Ein ruhiges Buch, das gegen Ende etwas langatmig wird
Eine Familiengeschichte. Helmer lebt mit seinem alten Vater auf einem Bauernhof in den Niederlanden. Eines Tages erhält er einen Brief von Riet, der Frau, die Helmers Zwillingsbruder vor langer Zeit das Leben kostete. Ihr Sohn soll auf Helmers Hof das Arbeiten lernen…
Ein ruhiges Buch, das ich gerne gelesen habe. Gegen Ende fand ich es etwas langatmig.
Ein Buch, welches eine unerwartet starke Resonanz in mir hervorrief. Ob die sehr ruhige Erzählweise des niederländischen Autors die Einschätzung generell rechtfertigt, kann ich gar nicht sagen. Für mich ist es auf jeden Fall eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
Ich habe einen Faible für Bauernromane oder zumindest Romane, die im ländlichen Milieu spielen. Liegt vielleicht daran, dass ich in einen Bauernhof eingeheiratet habe und selbst von Feldern umringt wohne. Oft verklären andere Romane eine ländliche Idylle oder stellen die Personen überzeichnet dar, wenn ich an aktuelle deutsche Romane von Dörte Hansen oder Henning Ahrens denke. Gerbrand Bakker ist völlig frei von solchen Stereotypen. Sein Darstellung hat eher die Ausmaße eines Kammerspiels. Der Bauer Helmer, 55 Jahre, lebt alleine mit seinem pflegebedürftigen Vater auf dem Hof nahe Amsterdam. Die Beziehung ist zerrüttet aufgrund der Lieblosigkeit des Vaters. Diese gibt Helmer ihm nun zurück, verfrachtet ihn aufs Dach und versorgt ihn leidlich mit dem Nötigsten. Konversation wird kaum betrieben. Schon alleine wie Bakker diese Stille über Seiten wirken läßt und es dabei doch schafft, dass man gebannt die Geschichte weiterliest, ist für mich absolut beachtlich. Nach und nach lernt man die Familiengeschichte kennen, insbesondere die Trauer um Helmers Zwillingsbruder Henk. Doch dann bekommt Helmer plötzlich eine Art Praktikant auf den Hof und Dinge kommen in Bewegung.
Ich war fasziniert von der Art, wie der Autor die Vater-Sohn-Beziehung entwickeln lässt und dadurch die sich in sein Schicksal ergebene Art Helmers beschreibt. Es gibt dabei so viele Zwiespalte zu entdecken, wobei gerade seine Liebe zur Natur und den Tieren der täglichen Arbeitsroutine im Stall konträr ist. Helmer hat es nie geschafft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Wendungen im Buch wirken dann wie ein Katalysator und so schafft der Autor es, ein warmherziges Ende zu finden, ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Selten habe ich so etwas melancholisch Schönes gelesen.
Ein Buch, welches eine unerwartet starke Resonanz in mir hervorrief. Ob die sehr ruhige Erzählweise des niederländischen Autors die Einschätzung generell rechtfertigt, kann ich gar nicht sagen. Für mich ist es auf jeden Fall eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
Ich habe einen Faible für Bauernromane oder zumindest Romane, die im ländlichen Milieu spielen. Liegt vielleicht daran, dass ich in einen Bauernhof eingeheiratet habe und selbst von Feldern umringt wohne. Oft verklären andere Romane eine ländliche Idylle oder stellen die Personen überzeichnet dar, wenn ich an aktuelle deutsche Romane von Dörte Hansen oder Henning Ahrens denke. Gerbrand Bakker ist völlig frei von solchen Stereotypen. Sein Darstellung hat eher die Ausmaße eines Kammerspiels. Der Bauer Helmer, 55 Jahre, lebt alleine mit seinem pflegebedürftigen Vater auf dem Hof nahe Amsterdam. Die Beziehung ist zerrüttet aufgrund der Lieblosigkeit des Vaters. Diese gibt Helmer ihm nun zurück, verfrachtet ihn aufs Dach und versorgt ihn leidlich mit dem Nötigsten. Konversation wird kaum betrieben. Schon alleine wie Bakker diese Stille über Seiten wirken läßt und es dabei doch schafft, dass man gebannt die Geschichte weiterliest, ist für mich absolut beachtlich. Nach und nach lernt man die Familiengeschichte kennen, insbesondere die Trauer um Helmers Zwillingsbruder Henk. Doch dann bekommt Helmer plötzlich eine Art Praktikant auf den Hof und Dinge kommen in Bewegung.
Ich war fasziniert von der Art, wie der Autor die Vater-Sohn-Beziehung entwickeln lässt und dadurch die sich in sein Schicksal ergebene Art Helmers beschreibt. Es gibt dabei so viele Zwiespalte zu entdecken, wobei gerade seine Liebe zur Natur und den Tieren der täglichen Arbeitsroutine im Stall konträr ist. Helmer hat es nie geschafft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Wendungen im Buch wirken dann wie ein Katalysator und so schafft der Autor es, ein warmherziges Ende zu finden, ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Selten habe ich so etwas melancholisch Schönes gelesen.
Ein stiller, tragikomischer Roman, der so manche Frage ums „Sein“ aufgeworfen hat.
Helmer verfrachtet seinen alten, sterbenden Vater nach oben. Er selbst renoviert das elterliche Schlafzimmer und zieht dort ein. Bald holt ihn die Vergangenheit ein und eine alte Bekannte meldet sich. Sowieso scheint sich vieles zu verändern. Nur sein Vater will einfach nicht sterben.
Der Titel ist Programm, sogar das Cover ist sehr passend gewählt, die Atmosphäre sehr still, das Wetter meistens winterlich trüb. Helmer kämpft mit den Geistern der Vergangenheit und mit seinem Selbst. Es ist eine wunderbare Darstellung eines eigenbrödlerischen Bauern, leicht klischeebehaftet und irgendwie manchmal auch komisch.
Ein ruhiger Roman, der das Leben und die Entscheidungen, die man trifft, hinterfragt.