4. Okt.
Rating:3

Teils spannend, sprachlich schwierig, problematischer Wortgebrauch

Der Einstieg in dieses Buch ist mir nicht leicht gefallen – schon die Figuren im Prolog wirkten sehr abgedreht. Auch im weiteren Verlauf fiel mir das Lesen ungewohnt schwer. Der Autor erzählt auf zwei Zeitebenen (2005 und 2013), die er abwechselnd vorantreibt. Diese Sprünge empfand ich eher störend, da die Stränge kaum Bezug zueinander haben und der Lesefluss dadurch oft unterbrochen wurde. Deutlich spannender fand ich den älteren Handlungsstrang aus 2005, in dem es um Isaiah, den Tod seines Bruders Marcus und die Entwicklung seiner Beziehung zu Dodson geht. Hier konnte ich die Figuren besser greifen, man erlebt ihre Entwicklung und bekommt auch sprachlich eine angenehmere Erzählweise. Im Gegensatz dazu wirkte der 2013er-Strang für mich überladen mit unsympathischen Figuren aus der Rap-Szene, die über Geld und Macht, aber kaum soziale Kompetenz verfügen. Die Ermittlungsarbeit rund um den Mordanschlag konnte mich nicht packen, und auch der Rapper Cal blieb für mich eher eine tragische Karikatur. Sehr negativ aufgefallen ist mir zudem, dass der Autor inflationär das N-Wort verwendet hat. Auch wenn es vermutlich die Sprache des Milieus widerspiegeln soll, hat es für mich die Lektüre unnötig belastet und den Lesegenuss erheblich geschmälert. Insgesamt bot das Buch einzelne spannende Momente, vor allem im älteren Erzählstrang. Doch die zähen Passagen, die flachen Nebenfiguren, das unbefriedigende Ende und die problematische Sprache lassen mich nur knappe drei Sterne vergeben. Eine klare Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen.

I.Q. - Thriller (IQ-Serie 1)
I.Q. - Thriller (IQ-Serie 1)by Joe IdeSuhrkamp