Feministischer Horror-Klassiker zeigt: Märchen können mehr als die Damsel in Distress
Wie Mithu Sanjal im Kommentar am Ende der Büchergilde-Ausgabe sagt: Angela Carter wollte einst verstoßene Genres wie Horror, Gothic und Märchen nutzen, um patriarchale Rollenzuweisungen neu zu schreiben. Das Ergebnis ist verstörend, schlicht revolutionär & ein popkulturelles Großereignis. Die Blutige Kammer war ihr kommerzieller Durchbruch und kodiert bekannte Geschichten vom Gestiefelten Kater über Schneewittchen bis zu Nosferatu und dem Erlkönig neu. Hier sind die Frauen (fast) nie die passiven, zu rettenden Prinzesschen, sondern mindestens selbstermächtigt und/oder tragisch/unheilvolle Kreaturen. Das lässt einen häufig unwohl fühlen und überschreitet Grenzen (Horror eben), ist vulgär, (auf verstörende Weise) erotisch und bleibt mit seinen Bildern im Kopf. Vor allem dank des sehr bildgewaltigen Schreibstils und pointierten Perspektivwechsel unterhält der Sammelband auch über die Geschichten hinaus. Popkulturelle Verweise sind groß, so benannte sich eine der größten Indie-Rock Bands aus dem UK nach der Geschichte "Wolf Alice". Empfehlung!









