11. Juni
Rating:1.5

Sprachlich wunderschön, inhaltlich nicht meins

„Chor der Erinnyen“ von Marion Poschmann besticht durch seine wunderschöne Sprache: Klare Bilder, feine Rhythmen und eine poetische Klarheit ziehen sich durch den gesamten Text. Trotz dieser sprachlichen Stärke fiel es mir schwer, wirklich in die Handlung hineinzufinden. Da ich diesen Roman für ein Seminar lesen musste, fühlte es sich eher wie eine Pflichtaufgabe an. Das Thema „Erinnyen“ und generell Mythologie spiegeln ehrlicherweise aber auch nicht meine Interessen wider. Besonders gefallen haben mir jedoch die Einschübe „Story von Roswitha“. Die Perspektive der Mutter, ihr nachdenklicher Rückblick und die fragmentarische Erzählweise bringen zusätzliche Tiefe und eine emotionale Ebene ins Spiel. Wer also poetische Prosa schätzt und sich auf eine ruhig erzählte Geschichte einlassen kann, wird in Poschmanns Roman viel finden, das ihn begeistert. Für alle, die eher Spannung (wobei mein Dozent es wohl äußerst spannend und interessant fand) und direkten Erzählfluss suchen oder das Buch nur als Pflichtlektüre lesen, könnte es jedoch zu langsam und anstrengend sein.

Chor der Erinnyen
Chor der Erinnyenby Marion PoschmannSuhrkamp