Nach "Sovjetistan" folgt nun das zweite Buch von Erika Fatland. Dieses Mal hat sie sich vorgenommen, Russland zu besuchen. Aber mit einem Twist: sie reist der Grenze entlang. Auf Seiten der Nachbarländer. Auf diese Art und Weise möchte die Autorin einen neuen und anderen Blick auf Russland erhaschen. Wie ist es, neben einem der grössten und mächtigsten Länder der Welt zu leben? Fatland zeigt die unterschiedlichsten Landschaften, Städte, Leben auf. Dabei lässt sie auch die Menschen zu Wort kommen, die ihr begegnen. Die Meinungen sind vielfältig, ebenso die Erfahrungen und Lebensentwürfe. Grossartig dabei: Die Autorin wertet nicht. Sie beschreibt, was die Leute ihr erzählen, stellt Fragen, bleibt dabei aber grösstenteils neutral und zwingt niemandem ihre Ansichten auf. Wie schon der Vorgänger, liest sich das Buch wirklich gut. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und balanciert gekonnt zwischen Reportage und romanhaftem Erzählen. So kann der Leser eintauchen in fremde Welten und Länder, von denen er vielleicht noch gar nie gehört hat. Für mich war es hilfreich, das Handy mit Google in der Nähe zu haben. Mehr als einmal habe ich Bilder der besuchten Ortschaften gegooglet, damit ich mir ein noch genaueres Bild von Fatlands Reisen machen konnte. Von ihr werde ich gerne noch mehr lesen!
21. Dez.Dec 21, 2024
Die Grenzeby Erika FatlandSuhrkamp
