Während die Welt kippt
"Ich habe mich umgesehen, von meinem Bett aus, und habe gefunden, dass das Buch, das ich an einem Tag wie diesem würde lesen wollen, vermutlich noch nicht geschrieben war." Die Erzählerin begleitet an einem einzigen Tag die Operation ihres Bruders, während sich gleichzeitig die Nachrichten über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verbreiten. Zwischen persönlicher Angst und globaler Bedrohung versucht sie, das Geschehen zu begreifen. Ich fand das Buch gut, wenn auch stellenweise etwas anstrengend zu verstehen. Es ist sehr ruhig, sehr reflektierend und weniger eine Geschichte als ein Nachdenken über Unsicherheit, Kontrolle und Wahrnehmung. Besonders gelungen ist diese Gleichzeitigkeit von etwas ganz Nahem und etwas Unfassbarem in der Ferne. Literarisch wirklich stark aber eher ein Buch, das man respektiert, als eins, das einen komplett mitreißt.





