Über eine Mutter-Tochter-Beziehung, die so viel Liebe und Versagen beinhaltet und in der doch so viel Ungesagtes lebt und herrscht. "Gerade das Nichtgesagte wiegt am Ende des Lebens oft so viel schwerer als das Gesagt.", ist eines meiner Lieblingssätze des Buches. Dieses Buch hat mich von Anfang an berührt, abgeholt und mich auf eine Ebene mit den zwei Protagonistinnen geholt. Der Sprachstil ist nahezu poetisch. Durch das Buch wird einem bewusst, welche Schicksale in bzw hinter Menschen stecken, von denen niemand etwas weiß, manchmal nicht einmal sie selbst. 💔 Absolute Empfehlung
Ein Buch über Mutter und Tochter, die in völlig unterschiedlichen Welten leben und nicht wirklich eine stabile Verbindung zueinander finden. Schön fand ich, dass aus beiden Perspektiven erzählt wird. Die Geschichte war, meinem Gefühl nach, eher nebensächlich - im Fokus stand die Beziehung. Dadurch aber für mich etwas zu schleppend und zu langatmig und manchmal irgendwie nicht rund..
Die Geschichte von Miras kärntner-slowenischen Familie liest sich gemischt. Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Vorstellungen der Ordnung der Dinge, die die verschiedenen Frauen aus Miras Familie zugrundelegen. Die Spannungen innerhalb der slowenischen Population, die sich in unterschiedlichen Kristenzeiten, wie dem Weltkrieg oder dem Jugoslawienkrieg immer wieder nicht zugehörig fühlten und überall verstoßen wurden, lassen sich sehr gut erkennen. Nicht überraschend entstanden dadurch Generationen-Traumata, welche sich in der Familiengeschichte um Anni und ihrer Tochter Mira entladen. Erstere soll ins Heim. Die Jüngere flieht vor allen Spannungen nach Wien, wo ihr Leben auch nicht wie gewünscht verläuft. In dem Roman spielen nicht nur Herkunft und Sprache, sondern auch Rollenbilder und Glaube eine große Rolle. Manche Passagen und inneren Monologe zogen sich für mich und mir ist nicht klar, welche Rolle diese in der Geschichte spielen. Teilweise sind mir die Konflikte zu vielschichtig, was wahrscheinlich der Realität betroffener Menschen entspricht, mir fehlte leider die Reflexion. Andere Passagen wiederum fand ich fesselnd und flog geradezu durch die Seiten.
Nachtfrauen ist ein Buch für stille Nächte, in denen man bereit ist, sich von der Dunkelheit umarmen zu lassen – und am Ende trotzdem einen Funken Hoffnung findet. Wer sich auf die Reise einlässt, wird belohnt.
Haderlap berührt mit ihrer Geschichte über Generationstrauma, Verlust und Stillschweigen in einer kärntnerisch-slowenischen Familie.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt, was mir persönlich sehr gut gefällt, da es einmal die Sichtweise der Tochter Mira und einmal der Mutter Anni aufzeigt. Besonders gut gelungen ist dabei das Aufzeigen der feinen Linien eines Generationstraumas, das sich dann vor allem im zweiten Teil der Geschichte stark verdeutlicht. Als sehr rührend beschrieben empfinde ich die Gefühlswelt der Mutter Anni. Mir gefällt, dass es ein relativ offenes Ende ist. Spannend finde ich, dass das Kapitel der Tochter eher Gegenwart bzw. Zukunft behandeln - die Geschichte der Mutter aber stark zurück in die Vergangenheit blickt. Spoiler: Besonders rührend war für mich der Unfall der Tochter Mira, der die Mutter Anni „wachrüttelt“ und so ihre Erzählung über die eigene Mutter-Kind-Beziehung ihrer Kindheit in Gang bringt. Hier hätte ich mir aber etwas mehr Tiefgang gewünscht. Als Kärntnerin mit (wenn auch sehr ausgelöschten und zu vergessen versuchten) slowenischen Wurzeln hat mich das Werk auch persönlich sehr berührt. Empfehlenswert!
Zwei Generationen, Mutter und Tochter aus der slowenischen Minderheit in Kärnten und ihr Gefühl, nicht akzeptiert zu werden und nicht angekommen sein in der bäuerlichen österreichischen Gesellschaft. Vermutlich autobiographisch Kann man lesen, wenn man sich dafür interessiert
Die Geschichte von Miras kärntner-slowenischen Familie liest sich gemischt. Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Vorstellungen der Ordnung der Dinge, die die verschiedenen Frauen aus Miras Familie zugrundelegen. Die Spannungen innerhalb der slowenischen Population, die sich in unterschiedlichen Kristenzeiten, wie dem Weltkrieg oder dem Jugoslawienkrieg immer wieder nicht zugehörig fühlten und überall verstoßen wurden, lassen sich sehr gut erkennen. Nicht überraschend entstanden dadurch Generationen-Traumata, welche sich in der Familiengeschichte um Anni und ihrer Tochter Mira entladen. Erstere soll ins Heim. Die Jüngere flieht vor allen Spannungen nach Wien, wo ihr Leben auch nicht wie gewünscht verläuft. In dem Roman spielen nicht nur Herkunft und Sprache, sondern auch Rollenbilder und Glaube eine große Rolle. Manche Passagen und inneren Monologe zogen sich für mich und mir ist nicht klar, welche Rolle diese in der Geschichte spielen. Teilweise sind mir die Konflikte zu vielschichtig, was wahrscheinlich der Realität betroffener Menschen entspricht, mir fehlte leider die Reflexion. Andere Passagen wiederum fand ich fesselnd und flog geradezu durch die Seiten.
„Es waren gewissermaßen Expeditionen im eigenen Land, Reisen ins Innere ihrer Kindheit, die Mira mehr anstrengten als längere Aufenthalte im Ausland oder tagelange Fußmärsche mit schwerem Gepäck.“ Zwei Frauen, Mutter und Tochter, stehen hier im Mittelpunkt, ihre Beziehung, ihre Herkunft, ihre Entwicklung. Zu Recht ist dieses Buch Anwärter auf den Österreichischen Buchpreis, der heute Abend verliehen wird.






