Eine Meditation. Streckenweise ein psychedelisches Leseerlebnis. Betörende Sprache und glänzende Gedanken. Band 1 von 7.
„Vielleicht wird die Unbeweglichkeit der Dinge um uns diesen durch die Unbeweglichkeit unseres Denkens ihnen gegenüber aufgezwungen, durch unsere Gewissheit, dass sie es sind und keine anderen.“ „Unterwegs zu Swann“ ist der erste von sieben Bänden des Mammutwerkes „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Und das kann einem schon mal Respekt einflößen. Wer Angst vor langen Sätzen hat, der sollte das lassen mit Proust. Und wer dringend auf einen atemlosen Plot angewiesen ist, wird hier auch nicht glücklich. Marcel Proust beschreibt hier, soweit ich weiß autofiktional, sein Leben. Und er beginnt mit den Sommern seiner Kindheit in Combray. Ich weiß nicht, ob man Proust schnell lesen kann oder sollte. Es ist eher eine Übung in Langsamkeit. Man kann jedes Wort genüsslich kauen und sich versenken, wie ein Stück Madeleine in einen Tee. Und sicherlich liest man den ein oder anderen Satz zwei mal. Aber es ist herrlich! Die Beschreibungen der Natur, der Kunst und der Musik flirren mich an, die Beschreibungen der Figuren und zwischenmenschlichen Gefühle sind so zart und präzise, als hätte Proust alle Zeit der Welt. Ich finde es einfach wunderschön und sehr besonders, und freue mich nun darauf, den zweiten Band zu beginnen …




