2. Juli
Rating:3

Ein Auf und Ab inhaltlich wie auch sprachlich

Gleich zu Anfang wird man mit den Figuren in unterschiedliche Situationen geworfen: Sepp soll einer geflohenen Russin des zaristischen Russlands helfen, ihre Tochter zu finden; Reitmeyer hat gleich zwei Morde aufzuklären. München dient als Schauplatz, die Radikalisierung, die Inflation, die Wirtschaftskrise und den wachsenden Unmut der Menschen der Weimarer Republik erzählerisch auszubreiten. Dies gelingt auch, das Bild Münchens ist interessant - vor allem für Einheimische, aber die Geschichte selbst sowie die Figuren „hängen in der Mitte durch“. Es zieht sich, die Charaktere dümpeln vor sich hin. Es tauchen viele Personen auf, die aufgrund der geringen Tiefe und Ausarbeitung blasse Statisten bleiben und im Kopf sich vermischen. Ein Personenregister - mit Angabe, ob e sich um reale oder fiktive Menschen handelt - wäre hilfreich gewesen. Im letzten Drittel nimmt der Plot wieder Fahrt auf, die Figuren herhalten wieder ein Eigenleben und Konturen. Daher ist es ein gelungenes Buch, welches mich leider nicht so abholen konnte wie die ersten beiden Teile.

Herbststurm
Herbststurmby Angelika FelendaSuhrkamp