“Gegenlauschangriff” von Christoph Hein ist ein fesselndes Buch über seine Erlebnisse in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. Er erzählt von skurrilen, tragischen und komischen Begegnungen mit Freunden, Feinden, Kollegen und Behörden.
Gegenlauschangriff von Christoph Hein ist ein faszinierendes und unterhaltsames Buch, das einen persönlichen Einblick in die deutsch-deutschen Verhältnisse vor und nach der Wende bietet. Der Autor, der als einer der bedeutendsten Chronisten der DDR gilt, erzählt in 28 kurzen Anekdoten von seinen eigenen Erlebnissen, die mal komisch, mal bitter, mal absurd sind. Dabei geht es um Themen wie Zensur, Reisefreiheit, Verrat, Kunst und Politik. Ich bin ein großer Bewunderer von Heins Werk, das immer wieder die Widersprüche und Konflikte einer geteilten Nation aufzeigt. In diesem Buch zeigt er sich von einer persönlicheren Seite, die aber nicht weniger scharfsinnig und kritisch ist. Er berichtet von Begegnungen mit Freunden, Feinden, Kollegen und Behörden, die oft überraschende Wendungen nehmen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er von den Schwierigkeiten und Gefahren des Schreibens in der Diktatur erzählt, aber auch von den Enttäuschungen und Missverständnissen im wiedervereinigten Deutschland. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn es ist nicht nur eine spannende Zeitgeschichte, sondern auch eine lebendige Erzählkunst. Herr Hein hat einen klaren und prägnanten Stil, der mich in seinen Bann zieht. Er versteht es, mit wenigen Worten viel auszudrücken, und er hat einen feinen Sinn für Humor und Ironie. Er lässt die Anekdoten für sich sprechen, ohne sie zu kommentieren oder zu moralisieren. Er regt mich zum Nachdenken und zum Schmunzeln an. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mehr über das Leben und Schreiben in der DDR und darüber hinaus erfahren möchte. Es ist ein Buch, das nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart beleuchtet. Es ist ein Buch, das zeigt, wie wichtig und wie schwierig es ist, die eigene Stimme zu finden und zu bewahren. Es ist ein Buch, das mich als Leser bereichert und begeistert hat.

